US-Schüler: Der Reiz der Uniformen - DER SPIEGEL
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US-Schüler Der Reiz der Uniformen

Amerikanische Schüler fühlen sich durch Militär-Uniformen angezogen. Vor allem seit dem Irak-Krieg gelten militärische Programme als "einfach cool"- gerade bei Immigranten-Kindern. Eine Wiener Lehrerin hat den Trend mit der Kamera dokumentiert.
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Jugendliche in hängenden Baggy-Pants und mit schlurfendem Gang - nach drei Jahren als Mathematiklehrerin an einer New Yorker High School hatte die Wienerin Katharina Neuwirth, 37, diesen Anblick "geradezu lieb gewonnen".

Sie musste sich umstellen: Seit auch die Long Island City High School im September ein "Junior Reserve Officer Training Corps" gründete, sind Schüler in Uniform dort ein gewohnter Anblick. Wer eine Uniform trägt, ändere seine Körperhaltung, so Neuwirth, auch in der Schule: Plötzlich standen die Schüler, die zweimal die Woche in der Turnhalle gedrillt werden, "beim Abgeben einer Hausarbeit stramm".

Neuwirth begann eine Fotoserie über das "bizarre Treiben", das auch an anderen High Schools zugenommen hat, seit die Nation auf den Feldzug gegen den Irak eingeschworen wurde (ab September 2003 in der New Yorker Leica Gallery zu sehen). Besonders Immigranten-Kinder fühlen sich von der Uniform angezogen. Die Lehrerin machte zwei Typen von High-School-Rekruten aus: Die einen wollen beim Militär "ihren Sozialstatus erhöhen", die anderen möchten die College-Stipendien der Armee nutzen.

Die aus der Türkei stammende 16-jährige Yesim Yaktubay findet das Programm "einfach cool", denn "Struktur hilft im Leben". Nach der Schule möchte sie auf der Militärakademie mit einer Ausbildung zur Ärztin beginnen. Über ihr Engagement hätten sich ihre Eltern "erst gewundert", aber "nun sind sie stolz auf mich".


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