Kopftuchstreit: Stoiber greift Rau an - DER SPIEGEL
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Kopftuchstreit Stoiber greift Rau an

Neue Runde im Streit über Kopftücher an Schulen. CSU-Chef Edmund Stoiber kritisierte Bundespräsident Johannes Rau scharf wegen dessen Äußerungen.
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Das muslimische Kopftuch an Schulen sei ein "politisches Symbol", das nicht mit einer "aufgeklärten Demokratie" vereinbar sei, sagte Stoiber in der "Bild"-Zeitung. Rau dürfe "nicht unsere eigene Identität als christlich geprägtes Land infrage stellen", mahnte der bayerische Ministerpräsident. Rau hatte am Wochenende das Kopftuch als Glaubensbekenntnis, ähnlich einer Mönchskutte, gewertet und eine Gleichbehandlung der Glaubensrichtungen in den Schulen gefordert.

Das Kopftuch stehe für politische Inhalte, die auch mit Toleranz und der Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht zu vereinbaren seien, sagte Stoiber am Dienstag in München. "Das Kopftuch ist in unserer Gesellschaft auch keine Brücke zur Integration, sondern ein Symbol der Ausgrenzung und Spaltung." Er sei durchaus dafür, dass der Bundespräsident auch in aktuellen politischen Diskussionen das Wort ergreife. "Wenn er das tut, muss er aber auch eine klare Antwort akzeptieren."

Auch der Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter kritisierte Rau. Wetter wertete das Kopftuch als "militante Kampfansage an die Werte unseres Grundgesetzes".