Stipendien in Serie Liberaler Ehrgeiz
Studentenparlament, Konzil, Jura-Fachschaft. Dazu die European Law School Association und die Jungen Liberalen. Die Liste ihrer Engagements ist so beeindruckend lang, dass die Göttinger Jura-Studentin Heide Wedemeyer weitere Ämter übernehmen durfte: Bei der Friedrich-Naumann-Stiftung ist sie im Sprecherrat der Stipendiaten und leitet den Arbeitskreis Internationales.
"Wir planen im Moment ein Seminar und eine Publikation zum Thema Menschenrechte", erzählt Heide Wedemeyer. Möglichst interdisziplinär soll die Broschüre werden - mit Beiträgen aus Philosophie, Geschichte, Soziologie und Jura, auch ein Sinologe soll zu Wort kommen. Den Arbeitskreis hat sie aus eigenem Interesse "wiederbelebt": "Ich habe im Studium Europarecht als Wahlfach belegt, möchte später gerne international arbeiten."
Die politische Grundhaltung sollte passen
Das klingt ehrgeizig, und das ist es wohl auch. Trotzdem: "Ich hätte nicht gedacht, dass es bei der Stiftung klappt". Längst nicht alle Fragen des Auswahlgremiums konnte sie beantworten, erzählt Heide Wedemeyer. "Aber ich bekam dann schnell den Eindruck, dass es vielleicht genau darum geht - zu sehen, wie man sich verhält, wenn man etwas nicht weiß."
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- Special:Stipendien
Auch die Frage nach der eigenen Haltung zum Stichwort "Liberalismus" wurde gestellt. Da hat sie etwas gesagt über die Grund- und Bürgerrechte, und wie die Gesellschaft organisiert sein sollte. "Ich glaube nicht, dass man Mitglied der Partei sein muss, um genommen zu werden", meint Heide Wedemeyer und zitiert die Auswahlkriterien der Stiftung: Engagement aus "liberaler Grundhaltung heraus" sei gefragt.
Auch die beiden Pflichtseminare im Programm zielen eindeutig in die blau-gelbe Richtung: "Liberalismus" und "Wissenschaftstheorie" sind dort Thema. Andere, freiwillige Seminare können die Stipendiaten selbst vorschlagen und organisieren - die Stiftung spendiert die Honorare für die Referenten und die Reisekosten für die Studierenden.
Auch die schon fest in den Lebenslauf eingeplante Promotion würde Heide Wedemeyer gerne mit Unterstützung der Naumann-Stiftung bestreiten: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich bei einer anderen Stiftung bewerben würde - ich weiß nicht, ob ich mich mit anderen Ideen so identifizieren könnte."
Bewerbungen, Anforderungen, Auswahltermine
Alle Informationen zur Naumann-Stiftung auf einen Blick:
Friedrich-Naumann-Stiftung
Die Friedrich-Naumann-Stiftung wurde 1958 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gegründet. Seit 1973 unterstützt sie Studierende an deutschen Universitäten, seit drei Jahren auch an Fachhochschulen. Im Jahr 2000 erhielten insgesamt knapp 400 Studenten und Doktoranden sowie 80 ausländische Studierende Stipendien.
Bewerbung
Deutsche Studierende können sich ab dem zweiten Fachsemester, allerdings nicht mehr kurz vor Ende des Studiums, bewerben. Nach Prüfung der Unterlagen werden geeignete Bewerber zur Auswahltagung geladen und in Einzelgesprächen mit dem Auswahlausschuss nach fachlichen Leistungen, Persönlichkeit und Engagement beurteilt.
Anforderungen
Die Stiftung erwartet neben überdurchnittlicher fachlicher Begabung ein politisches und gesellschaftliches Engagement "aus liberaler Grundhaltung". Als wichtige charakterliche Qualitäten wertet sie zum Beispiel Zuverlässigkeit, Leistungswille, Entschlussfreudigkeit sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und die eigenen Fähigkeiten in die Weiterentwicklung der Gesellschaft aktiv einzubringen. Beim Engagement erwünscht sind Aktivitäten in der studentischen Selbstverwaltung, in Hochschulgremien, in einer liberalen Partei, in einer politischen studentischen Organisation oder in gesellschaftlichen Institutionen und Vereinigungen.
Termine
Die Bewerbungen (inklusive Gutachten) müssen bis zum 31. Mai oder 30. November eingereicht werden.
Anschrift
Friedrich-Naumann-Stiftung
Weberpark
Alt-Nowawes 67
14482 Potsdam-Babelsberg
Tel.: 0331/7019-349
Fax: 0331/7019-222
E-Mail: fnst@fnst.de