Studentenwerk: Mehr Studierende haben Probleme - und holen sich Hilfe - DER SPIEGEL
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Psychologische Beratung an Unis Mehr als 100.000 Studierende suchen Hilfe

Stress und Prüfungsangst: Die Beratungsstellen an den Unis haben immer größeren Zulauf. Das sei allerdings auch ein gutes Zeichen, heißt es vom Studentenwerk.
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Die Beratungsstellen der Studentenwerke bekommen immer mehr zu tun. 108.800 Mal hatten die psychologischen Berater im Jahr 2017 Kontakt mit Hilfe suchenden Studierenden - eine Steigerung um 60 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006. Dies teilte das Deutsche Studentenwerk in seiner Broschüre "Beratung im Profil " mit, die es am Dienstag bei einer Fachtagung in Berlin vorstellte.

Für den massiven Anstieg sind den Angaben zufolge drei Gründe ausschlaggebend:

  • stark gestiegene Studierendenzahlen,
  • ein deutlich pragmatischerer und selbstbewussterer Umgang der Studierenden mit Beratung sowie eine Enttabuisierung des Themas,
  • erhöhter Prüfungs- und Zeitdruck im Studium.

So gaben 53 Prozent der Studierenden an, schon einmal Prüfungsangst gehabt zu haben. 42 Prozent erlebten während einer Prüfung einen Blackout. Die Daten stammen aus der21. Sozialerhebung des Studentenwerks, in der alle paar Jahre die Lebenslagen der Studierenden erfasst werden.

Die meisten Studierenden suchen dem Bericht zufolge psychologische Beratung, weil sie Unterstützung bei Arbeitsorganisation und Zeitmanagement (19 Prozent) suchen. Auch Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten spielen eine Rolle (16 Prozent). Prüfungsangst sowie Lern- und Leistungsschwierigkeiten sind mit je 12 Prozent ebenfalls ein wichtiges Thema.

Viele Studierende wollten sich aber auch bei Problemen beraten lassen, die nicht unmittelbar das Studium betreffen, heißt es vom Studierendenwerk. 14 Prozent der Befragten baten demnach um Hilfe, weil sie mangelndes Selbstbewusstsein empfinden. 12 Prozent suchten Rat wegen Partnerschaftsproblemen.

Neben der psychologischen Beratung nutzten zuletzt auch deutlich mehr Studierende die sozialen Beratungsstellen der Studentenwerke. Die Zahl der Beratungskontakte sei von 2006 bis 2017 um 50 Prozent auf nun 76.800 Gespräche gestiegen, heißt es in dem Bericht. Dabei gehe es etwa um Informationen zu Leistungsansprüchen, zur Studienfinanzierung, zum Studium mit Kind oder zu Regeln, die für internationale Studierende gelten.

Von der Beratung profitieren laut Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, nicht nur die betroffenen Studierenden. "Darüber hinaus hat sie auch einen volkswirtschaftlichen Effekt. Sie trägt dazu bei, Studienabbrüche und Studienzeitverlängerungen zu verhindern."

Ein Fünftel der Studierenden denkt laut dem Bericht darüber nach, das Studium vorzeitig zu beenden. Der Studienerfolg sei aber nicht das Kernziel der Beratung, heißt es in der Broschüre. Entscheide sich ein Student für den Abbruch, würden die Berater auch dabei helfen, eine andere Ausbildung zu beginnen.

sun