Surftipp: Europas Bildung auf einen Klick - DER SPIEGEL
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Surftipp Europas Bildung auf einen Klick

Wer sich bislang über das Bildungssystem in anderen europäischen Ländern informieren wollte, hatte es schwer: Herumtelefonieren war umständlich, die Verständigung mühsam. Eine Homepage schafft Abhilfe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was tun, wenn man in England studieren will, aber über die Insel-Unis fast gar nichts weiß? Oder wenn einem der Pädagogik-Dozent plötzlich ein Referat über Sonderschulen in Liechtenstein aufdrückt? Oder wenn der Lehrstuhl-Assistent eine Hausarbeit über Fremdsprachen in Europas Schulen stellt?

All das bedeutete früher: sich in fremden Ländern von Infostelle zu Infostelle durchzutelefonieren, sich irgendwie verständlich zu machen und dann wochenlang auf ein dickes Broschüren-Paket zu warten.

Das Internet rettet nun Studenten aus dem Infodilemma. "Eurydice" nennt sich das Angebot der Europäischen Union über Bildung in Europa. Eurydice, benannt nach der Frau des sanften Sängers Orpheus in der griechischen Mythologie, ist Teil des EU-Programms "Sokrates".

Dabei deckt Eurydice nicht nur die 15 EU-Staaten ab, sondern klärt auch über das Bildungssystem von Slowenien bis Litauen auf. Mittelfristig soll das Angebot auf 25 Staaten ausgebaut werden. Doch wer zurzeit noch Malta und Zypern anwählt, der klickt ins Nichts.

Nicht nur bei den einzelnen Staaten, auch europaweit ist der Wissensfundus reichhaltig. Es gibt differenzierte Studien über Fremdsprachen, Schulfinanzierung oder die Bildungshierarchie in den einzelnen Staaten. Ergänzt wird das Angebot durch nützliche Links und Adressen von Ministerien und Kommissionen.

Bisweilen ärgerlich ist, dass viele Dokumente nur im PDF-Format erhältlich sind. Das erschwert es dem Nutzer, sich einfach durch die Eurydice-Seiten zu scrollen und schnell von Info zu Info zu springen.

Auch der Hinweis auf der Homepage, Eurydice sei ein dreisprachiges Angebot in Englisch, Französisch und Deutsch, führt in die Irre. Die meisten Infos gibt es lediglich in Englisch; bei intensiver Fachsimpelei ist das lästig. Ein Glossar bemüht sich zwar, die einzelnen nationalen Unterschiede zu erläutern. Doch was nun unter einem "Prefectural Adult Education Committee" zu verstehen ist, das muss ein Nutzer nicht auf Anhieb wissen; eine knappe englische Erklärung hilft hier nicht viel weiter. Damit der bildungshungrige Surfer alle Nuancen erkennt, müssten die Macher ihr Versprechen halten und eine Übersetzung anbieten. Nachbesserung ist nötig!

Dennoch ist das Angebot eine großartige Hilfe für Studenten in Informationsnöten. Egal ob es nun um ein Referat über Erwachsenbildung in Ungarn oder das eigene Studium in Schottland geht.

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