Trend zum Endlos-Studium: Bloß keine Hektik - DER SPIEGEL
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Trend zum Endlos-Studium Bloß keine Hektik

Deutschlands Studenten lassen es an der Hochschule gemächlich angehen: In 12 der 20 beliebtesten Uni-Studiengänge hat sich die Studiendauer in den letzten Jahren weiter erhöht. Während Juristen und Pharmazeuten den Turbo zünden, brauchen Maschinenbauer und Informatiker besonders lange.
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Ausgerechnet in Studiengängen mit besonders guten Berufsaussichten brauchen Studenten am längsten: Erst nach 14 Fachsemestern erhalten angehende Maschinenbauer ihr Diplom - über zwei Semester mehr als noch 1993. Informatiker lassen sich fast eben so viel Zeit. Darauf hat jetzt das Institut der deutschen Wirtschaft hingewiesen.

Besonders flott sausen die Pharmazeuten durch das straff organisierte Studium - die Nachwuchs-Apothker brauchen nur neun Semester. Wie das arbeitgebernahe Kölner Institut berichtet, ist das Durchschnittsalter der Absolventen deutlich gestiegen: 1980 schafften sie den Abschluss noch mit 27 Jahren, inzwischen erst mit 29 Jahren. Den gleichen Trend zum längeren Studium wie an den Universitäten beobachtet der Wissenschaftsrat seit Jahren auch an den Fachhochschulen.

Merklich verkürzt hat sich die Studiendauer bei den Rechtswissenschaftlern.  Dabei wirkt sich die Freischuss-Regelung aus: Wer frühzeitig zum Jura-Examen antritt, kann die Prüfung bei schlechten Ergebnissen gefahrlos wiederholen - ein Anreiz für ein zügiges Studium.

Auch die Wirtschaftswissenschaftler, Zahnmediziner und Erziehungswissenschaftler an den Universitäten sind nach weniger als zwölf Semestern fertig. Dagegen ist die Studiendauer in der Geografie, Elektrotechnik und Humanmedizin deutlich überdurchschnittlich.

Allerdings gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Universitäten: Während beispielsweise Informatiker bundesweit 14 im Schnitt Semester studieren, liegen sie an der TU Chemnitz bei nicht einmal elf Semestern. Das Institut der deutschen Wirtschaft führt das auf geringe Studentenzahlen und gute Betreuung in Chemnitz zurück.

Im Umkehrschluss bedeutet das wohl: Wo der Trend zum Endlos-Studium geht, steht es mit der Betreuung nicht zum Besten. Das Kölner Institut hat allerdings nur die Studienzeiten, die nackten Zahlen verglichen und nicht die Faktoren ermittelt, die dafür eine Rolle spielen - etwa Studienfinanzierung und -organisation, Lehrqualität und Berufsaussichten.