Coop und Kaseya: Mehrere Firmen von Hackerangriffen betroffen - DER SPIEGEL
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Hacker legen Kassensysteme lahm Cyberangriffe auf Supermarktkette Coop und IT-Dienstleister

Die Supermarktkette Coop und der IT-Dienstleister Kaseya wurden Opfer von Hackerangriffen. Bei Coop streikten die Kassen, bei Kaseya hatten es die Angreifer offenbar auf weitere Unternehmen abgesehen.
Coop-Filialen in Schweden blieben heute wegen eines Hackerangriffs geschlossen
Coop-Filialen in Schweden blieben heute wegen eines Hackerangriffs geschlossen

Coop-Filialen in Schweden blieben heute wegen eines Hackerangriffs geschlossen

Foto: Jonas Ekstr?mer/TT / picture alliance / TT NYHETSBYR?N
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Die Supermarktkette Coop ist in Schweden Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Kette empfahl ihren Filialen laut Berichten des schwedischen Senders SVT, die Geschäfte am Samstag im ganzen Land nicht zu öffnen.

Ersten Erkenntnissen zufolge geht der Supermarkt nicht davon aus, dass er selbst das Ziel des Angriffs war. Möglicherweise könnten die Vorfälle in Zusammenhang mit einer größeren, internationalen Ransomware-Attacke stehen, schrieb die schwedische Nachrichtenagentur TT. Bei Ransomware-Attacken werden Daten auf Computern verschlüsselt. Die Angreifer verlangen meist Lösegeld für die Freigabe.

IT-Dienstleister von Ransomware-Angriff betroffen

Am Freitagabend habe es einen Angriff auf einen Dienstleister von Coop gegeben, der sowohl die normalen Kassensysteme als auch Selbstbedienungskassen der Supermärkte betraf, berichtete SVT . Man habe die ganze Nacht an den Problemen gearbeitet, sie jedoch noch nicht lösen können, sagte eine Sprecherin dem Sender.

Parallel haben es Hacker in einer Angriffswelle gleich auf Hunderte Unternehmen abgesehen. Sie nutzten eine Schwachstelle beim IT-Dienstleister Kaseya, um dessen Kunden mit Erpressungssoftware zu attackieren, die Daten auf Computern verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Wie Kaseya mitteilte, sind nach bisherigen Erkenntnissen etwa 40 Kunden betroffen.

REvil steckt offenbar hinter Angriff auf Kaseya

Der Schaden hätte weit größer ausfallen können: Das Unternehmen hat insgesamt mehr als 36.000 Kunden, mit dessen Programm VSA verwalten Unternehmen Softwareupdates in Computersystemen. Ein Eindringen in die VSA-Software kann den Angreifern also viele Türen auf einmal öffnen. Kaseya stoppte am Freitag seinen Cloud-Service und warnte die Kunden, sie sollten sofort auch ihre lokal laufenden VSA-Systeme ausschalten. Nach Angaben des Unternehmens waren Kunden des Cloud-Dienstes zu keinem Zeitpunkt in Gefahr und alle betroffenen Firmen griffen auf lokale VSA-Installationen zurück.

Kaseya sei zuversichtlich, die Schwachstelle gefunden zu haben, wolle sie demnächst schließen und die Systeme nach einem Sicherheitstest wieder hochfahren, hieß es. IT-Sicherheitsexperten ordneten die Attacke anhand des Software-Codes der Hackergruppe REvil zu, die auch hinter dem Angriff auf den Fleischproduzenten JBS vor rund einem Monat steckte.

Betroffene Firmen zahlen hohe Lösegelder

Attacken mit Erpressungssoftware hatten zuletzt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Nur kurz vor dem JBS-Fall stoppte ein Angriff dieser Art den Betrieb einer der größten Benzin-Pipelines in den USA und schränkte die Kraftstoffversorgung in dem Land vorübergehend ein. Den Hackern bringen solche Attacken Geld: JBS zahlte den Angreifern umgerechnet elf Millionen Dollar in Kryptowährungen, der Pipeline-Betreiber Colonial 4,4 Millionen Dollar. Allerdings konnten Ermittler wenig später gut die Hälfte des Colonial-Lösegelds beschlagnahmen.

Es ist auch bereits die zweite binnen weniger Monate bekannt gewordene Attacke, bei der Hacker über einen IT-Dienstleister in Systeme seiner Kunden eindringen konnten. Über Wartungssoftware der Firma Solarwinds waren Angreifer vermutlich zu Spionagezwecken in Computernetzwerke von US-Regierungsbehörden gekommen, unter anderem beim Finanz- und Energieministerium.

ene/dpa