Nach globalem IT-Ausfall BSI-Chefin will stärker auf Qualität von Produkten achten
BSI-Chefin Claudia Plattner bei einer Pressekonferenz am Freitag in Bonn
Foto:Stephane Nitschke / REUTERS
Vielerorts ging am Freitag gar nichts mehr. Ein fehlerhaftes Update sorgte für weltweite IT-Probleme. Krankenhäuser sagten Operationen ab, Flüge fielen aus, Fernsehsender hatten Schwierigkeiten.
Die Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, hat nun Maßnahmen angekündigt, um derartige Pannen künftig möglichst auszuschließen . »Es gibt ein paar Stellen und Hebel, an denen wir etwas tun können und auch müssen«, sagte sie dem Sender Phoenix.
Laut Plattner gehe es vor allem darum, bei den Herstellern deutlicher auf die Qualität der Produkte zu achten. »Da werden wir deutlich tiefer reinschauen«, sagte sie. In der jüngeren Vergangenheit sei bereits viel geschehen, um die Sicherheit zu erhöhen. »Der heutige Tag hat uns aber gezeigt, dass es in der Lieferkette durchaus noch einige Themen gibt, wo wir alle noch mehr machen müssen.«
Die BSI-Chefin schränkte jedoch auch ein: Eine absolute Sicherheit vor Ausfällen dieser Größenordnung könne niemand versprechen, sagte sie.
Der »Blue Screen of Death«, mit dem Microsoft Probleme signalisiert. Hier an einem Flughafen in New York
Foto:Yuki Iwamura / AP
Die Panne hatte am Freitag weltweit Unternehmen getroffen, die Windows von Microsoft nutzen. Ursache war nach Angaben der US-Cybersicherheitsfirma Crowdstrike ein fehlerhaftes Update ihres Virenschutzprogramms Falcon. Die Auswirkungen waren enorm und bis an Supermarktkassen zu spüren. In den USA stoppte die Luftfahrtaufsicht Flüge von Airlines wie United, American und Delta.
Laut Crowdstrike kein Sicherheitsvorfall
Crowdstrike betonte, dass es sich nicht um eine Cyberattacke und auch nicht um einen Sicherheitsvorfall gehandelt habe. Das Problem sei erkannt und behoben worden. Die IT-Sicherheitsfirma verwies ihre Kunden auf ein neues Update. Doch es gab auch danach noch Probleme: Die Fluggesellschaft Eurowings gab erst am Abend Entwarnung: Für Samstag ist demnach die Rückkehr in den Normalbetrieb geplant.
Aufgrund der Konzentration in der Softwareindustrie kommt es immer wieder vor, dass zahlreiche Unternehmen von Problemen einzelner Anbietern getroffen werden. So war zum Beispiel eine Cyberattacke auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya im Jahr 2021 bis nach Schweden zu spüren, wo die Supermarktkette Coop fast alle Läden schließen musste.