Edle Smartwatch: Die Asus Zenwatch im Test
Asus Zenwatch im Test Google-Uhr im Edel-Look
Mit der Zenwatch legt Asus eine typische Google-Uhr vor: mit Android Wear-Betriebssystem, nachladbaren Apps und eingebautem Pulsmesser. Ein Computer am Handgelenk. Optisch aber hat sich der taiwanesische Konzern nicht vom Kunststoff-Einerlei der Konkurrenz verführen lassen. Er setzt auf teuer wirkende Materialien, wie ein Lederamband und ein Metallgehäuse.
Trotzdem gehört die Zenwatch mit einem Listenpreis von 229 Euro zu den günstigeren Smartwatches - falls man überhaupt eine bekommt. Gerade mal 50 Exemplare der im September vorgestellten Uhr bot der Hersteller Mitte Dezember in seinem Onlineshop an. Zum Jahresbeginn wird das Gerät noch als nicht lieferbar gemeldet. Doch das soll sich bald ändern.
Die Zielgruppe der Uhr sind gesundheitsbewusste Anwender, die intensiv ihr Smartphone nutzen und Wert auf Design legen. So haben die Asus-Designer einen Streifen roségoldfarbenen Metalls in den Rahmen der Smartwatch eingesetzt, der einen interessanten farblichen Akzent setzt.
Vor allem aber wird die Uhr mit einem Lederarmband geliefert, das weicher und insgesamt hochwertiger ist als beispielsweise jenes der G Watch R. Das führt dazu, dass sich die Zenwatch am Arm sehr angenehm anfühlt. Die Länge des Armbands ist schnell verstellbar und reicht auch für kräftige Handgelenke aus.
Bitte bald nachladen
Um ein bisschen Fummeln kommt man bei der Asus-Uhr allerdings nicht herum. Der Grund: Die winzige Einschalttaste ist etwas seitlich versetzt an der Unterseite angebracht und kaum erreichbar, wenn man die Uhr trägt. Das Display mit 320 x 320 Pixeln leuchtet hell genug und zeigt kräftige Farben - und es ist quadratisch. Das sieht nicht ganz so hip aus wie die runden Bildschirme der Moto 360 und der G Watch R. Dafür lassen sich Texte drauf besser lesen als auf runden Bildschirmen. Besser, nicht gut.
Zur Stromaufnahme liegt der Zenwatch ein Ladeadapter bei, der an einer Reihe von Metallkontakten am Gehäuse andockt und mit jedem USB-Ladegerät funktioniert. Auf dieses Zubehör sollte man gut acht geben, denn der Akku der Asus-Uhr hielt im Test selten länger als zehn bis zwölf Stunden durch. Nachts muss die Zenwatch geladen werden. Das ist der Preis, den man für die Funkionsvielfalt zahlen muss.
Ungewöhnlicher Pulsmesser
Wie alle Smartwatches mit Googles Betriebssystem Android Wear kann man Apps in den Speicher der Uhr laden, die aber meistens auf eine Bluetooth-Verbindung zu einem Android-Handy angewiesen sind. Eine Ausnahme ist der integrierte Musik-Player, der über ein Bluetooth-Headset Songs abspielen kann, die man zuvor in den 4-GB-Speicher der Uhr geladen hat.
Vor allem aber hat Asus die Zenwatch auf Fitness-Kontrolle ausgelegt. Die Smartwatch bietet eine eigene Wellness-App, als Alternative zu Google Fit und ähnlichen Programmen. Neben Bewegungsdaten liest sie beispielsweise Aufzeichnungen des Pulsmessers aus, der bei der Zenwatch anders funktioniert als bei der Konkurrenz. Statt optisch auf der Rückseite, wird der Puls elektrisch auf der Gehäusefront gemessen. Dazu legt man Zeige- und Mittelfinger auf den Metallrahmen des Bildschirms.
Fazit
Die Zenwatch versucht mit ihrem Design davon abzulenken, dass sie technisch nicht viel mehr bietet als andere Smartwatches mit Google-Betriebssystem. Ein paar zusätzliche Funktionen und ein besonderer Look heben sie von der Masse ab, mehr nicht. Wer eine Android-Uhr kaufen will, kann sich aufgrund der ähnlichen Funktionen von Google-Uhren ganz darauf beschränken, sein Lieblingsmodell mit Blick auf Preis und Design zu wählen.
Weil die Zenwatch weniger nach Armbandcomputer und mehr nach Uhr aussieht als viele Konkurrenzangebote, dürfte das Gerät einige Interessenten für sich gewinnen. Erst recht, weil man für das edle Design nicht mal einen Aufpreis zahlen muss.