Fitbit Charge HR im Test - DER SPIEGEL
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Fitness-Tracker misst Herzfrequenz: Fitbit Charge HR im Test

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Fitbit Charge HR im Test Dieses Armband misst Ihren Puls - immer

Es gibt viele Smartwatches und Fitness-Tracker, die auf Wunsch den Puls messen. Das neue Fitbit Charge HR erfasst ihn gleich 24 Stunden am Tag. Wir haben ausprobiert, was das bringt und wie lange das Gerät durchhält.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für sein neues Fitness-Armband Charge HR verspricht fünf Tage Akkulaufzeit. Das ist eigentlich keine große Leistung, andere Fitness-Tracker halten bis zu 14 Tage mit einer Akkuladung durch. Doch diese Gadgets haben auch nicht das, was das Charge HR auszeichnet: einen Sensor, der rund um die Uhr den Puls seines Trägers misst.

Der Nutzen: Indem das Gerät zusätzlich zu den Bewegungsdaten die Herzfrequenz misst, kann es besser abschätzen, wie viele Kalorien man im Laufe des Tages oder während einer sportlichen Aktivität verbraucht hat. Eine sinnvolle Angabe, wenn man beispielsweise Sport treibt, um abzunehmen.

Außerdem kann man die Herzfrequenz nutzen, um auf einem definierten Leistungsniveau zu trainieren. Wenn man darauf achtet, die Herzfrequenz während des Trainings in einem bestimmten Bereich zu halten, lässt sich je nach Intensität die Fettverbrennung steigern und das Herz-Kreislaufsystem stärken.

Nach halbvoll kommt ganz leer

Herzfrequenzmessungen verbrauchen allerdings vergleichsweise viel Energie. Beim Charge HR beispielsweise müssen zwei LEDs aufleuchten, die mit ihrem Licht Veränderungen in der Haut sichtbar machen. Die Änderungen entstehen, wenn sich Kapillaren im Rhythmus des Herzschlags ausdehnen und wieder zusammenziehen. Ein Sensor zeichnet diese Änderungen im reflektierten Licht auf und die Elektronik des Armbands berechnet daraus die Herzfrequenz.

Beim ersten Testlauf hielt der Akku trotz des beträchtlichen Aufwandes für die Messungen volle fünf Tage durch. Nachdem ich das Armband am Montagvormittag angelegt hatte, meldete es erst am Freitagabend Energiebedarf. Nachts aufgeladen und am Samstagmorgen wieder angelegt, schafft es in der zweiten Runde leider nur noch zweieinhalb Tage. Schon am Montagvormittag erreichte mich eine automatisch verschickte E-Mail: "Der Akkustand von Charge HR ist niedrig."

Ähnlich ungleichmäßig zeigte sich die Akkuleistung auch in den folgenden Wochen: Mal schaffte das Charge HR volle fünf Tage, mal drei. Verglichen mit einer Smartwatch, die in der Regel nach einem Tag an die Steckdose muss, sind das trotzdem gute Werte. Dass es aber auch besser geht, zeigt das Jawbone Up24, das bis zu 14 Tage mit einer Akkuladung durchhält. Die Akkustandsanzeige in der Fitbit-App ist leider wenig hilfreich, sie kennt nur drei Zustände: voll, halbvoll und leer.

Der Trick mit dem Doppeltipp

Auf dem winzigen Bildschirm des Charge HR lassen sich die aktuellen Fitnessdaten nacheinander anzeigen, indem man auf einen kleinen Knopf drückt. Neben der Herzfrequenz lassen sich die Uhrzeit, die Schrittzahl, der Kalorienverbrauch und ähnliches abrufen. Welche Daten man dort in welcher Reihenfolge lesen will, lässt sich in der Fitbit-App einstellen.

Ein nützliches Extra: Für einen dieser Werte lässt sich festlegen, dass er ohne Knopfdruck angezeigt wird. Stattdessen recht es, zweimal mit einem Finger aufs Display zu klopfen. So kann man etwa bei Joggen schnell die Herzfrequenz prüfen und sein Lauftempo entsprechend dem Zielwert anpassen.

Im Übrigen dient die App als Sammelstelle für die mit dem Armband aufgezeichneten Daten. Die Darstellung der Messwerte ist übersichtlich, für jede Kategorie werden der aktuelle Wert sowie die Gesamtwerte der vergangenen Woche grafisch und tabellarisch angezeigt.

Wie bei anderen Anbietern gibt es auch hier ein integriertes soziales Netzwerk, in dem man sich mit Fitbit-Nutzern vernetzen soll, sie "anfeuern" oder "verspotten". Ebenso kann man sich mit ihnen messen. Dieser Wettkampfaspekt soll motivieren, setzt aber voraus, dass man der App Zugriff auf sein Adressbuch gibt, damit Fitbit einem Datenabgleich mit seiner Nutzerdatenbank durchführen kann.

Fazit

Das Fitbit Charge HR ist ein Fitness-Armband für ambitionierte Hobbysportler und Brustgurthasser. Indem das 150 Euro teure Gerät kontinuierlich den Puls misst, ermöglicht es ein gezielteres Training und eine bessere Auswertung von Bewegungsdaten.

Weil es auch das Schlafverhalten aufzeichnet, ermöglicht es eine kontinuierliche Selbstvermessung. Wer das konsequent durchziehen will, muss das Gerät 24 Stunden am Tag eng am Handgelenk tragen, was nicht jedermanns Sache ist. Ein echter Nachteil ist der Spezialanschluss für das USB-Ladekabel, in den keinen Standardstecker passen. So ist man zum Aufladen immer auf das Original-Ladekabel angewiesen.