Smarter Lautsprecher mit Display: Das ist Googles Nest Hub
Nest Hub im Test Googles Küchenradio Deluxe
"Sieht cool aus, aber was ist das?" Diese Frage habe ich in den letzten Tagen mehr als einmal gehört. Ich kann die Leute ja verstehen. Das Ding, das da auf meinem Küchenregal steht, sieht wirklich komisch aus: Irgendwie ein bisschen wie ein Tablet, aber mit einem viel zu fetten Standfuß, der sich nicht mal abnehmen lässt.
Zu erklären, was dieses Ding, der Nest Hub von Google, eigentlich ist, fällt nicht ganz leicht, weil er die Eigenschaften und Möglichkeiten verschiedener Geräte vereint.
Er ist ein Smartspeaker, nur mit einem Bildschirm, der ein bisschen wie ein Tablet funktioniert und außerdem als digitaler Bilderrahmen und Mini-TV taugt. Gesteuert wird er überwiegend mit Sprachkommandos, man kann aber auch auf dem Bildschirm wischen und tippen. Er ist also ein bisschen von allem. Und dafür ist er nicht teuer: Mit 129 Euro steht er bei Google in der Preisliste.
Smarter Lautsprecher mit Display: Das ist Googles Nest Hub
Ein paar Abstriche muss man dabei machen. Als Smartspeaker beispielsweise bietet er ähnliche Funktionen wie die Lautsprecher von Sonos oder Amazon, kann Musik beispielsweise von Spotify, Deezer und Google Music streamen. Die Klangqualität ist aber eher mittelmäßig, was an den kleinen Lautsprechern liegen dürfte. Als Küchenradio oder für den Nachttisch reicht das, zum bewussten Musikhören sollte man sich lieber etwas Größeres gönnen.
Der Bildschirm hingegen ist mit sieben Zoll groß genug. Eigentlich sogar genau richtig. Das kleine Ding passt lässig in die letzte freie Ecke meines Küchenregals, kann zur Not auch auf einem Apfelsaftkarton stehen. Die Informationen, die ich brauche, passen gut auf den kleinen Bildschirm. Schließlich kommuniziere ich mit dem Nest Hub in erster Linie, indem ich mit ihm rede. Beziehungsweise mit der Software Google Assistant.
Versteh mich nicht falsch
Eigentlich ist Googles Spracherkennung super. Wenn die Mikrofone meine Stimme korrekt aufzeichnen, gibt es keine Fehler. Aber im Test haben sie beispielsweise immer dann versagt, wenn ich mit dem Rücken zum Nest Hub stand, was in einer Küche nicht ungewöhnlich ist. Von Amazons Echo-Lautsprechern bin ich eine höhere Genauigkeit gewöhnt.
Trotzdem ist der Nest Hub für mich das perfekte Küchenradio. Zum einen, weil ich damit beim Kochen Musik hören kann. Nicht gerade in Highend-Qualität, aber laut genug, um die Dunstabzugshaube zu übertönen.
Wie geht noch mal Shakshuka?
Vor allem aber, weil mir der Google Assistant Kochrezepte so vorlesen kann, dass ich sie nachkochen kann, ohne ständig auf den Bildschirm gucken zu müssen. Ich sage einfach: "Google, zeig mir Rezepte für Shakshuka", wähle per Fingertipp das gewünschte Rezept und lasse mir Stück für Stück vorlesen, welche Zutaten ich wie zubereiten soll.
Wenn ich an einer Stelle mal nicht weiter weiß, lasse ich mir eben per YouTube-Video zeigen, wie man zum Beispiel Tomaten schält. Schließlich taugt der Bildschirm zu mehr als bloß für Kochrezepte. Die Bildqualität ist durchaus überzeugend. Einen Netflix-Film würde ich mir auf dem kleinen Ding nicht anschauen wollen, aber für kurze Videos ist er groß genug. Nebenbei kann man ihn auch als digitalen Bilderrahmen nutzen, wenn man so etwas mag.
Was man allerdings nicht machen kann - und das hat mich zunächst gewundert - sind Videochats. Eigentlich könnte man das von einem so smarten Gerät samt Bildschirm erwarten. Aber Google hat, womöglich in weiser Voraussicht, keine Kamera eingebaut. Damit fällt nicht nur die Möglichkeit weg, Videochats zu führen, sondern man muss auch keine Angst haben, dass man womöglich über eine Kamera beobachtet werden könnte.
Fazit
Wie schon die Google-Home-Lautsprecher ist auch der Nest Hub im Grunde nichts anderes als ein Gerät, das den Google Assistant im Haus nutzbar macht. Nur dass er eben einen Bildschirm hat, was die Einsatzmöglichkeiten erweitert.
Für mich ist er der ideale Smartspeaker für die Küche, weil er so gut Kochrezepte vorlesen und leidlich gut Musik abspielen kann. Auch auf dem Nachttisch macht er eine gute Figur, ist als Digitalwecker aber eigentlich überdimensioniert. Im Wohnzimmer könnte man ihn als digitalen Bilderrahmen und zur Smart-Home-Steuerung nutzen, sollte zum Musikhören aber lieber etwas anderes verwenden. Der Nest Hub kann eben vieles, aber nicht alles gleich gut.