Huawei-Notebook im Test: Das ist das Matebook 13
Huaweis neues Notebook im Test Mucki-Matebook mit Links-Rechts-Schwäche
Nachdem Huawei das Matebook 13 Anfang Januar auf der Tech-Messe CES vorgestellt hatte, argwöhnten viele, das sei doch wieder bloß ein MacBook-Air-Klon. Das sehe ich anders. Klar, das neue Gerät ist klein und leicht, und es hat ein Aluminiumgehäuse, wenige Anschlüsse sowie eine schwarze Tastatur. Auf ihm läuft aber auch Windows 10 statt macOS. Und außerdem hat es ein völlig anderes Design und potenziell mehr Leistung als ein MacBook Air.
Denn im größeren der beiden angebotenen Modelle hat Huawei statt eines Core-i5-Prozessors, wie im MacBook Air, den leistungsstärkeren Core-i7-Prozessor von Intel verbaut. Er steckte auch in meinem Testgerät und sorgte bei allen getesteten Apps für geschmeidiges Arbeiten. Nur aufwendige Videobearbeitung und sehr grafiklastige Spiele sollte man darauf lieber nicht ausprobieren. Bei solchen Anwendungen gehen der Prozessor und vor allem die Grafikkarte in die Knie.
Die Ausstattung mit Speicherplatz ist, gemessen an den Preisen, gut. Das Matebook 13 mit Core-i5-Prozessor und 256 Gigabyte (GB) SSD kostet 999 Euro, die getestete Variante mit Core-i7-Chip und 512 GB SSD ist 200 Euro teurer. Bei Apple müsste man allein für das Upgrade der SSD von 256 GB auf 512 GB 250 Euro bezahlen - ohne den schnelleren Prozessor.
Beim Arbeitsspeicher ist Huawei nicht so flexibel, er ist mit 8 GB bei beiden Modellen ebenso groß wie in der Grundversion des MacBook Air. Allerdings kann er beim Matebook 13 nicht erweitert werden. Wer oft mit mehreren Apps parallel arbeitet, kommt so rasch an die Grenzen.
Huawei-Notebook im Test: Das ist das Matebook 13
Schnelles Tippen ist mit dem Matebook 13 eine Leichtigkeit. Die flache Tastatur liefert ein angenehm weiches Schreibgefühl, sie reagiert schnell und direkt - und ist leiser als Apples ultraflache Notebook-Tastatur. Für den Einsatz abends im Zug oder nachts im Flugzeug ist die Tastatur dezent beleuchtet. Die Helligkeit lässt sich in zwei Stufen regeln.
Außerdem ist das Notebook insgesamt etwas schmaler als beim Apple-Pendant. Zum einen, weil der Rahmen um den Bildschirm etwas dünner ist, zum anderen, weil Huawei die Lautsprecher statt neben der Tastatur unten im Gehäuse angebracht hat. Auf den Klang hat das kaum Auswirkungen, außer man stellt das Gerät auf einen Teppich - dann wird der Sound muffig.
Schön scharf, aber zu schnell schlapp
Schön scharf und kontrastreich ist der 13-Zoll-Bildschirm. Dessen Auflösung ist mit 2160 x 1440 Pixeln hoch genug, damit Schriften glatt dargestellt und in Fotos auch feine Details angezeigt werden. Für normale Umgebungen reicht auch die Helligkeit aus. Während des Tests im Büro hatte ich die Regler dafür allerdings fast immer auf die höchste Stellung gezogen. Ich fürchte deshalb, dass die Beleuchtung bei Sonnenlicht nicht mehr ausreicht.
Der Test der Akkulaufzeit brachte zwei sehr unterschiedliche Ergebnisse: Im Dauerlauf mit einem Video, das in einer Endlosschleife abgespielt wurde, lief das Matebook 13 gut achteinhalb Stunden, bevor es sich mit leerem Akku abschaltete. Im Dauereinsatz mit Textverarbeitung, Websurfen und E-Mails meldete es allerdings schon nach fünfeinhalb bis sechs Stunden einen Energiemangel. Dieses Ergebnis ist eher mäßig - einen ganzen Arbeitstag auf Akkustrom hält das Gerät nicht durch.
Beim Aufladen fiel mir dann eine skurrile Besonderheit auf: Die beiden USB-C-Buchsen, links und rechts am Gerät, arbeiten vollkommen unterschiedlich. So kann man den Akku nur über den linken Anschluss aufladen, dort aber keine Monitore anschließen. Rechts hingegen gibt es zwar ein Videosignal. Doch wenn man dort das Netzteil anschließt, erscheint eine Fehlermeldung auf Chinesisch, die offenbar darauf hinweist, dass das nicht geht.
Fehlermeldung auf dem Matebook 13
Foto: SPIEGEL ONLINEEine solche Kombination habe ich bisher noch bei keinem anderen Notebook bemerkt. Ein Nachteil der Konstruktion: Man muss immer beide Anschlüsse verwenden, wenn man das Matebook 13 mit einem externen Monitor benutzt - einen für den Bildschirm, einen für das Netzteil. Bei anderen Notebooks reicht ein Kabel, um Videosignale und Strom gleichzeitig zu übertragen.
Fazit
Das Matebook 13 ist ein wunderbares Notebook zu einem sehr attraktiven Preis. Doch während es bei Leistung, Tastatur, Speicherplatz und Bildschirm auftrumpfen kann, leistet es sich eine Akkuschwäche und unnötige Beschränkungen bei der Funktion seiner USB-C-Buchsen.