iFixit: Im Inneren des Highend-Macs
Mac Pro Experten zerlegen Apples Rechen-Röhre
Wenn die Schrauber von iFixit neue Apple-Geräte auseinandernehmen, um deren Reparierbarkeit zu bewerten, geht es für den kalifornischen Konzern meist schlecht aus. 2011 monierten die iFixit-Experten die Spezialschrauben, mit denen Apple seither einige Geräte verschließt. Dem neuen iPad mini mit Retina-Display gaben sie nur zwei von zehn möglichen Punkten. Sie attestierten dem kleinen Tablet, dass es kaum zu reparieren sei. Kaum besser erging es dem iMac-Modell von 2012, das mit nur drei Punkten bedacht wurde. Da erschien einer Wertung von sechs Punkten für das iPhone 5s fast schon gut.
Jetzt haben sich die erfahrenen Techniker an Apples jüngster Hardware versucht, dem neuen Mac Pro . Das ist ein Computer für Profis, der reichlich Rechenleistung für aufwendige Arbeiten wie CAD, 3-D-Design, Video-, Musik- und Bildbearbeitung bereitstellen soll. Bisher steckten solche Highend-Rechner meist in großen, klobigen Kisten.
Der Mac Pro sieht ganz anders aus, Apple-Designer Jonathan Ive hat ihn in einer Art Blechröhre verpackt. Der Mac Pro hat mit herkömmlichen Profi-PC vor allem das gemeinsam: Er ist teuer. Das Einstiegsmodell kostet 3000 Euro, mit ein paar Upgrades kann man aber auch knapp 10.000 Euro dafür ausgeben. Ein knallrot lackiertes Einzelstück brachte bei einer Versteigerung fast eine Million Dollar ein.
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Das ungewöhnliche Design legt nahe, dass es nicht leicht sein kann, an die Komponenten im Inneren der Metallröhre heranzukommen. Das runde Gehäuse lässt sich per Knopfdruck öffnen und gibt den Blick auf die Bauteile des Computers frei.
Im Kern des Computers befindet sich ein großes dreieckiges Kühlelement, an dem von drei Seiten der Hauptprozessor und die beiden Grafikkarten montiert sind. Diese Konstruktion ist der Trick, weshalb der Mac Pro sehr leise arbeiten kann: Ein großer Lüfter am Boden des Rechners fächert dem Kühler Frischluft zu, muss dabei aber nicht sonderlich aufdrehen.
Die Speicherbausteine seien besonders leicht aufzurüsten, urteilt iFixit. Bis zu 64 GB fasst der Rechner. Ebenso leicht könne man den Flash-Speicher, der als Festplattenersatz eingebaut ist, wechseln. Mit etwas mehr Schrauberei sei sogar der Hauptprozessor austauschbar. Auch die Grafikkarten ließen sich einfach auswechseln. Hier gibt es allerdings eine gewaltige Einschränkung: Wegen des Gehäuse-Designs passen Standardgrafikkarten nicht in den Apple-Rechner.
Nur Unerschrockene sollten selber aufrüsten
Trotzdem biete der Aufbau dem Anwender reichlich Möglichkeiten, den Rechner selbst aufzurüsten, heißt es im Fazit von iFixit. Unerschrockene Anwender könnten durchaus zur günstigsten Variante des Mac Pro greifen, und ihn selbst mit mehr Speicher und einem schnelleren Prozessor aufrüsten.
Aber eben nur die. Alle Übrigen könnten ohne Reparaturhandbuch dann doch an den sehr eng verlegten Apple-spezifischen Kabeln und Steckern scheitern. Und dann wäre womöglich eine Reparatur nötig. Doch die ließe sich von einem Techniker vergleichsweise leicht durchführen, denn die Reparierbarkeit des neuen Macs beurteilt iFixit ungewöhnlich gut mit acht von zehn Punkten.