Microsoft Surface Headphones im Test: Windows auf die Ohren - DER SPIEGEL
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Kopfhörer-Check: Microsoft Surface Headphones im Test

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Microsoft Surface Headphones im Test Windows auf die Ohren

Microsoft bringt seinen ersten kabellosen Kopfhörer auf den Markt. Kann es der Konzern mit Konkurrenten wie Bose und Sony aufnehmen?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Microsoft wagt sich mit den Surface Headphones reichlich spät in einen Markt, der längst von anderen dominiert wird. Ausgehend von seinen Headsets für Piloten hat der Hifi-Konzern Bose bereits 2000 die ersten Kopfhörer auf den Markt gebracht, die Außengeräusche mit elektronischen Tricks minimierten. Seither wurde das Konzept von etlichen anderen Firmen dutzendfach adaptiert - und nun eben auch von Microsoft.

Die Surface Headphones fallen erst mal durch ihr Design auf. In mattem Hellgrau lackiertes Plastik dominiert über einige Aluminiumakzente. Wer diese Kopfhörer aufsetzt, fällt auf. Ihr Tragegefühl ist angenehm, die Ohrmuscheln legen sich sanft um die Ohren, der dick gepolsterte Kopfbügel verteilt das Gewicht gut über den Kopf.

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Kopfhörer-Check: Microsoft Surface Headphones im Test

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Erstaunlich für Kopfhörer dieser Preisklasse ist, dass die Surface Headphones im kabellosen Betrieb nur herkömmliche Bluetooth-Audio-Übertragungen ermöglichen. Sie beherrschen weder das von Apple präferierte AAC-Format, noch den auf Android-Smartphones vielfach verwendeten aptX-Standard, die beide eine bessere Audioqualität bei Bluetooth-Verbindungen ermöglichen. Microsoft verschenkt damit einen Teil des Klangpotenzials seiner Kopfhörer.

Trotzdem überraschen Microsofts Kopfhörer mit einem klaren Hifi-Sound, der Bässe dick und manchmal etwas zu weich, Höhen klar und trocken präsentiert. Nur im Mittenbereich fehlt mir, beispielsweise bei "Space Lord" von Monster Magnet, etwas Druck. Die Stereowiedergabe wiederum ist hervorragend und bildet etwa den Flanger-Effekt im E-Piano von Vulfpecks "Dean Town" sehr schön plastisch ab.

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Microsoft Surface Headphones

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Nicht ganz so perfekt arbeitet die Geräuschunterdrückung. Zwar schirmen die weichen Ohrpolster Außengeräusche schon passiv recht gut ab, und das elektronische System schafft es, beispielsweise das Triebwerksdröhnen in einem Flugzeug auszublenden. Ganz so beeindruckend wie beispielsweise bei Bose-Kopfhörern klappt das aber nicht.

Dafür ist die Akkuleistung ordentlich. Eine 13 Stunden lange Zugfahrt hielten die Surface Headphones mühelos durch, sie hatten danach noch Reserven. Und wenn man sie aufladen will, erledigt man das zeitgemäß per USB-C-Kabel. So ist der Akku im besten Fall nach zwei Stunden an der Steckdose wieder voll.

Etwas empfindlich

Positiv fällt auch das Bedienkonzept auf. Um die Ohrmuscheln sind drehbare Ringe angebracht. Mit dem rechten regelt man die Lautstärke, mit dem linken die Intensität der Geräuschminderung. Die geht ab einem gewissen Punkt dazu über, Außengeräusche sogar verstärkt an die Ohren weiterzuleiten - ein ungewöhnliches Feature.

Sensorflächen auf den Ohrmuscheln ermöglichen einen Aufruf des Google Assistant oder von Siri und die Steuerung von Musik und Anrufen. Schön wäre es, hier die Empfindlichkeit regeln zu können, denn die Flächen reagieren beispielsweise auch dann, wenn man im Liegen versehentlich mit dem Arm darüberwischt.

Sehr gut klappt dagegen das Zusammenspiel mit mehreren Geräten. Die Surface Headphones merken sich bis zu zehn Verbindungen. Im Test klappte das problemlos mit einem Windows-PC, einem Mac-Computer, einem iPhone sowie einem Android-Handy. Software-Updates können derzeit leider nur via Windows 10 eingespielt werden. Theoretisch geht das zwar auch per Cortana-App für iOS und Android, doch die ist in Deutschland nicht verfügbar.

Fazit

Der Einstand ist Microsoft gelungen, fulminant ist er nicht. Während der Sound der Surface Headphones sicher viele Freunde finden wird - auch jenseits des Windows-Ökosystems -, könnte die Geräuschunterdrückung noch verbessert werden. Zumal Microsofts Kopfhörer mit einem Listenpreis von 380 Euro kein Schnäppchen sind. Konkurrenzprodukte wie Sonys WH-1000X M3 bekommt man zumindest einige Zehner billiger.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort