Runtastic Orbit im Test - DER SPIEGEL
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Orbit: Das Fitness-Armband von Runtastic

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Fitness-Armband Orbit im Test Ein zweites Bildschirmchen für Runtastic

Millionen Menschen nutzen die Fitness-Apps von Runtastic. Jetzt bietet das Unternehmen seinen Kunden auch noch das Orbit-Armband an, mit dem sie ihre Aktivitäten rund um die Uhr messen können. Wir haben das Sport-Gadget getestet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit Fitness-Apps hat sich das österreichische Unternehmen Runtastic in den fünf Jahren seit seiner Gründung eine gewaltige Kundschaft geschaffen. Mehr als 85 Millionen Mal wurden Runtastic-Apps heruntergeladen, mehr als 40 Millionen Nutzer haben sich registriert. Seit einiger Zeit bietet das Unternehmen auch Hardware an: Pulsmesser, GPS-Uhren, elektronische Waagen. Jetzt kommt ein weiteres Gadget dazu: der Fitness-Tracker Orbit.

Das Linzer Unternehmen folgt damit einem Trend: Geräte mit denen man seine körperlichen Aktivitäten aufzeichnen und per App auswerten kann, sind offensichtlich so populär, dass sie ihren Herstellern fette Gewinne einbringen. Als der US-Hersteller Fitbit 2013 ein Fitness-Armband nach Berichten über Hautreizungen zurückrufen musste, wurde bekannt, dass er davon binnen weniger Monate allein in den USA rund eine Million Exemplare verkauft hatte. Einige davon wahrscheinlich auch an Runtastic-Kunden.

Genau die will Runtastic jetzt mit dem Orbit selbst bedienen, mit einem Fitness-Tracker also, der mit den hauseigenen Apps kommunizieren kann. Anderen Aktivitätsmessern ist das bisher verwehrt, weil die Firma ihre Software-Schnittstellen nicht für Drittanbieter öffnet. Einzig mit dem auf Online-Kalorienzähler MyFitnessPal gibt es eine Kooperation. Darin unterscheidet sich Runtastic von Konkurrenten wie Jawbone, die ihre UP-Armbänder für Entwickler geöffnet haben, sodass sich diverse Fitness-Dienste wie MapMyFitness, Apps wie RunKeeper und Zubehör wie die W-Lan-Waage von Withings damit kombinieren lassen.

Mini-Bildschirm am Arm

Funktional unterscheidet sich Runtastics Orbit zunächst nicht von vergleichbaren Geräten: Er zeichnet jede Bewegung auf, solange man ihn bei sich trägt. Dazu kann man ihn wahlweise einfach in die Hosentasche stopfen, mit einem Clip an der Kleidung befestigen oder mit einem Armband am Handgelenk tragen. In dieser Variante erfüllt er nebenbei auch die Funktion einer Uhr, da er mit einem Mini-Bildschirm bestückt ist.

Auf dem Bildschirm kann man sich auf Knopfdruck neben der Uhrzeit auch die bisher zurückgelegten Schritte, den berechneten Kalorienverbrauch und weitere Daten anzeigen lassen. Mit den Möglichkeiten einer Smartwatch sollte man das aber nicht verwechseln, dazu ist er zu klein. Fünf Zeichen passen auf das monochrome Display, Texte will man drauf nicht lesen. Problematisch ist, dass der Bildschirm bei hellem Sonnenlicht kaum noch ablesbar ist.

Vorsicht vor dem Doppelleben

Das Auslesen und Verwalten der Messdaten übernimmt die neue App "Runtastic Me". Sie bereitet die Daten zu hübschen Grafiken auf und arbeitet auch die mit der Runtastic-App aufgezeichneten Trainingsdaten ein. In der uns vorliegenden Version, die seit dem 31. Juli im App Store verfügbar ist, tat sie das auch weitgehend problemlos. Zu beachten ist, dass man den Orbit stets nur mit einem Gerät verbinden darf, da die App die Messwerte lokal auf dem Gerät selbst sichert und nicht mit anderen Geräten abgleicht oder gar in einen Cloud-Speicher hochlädt.

Im Test sorgte das anfänglich für Verwirrung, weil die App ihre Daten wechselweise einem iPhone und einem iPad zuschob. Das Resultat war, dass jedes der beiden Geräte nur einen Teil der Messwerte bekam, der Orbit, das iPad und das iPhone zu vollkommen unterschiedlichen Tagesergebnissen kamen. Eine geräteübergreifende Synchronisation dieser Daten wäre wünschenswert.

Mini-Bildschirm als Second Screen

Wie viele andere Fitness-Tracker kann der Orbit auch das Schlafverhalten vermessen. Laut Hersteller soll ihm das besser gelingen als der Konkurrenz. Dazu habe man einige Mitarbeiter sogar mit Prototypen ins Schlaflabor geschickt. Zumindest lässt sich feststellen, dass sich die Ergebnisse von denen anderer Geräte unterscheiden. Schade nur, dass die App keine Aufschlüsselung der Schlafphasen liefert, sondern lediglich die Gesamtschlafdauer und die "Schlafeffizienz" angibt.

Eine Besonderheit ist, dass sich der Orbit auch als zweiter Bildschirm für die Runtastic-App nutzen lässt. Sobald man die App auf seinem Smartphone startet, verbindet sie sich per Bluetooth mit dem Gerät am Armband. Während des Trainings kann man sich dann Daten der App auf dem kleinen Bildschirm anzeigen lassen. Das ist ein hübscher Zusatznutzen und dürfte noch interessanter werden, wenn weitere Apps an den Orbit angepasst werden.

Fazit

Der Orbit dürfte vor allem Runtastics Bestandskundschaft erfreuen, weil er die einzige Möglichkeit ist, sich innerhalb des Ökosystems der Firma selbst zu vermessen. Gegenüber der Konkurrenz zeichnet er sich durch seine Wasserdichtigkeit bis zu hundert Metern Tiefe und die Zusammenarbeit mit der Runtastic-App aus. Der Akku hielt im Test rund fünf Tage durch. Schade ist, dass sich die Daten des kleinen Geräts nicht mit externen Fitness-Portalen, Apps und Geräten verknüpfen und nur auf einem Gerät nutzen lassen. Aber das sind Möglichkeiten, die per Software-Update nachgeliefert werden könnten - und sollten.