Vodafone Secure Call: - DER SPIEGEL
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Vodafone Secure Call Krypto-App verschlüsselt Handy-Telefonate

Die Angst vor Überwachung beschert Verschlüsselungs-Apps einen Boom. Gemeinsam mit den Experten von Secusmart hat Vodafone eine App entwickelt, die verschlüsselte Anrufe ermöglicht, die auch Sicherheitsbehörden verborgen bleiben sollen.
Secusmart-App: Keine Chance für Lauscher
Secusmart-App: Keine Chance für Lauscher

Secusmart-App: Keine Chance für Lauscher

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS
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Der Telekom-Konzern Vodafone und die Sicherheitsspezialisten der Firma Secusmart haben ihre App zum verschlüsselten Telefonieren fertiggestellt. Die App richtet sich vor allem an Unternehmen, die ihre Handy-Telefonate gegen Abhöraktionen schützen wollen.

"Der Bedarf ist auf jeden Fall da, sowohl bei Großkonzernen als auch im Mittelstand als auch bei kleinen Rechtsanwaltskanzleien", sagte der Geschäftsführer von Secusmart, Hans-Christoph Quelle, der Nachrichtenagentur dpa. "Unternehmen erkennen, dass ein hoher Nachholbedarf besteht", bestätigte der Firmenkunden-Chef bei Vodafone Deutschland, Philip Lacor. "Die Nachfrage nach Sicherheit bei unseren Kunden steigt."

Zur Computermesse Cebit, Mitte März in Hannover, soll das Programm veröffentlicht werden. Der Dienst kostet 15 Euro pro Nutzer im Monat. Die Gespräche werden dabei über die App geführt und verschlüsselt im Datennetz übertragen. Die Anwendung läuft auch auf Geräten anderer Mobilfunk-Anbieter - aber mindestens ein Telefon im Unternehmen muss einen Vodafone-Vertrag haben, aus Abrechnungsgründen, wie es heißt.

Unterstützt werden zunächst Apples iPhones sowie das Google-Betriebssystem Android. Verschlüsselte Gespräche zu Festnetz-Telefonen sind aus der App noch nicht möglich. Die Anwendung wird zunächst nur in Deutschland vermarktet.

Apps für verschlüsselte Handy-Telefonate gibt es bereits. Die US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation etwa gab den Apps Signal (iOS) / Redphone (Android) und Silent Phone im vergangenen Jahr gute Noten. Silent Phone  ist kostenpflichtig, Signal /Redphone  gibt es umsonst. Beide ermöglichen verschlüsselte Gespräche von Handy zu Handy, immer unter der Voraussetzung, dass auch der Gesprächspartner die entsprechende App installiert hat.

Secusmart rüstet auch die Bundesregierung aus

Vodafone und Secusmart hatten ihre App mit der Bezeichnung Vodafone Secure Call bereits im vergangenen Jahr auf der CeBIT angekündigt. Man habe versucht, sie möglichst einfach zu gestalten, erklärte Secusmart-Chef Quelle. "Die Sicherheit darf die gewohnte Nutzung nicht stören", sagte Quelle. Das sei eine Voraussetzung dafür, dass Menschen die Verschlüsselungs-App auch benutzen. "Wir brauchen eine Lösung, die einfach ist."

Zudem müssten die Angebote auf Standard-Geräten funktionieren, betonte Lacor. Secusmart sorgt auch für abhörsichere Handy-Gespräche bei der Bundesregierung. Dort wird die Technologie aber in Smartphones des neuen Secusmart-Eigentümers Blackberry integriert, die dann deutlich mehr als frei erhältliche Telefone kosten. An einer Version der mit Vodafone entwickelten App für Blackberrys wird ebenfalls gearbeitet.

Verschlüsselungs-Boom

Die App greift auf die Kontakte im Telefon zu, zudem kann eine Liste sicherer Kontakte in einer separaten Datenbank innerhalb der Anwendung angelegt werden. Der Datendurchsatz bei verschlüsselten Telefonaten über die App liegt bei 10 Kilobit pro Sekunde pro Richtung. Ein vergleichsweise geringer Wert, der helfen soll, die Begrenzungen von Internet-Flatrates einzuhalten.

Seit den Enthüllungen über die ausufernde Internet-Überwachung durch die NSA und andere Geheimdienste hat das Interesse an Verschlüsselungsprogrammen zugenommen. Populäre Apps wie WhatsApp bieten jetzt eine Komplett-Verschlüsselung an, andere Anbieter haben eigene Produkte auf den Markt gebracht.

Kein Zugriff durch Behörden

Einige Politiker wie der britische Premierminister David Cameron und der deutsche Innenminister de Maizière forderten bereits, dass Polizei und Geheimdienste auch verschlüsselte Kommunikation mitlesen können sollen.

Secusmart-Chef Quelle betonte, die neue App habe keine Hintertüren. "Wir verkaufen keine nicht-schusssicheren schusssicheren Westen", sagte er. Die Anwendung sei so aufgebaut, dass auch Vodafone und Secusmart keinen Zugriff auf die Schlüssel zum Sichern der Kommunikation haben. Diese Schlüssel würden nur auf den Handys der Nutzer gespeichert. Um Sicherheitsbehörden Zugriff zu geben, wären "massive Änderungen an der Software" nötig.

mak/dpa