Wales: Abgeordneter Jason O'Connell nutzt offenbar KI-Brille als Teleprompter für seine Rede - DER SPIEGEL
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Parlament in Wales Abgeordneter nutzt offenbar KI-Brille als Teleprompter für seine Rede

Fünf Minuten lang referierte Jason O'Connell im walisischen Parlament, ohne auf seine Notizen zu schauen. Womöglich ließ er sich dabei von seiner Brille helfen. Nun ist unter Parlamentariern eine Debatte entbrannt.
KI-Brille (Symbolbild)
KI-Brille (Symbolbild)

KI-Brille (Symbolbild)

Foto: Anke Waelischmiller / IMAGO

»Cardiff hat nach 933 Anträgen 192 Straßen überprüft und nur auf vier Strecken die Geschwindigkeitsbegrenzung wieder auf 30 Meilen pro Stunde zurückgesetzt«, sagte Jason O’Connell: »38,3 Millionen Pfund wurden für die Umsetzung dieser Politik verschwendet und bis zu 8,9 Milliarden Pfund sind ein Akt wirtschaftlicher Selbstzerstörung.«

Na, könnten Sie sich solche Statistiken für eine fünfminütige Rede im Parlament merken? Nein? Nun, Jason O’Connell konnte das womöglich auch nicht. Der Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei Reform UK hat im Parlament von Wales Berichten zufolge vor einigen Tagen eine makellose fünfminütige Rede gehalten, ohne auf seine Notizen zu schauen.

Beobachter verdächtigen ihn nun, Smart Glasses getragen zu haben. Die Gläser seiner Brille könnten dabei als Teleprompter gedient haben, berichtet etwa der »Guardian« . Ein Hinweis darauf: verdächtige Reflexionen, die auch in Aufnahmen der Rede zu sehen sind. Hinweise, dass die Brille Videoaufnahmen anfertigte, gibt es nicht.

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Den Berichten zufolge hat O’Connells Rede eine Debatte über den Gebrauch von Smart Glasses im Parlament angestoßen. Die Liberal Democrats hätten sich am Mittwoch schriftlich an den Sprecher des britischen Unterhauses gewandt, so der »Guardian«. Sie drängten Lindsay Hoyle demnach angesichts der »zunehmenden Nutzung von Smart Glasses« auf dem Parlamentsgelände zum Handeln.

Anna Sabine, medienpolitische Sprecherin der Liberaldemokraten, sagte, Smart Glasses könnten dazu führen, dass Debatten zunehmend »gesteuert« würden. »Inwieweit hängt die Qualität dessen, was ein Abgeordneter sagt, tatsächlich davon ab, was er über die KI-Brille wahrnimmt?«, sagte sie und fügte hinzu: »Das ist eine wirklich interessante Frage.« Mit Smart Glasses könne man womöglich auch unbemerkt Fotos oder Videos aufnehmen, so Sabine. Vertrauliche Gespräche könnten so gefährdet werden.

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O’Connell selbst hat bislang nicht erklärt, ob er tatsächlich Smart Glasses trug. Auf X postete er kürzlich lediglich ein Foto, auf dem er im Rahmen einer Charityaktion eine rosa Brille trägt. Dazu schrieb er, er teste eine neue Brille: »Anscheinend hat meine letzte für ganz schön Aufregung gesorgt! 😂🤓«

Eine Hamburgerin wurde heimlich im Bikini gefilmt, mit Smart Glasses. Wie sie sich erfolgreich gewehrt hat, lesen Sie hier. 

ptz