Angespielt: Dominique Pamplemousse - Detektiv-Abenteuer alter Schule - DER SPIEGEL
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Angespielt: "Dominique Pamplemousse"

Foto: Deirdra Kiai

"Dominique Pamplemousse" angespielt Ein Spiel wie aus einer anderen Welt

Dieses Spiel ist anders als alle anderen: "Dominique Pamplemousse" kommt daher wie ein alter Schwarzweißfilm, der Spieler begegnet Knetmännchen und hört verzerrte Polka. Ein abseitiges kleines Kunstwerk - erschaffen von einem einzelnen Menschen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fast erwarte ich Bildstörungen wie bei einem alten Fernseher. Das Bild ist leicht unscharf, schwarzweiß, und zeigt Figuren, die ich den zwanziger Jahren zuordnen würde. Und spätestens, wenn sie anfangen zu singen, fühle ich mich wie in einer Zeitmaschine. Ich bin dann in der Epoche und der Welt, in die mich "Dominique Pamplemousse" versetzen möchte. Und suche mit der namensgebenden Protagonistin - oder dem Protagonisten, so ganz klar wird das nicht - einen verschwundenen Teenie-Star.

Das Spiel ist im Kern ein Detektiv-Abenteuer alter Schule und funktioniert hauptsächlich über Dialoge, bisher nur auf Englisch. Es ist nicht sonderlich komplex oder gar schwierig. Wer sich durchfragt, wird nicht lange nachdenken müssen. Und doch ist "Dominique Pamplemousse" einzigartig. Weil es von seiner Schöpferin, der Amerikanerin Deirdra Kiai, im Alleingang programmiert, geschrieben, animiert und gesungen wurde. Und weil es so weit außerhalb aller Ästhetik steht, die man von Videospielen gewohnt ist. Selbst Indie-Titel wie "Gone Home" oder "Jazzpunk" bewegen sich in den Grenzen der Spiele. Sie benutzen bekannte Grafik und Räume, auch wenn diese anders benutzt werden als in herkömmlichen Spielen.

"Dominique Pamplemousse"  hingegen knüpft an ganz anderen Traditionen an. Bewegt Knetmännchen mit Stop-Motion-Animationen, singt in einer zerbrechlichen Stimme zu verzerrter Polka und spielt mit Geschlechterfragen, ohne diese allerdings groß zu thematisieren. Und immer wieder freue ich mich über die Ideen, über die Konsequenz, mit der ein tatsächlich sehr abseitiges Spiel vorgeht. Ich bewundere den Mut, ein ganz zerbrechliches kleines Werk zu schaffen, sich angreifbar zu machen. Sich in eine Welt zu wagen, die bisher immer noch auf Stärke setzt. Und nicht auf Verletzlichkeit.

"Dominique Pamplemousse" von Deirdra Kiai, für iOS, Windows, MacOs und Linux, ca. 4 Euro Download und Demo hier .