Angespielt: Kirby und der Regenbogenpinsel - DER SPIEGEL
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Angespielt: Kirby und der Regenbogenpinsel

Foto: Nintendo

Kirby und der Regenbogenpinsel Die rosa Spur der Niedlichkeit

Nintendos Spielfigur Kirby ist noch seltsamer als die anderen Bewohner des Mario-Universums. Nach zwanzig Jahren rollt die rosa Kugel jetzt auch durch die Wii U, diesmal als Knetfigur. Von ihrem Charme hat sie nichts verloren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ich ziehe eine Linie über das Wii-U-Gamepad, eine Linie in den Farben des Regenbogens. Danach stupse ich ein rosafarbenes Kugelwesen an, das sich an der Linie entlangbewegt und so über Hindernisse rollt, Gegnern ausweicht oder in versteckte Ecken des Levels kommt. Das Kugelwesen heißt Kirby.

Kirby ist seit mehr als 20 Jahren eines der merkwürdigsten Maskottchen von Nintendo. In rund 20 Spielen ist das Wesen der Protagonist, in anderen hat es Gastauftritte. Vom Gameboy bis zur Wii U führt eine rosa Spur der Niedlichkeit. Ein rosafarbener Ball mit Augen, fürchterlich niedlich und kariesfördernd süß. Vielleicht etwas für kleine Mädchen, aber für Erwachsene? Doch. Auch. Wirklich. Kirby-Spiele schaffen es nämlich, unter ihrer Niedlichkeit hervorragende Ideen zu verstecken. So auch hier.

Es fängt schon mit dem Aussehen an: Die Level wirken wie aus Knetmasse gebaut. So gut, dass man immer wieder versucht ist, sie anzufassen und zu spüren, denn sie sehen nicht nur so aus, sondern fühlen sich auch so an. Die Schwere des Materials ist spürbar, die Level wirken organisch, nicht wie am Computer gebaut.

Durch diese Welt führe ich Kirby. Nicht indem ich ihn mit Tasten lenke, sondern indem ich Wege zeichne und ihm immer wieder einen kleinen Stups gebe. Ich räume Knetwände mit dem Stift aus dem Weg, blockiere Energiestrahlen durch das Regenbogenband, das ich auf den Bildschirm male und das gleichzeitig als Weg über Unwägbarkeiten funktioniert. Immer wieder bekämpfe ich schwierigere Gegner, finde ihre Schwachstellen heraus. Manchmal stupse ich Kirby fester, damit er Dinge aus dem Weg rammt, manchmal versuche ich, ihn an Gefahrenstellen vorbeizulotsen. Dann freue ich mich über die Momente, in denen er sich in einen rosafarbenen Panzer verwandelt und Fliegen aus der Luft holt.

Und immer wieder frage ich mich, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass ich ich an einem Spiel mit einer rosafarbenen Kugel als Hauptfigur so viel Spaß haben kann.

Das sagen die anderen: Die meisten Rezensenten loben den Charme und die Gestaltung des Spiels. Machen finden es allerdings nicht abwechslungsreich genug, andere bemängeln, dass man ständig den Stylus in der Hand halten muss und zu oft auf das Gamepad statt auf den großen TV-Bildschirm blickt.


"Kirby und der Regenbogenpinsel" von Nintendo für Wii U, ca. 35 Euro; USK: ohne Altersbeschränkung