"Cosmochoria" im Test: Sanfter Trip ins Comic-All - DER SPIEGEL
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Angespielt: "Cosmochoria"

Foto: Nate Schmold

"Cosmochoria" angespielt Ein sanfter Trip ins Comic-All

So schön kann es sein, die Welt zu retten: "Cosmochoria" entführt den Spieler in ein niedliches Weltall mit netter Musik. Hier muss er sich als Gärtner und Astronaut beweisen - aber auch als Kämpfer gegen Feuerdrachen und andere Monster.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der kleine Astronaut steht auf einem neuen Planeten, er stellt seine Fahne auf. Ich lasse ihn säen und die ersten Pflanzen pflegen. Er wehrt Raumschiffe ab und fremde Wesen, die sich auf dem Planeten breitmachen wollen. Wenn ich geschickt bin, wird der Planet bald von ihnen befreit sein. Wenn nicht, habe ich verloren und muss von vorne anfangen.

"Cosmochoria" hat mich gepackt, mich in seine sehr eigene Welt gezogen. Wundersam niedlich ist die, ein sanfter Trip ins Comic-All mit gelegentlichen Ausbrüchen von Chaos.

"Cosmochoria" ist ein Spiel von Nate Schmold, einem Kanadier, der nicht nur programmiert, sondern auch als Mantrakid Musik macht. Experimenteller Hip-Hop, der sich verschiedener Quellen bedient und dabei etwas Eigenes schafft, ein neues Kunstwerk. Genau wie sein Spiel, das er über Kickstarter finanziert hat und das versponnen und zugänglich zugleich ist.

Der Spieler ist Gärtner, Kämpfer, Astronaut

Im Grunde geht es bei "Cosmochoria" darum, das Weltall zu retten und eine Planeten nach dem anderen zu bepflanzen und wieder zum Leben zu erwecken. Nebenbei muss man gegnerische Ufos vom Himmel holen und Tentakel-Wesen aus den Pflanzen zu vertreiben. Das gelingt übrigens besser, wenn man mehr Samen gezüchtet hat und diese zum Aufbau schießender Pyramiden oder anderer Verteidigungsanlagen nutzt.

"Cosmochoria" ist niedlich in seiner Grafik, die psychedelisch bunt irgendwo zwischen "Yellow Submarine", "Pikmin" und "Katamari Damacy" liegt. Es wirkt entspannend in seiner Musik, die den Charakter des Spiels unterstreicht. Vor allem aber ist das Spielprinzip so außergewöhnlich wie einfach zu verstehen. Und trotzdem herausfordernd.

Immer wieder tauchen größere Gegner auf, die besiegt werden wollen. Auf den Jetpack-Reisen zwischen einzelnen Planeten sind mitunter haarsträubende Manöver nötig, immer neue Planeten sorgen für viel Abwechslung. Ich pflanze neue Blumen an, warte, dass sie Samen abwerfen, schieße auf die Angreifer und schaue mir lächelnd das bunte Treiben an. Ich drifte im Weltall umher, probiere Dinge aus, finde neue Wege, neue Planeten, neue Schätze. Und freue mich, dass es "Cosmochoria" gibt.


"Cosmochoria" von Nate Schmold, für PC, Mac, Linux, 9,99 Euro; cosmochoria.com