Electronic Arts Echsentruppe stört Spieleserver von Origin
Werbebild für "Battlefield 4": Eins der betroffenen Spiele
Foto: AP/ Electronic ArtsIn der Nacht zu Montag hat es Probleme beim Spieledienst Origin von Electronic Arts (EA) gegeben. Viele Spieler klagten über abbrechende Verbindungen. Besonders gegen Mitternacht gab es zahlreiche Beschwerden . Betroffen waren dabei zum Beispiel Spieler des Shooters "Battlefield 4". Der offizielle Origin-Twitter-Account antwortete einem Nutzer, der über Login-Probleme klagte, man werde sich so schnell wie möglich darum kümmern.
Hinter der Attacke könnten Unbekannte unter dem Pseudonym Lizard Squad (Echsentruppe) stecken. Das jedenfalls legen Tweets mit den Worten "Play with me? @EA" und "EA #offline #LizardSquad" nahe, die ein Account namens @LizardPatrol zeitnah veröffentlichte. EA hat bislang noch keine Details zu den Server-Ausfällen bekannt gegeben.
Vor den Beschwerden über Origin gab es bereits beim Spiel "Destiny" Serverprobleme, ebenso beim EA-Konkurrenten Rockstar. Spieler konnten infolgedessen kein "Grand Theft Auto Online" mehr spielen. "GTA V #offline #LizardSquad", hieß es auch hier vom LizardPatrol-Account. Eine offizielle Bestätigung, warum genau die Server schlapp machten, gibt es auch in diesem Fall nicht. "Glaubt noch jemand außer mir, dass Lizard Squad einfach wartet, bis etwas offline ist, und dann die Verantwortung für etwas übernimmt, was mit den Server zusammenhängt?", lautet ein beliebter Reddit-Kommentar zum Thema .
Überhaupt hat LizardSquad mittlerweile ein bemerkenswert schlechtes Image: Einerseits, weil die Gruppe auf DDoS-Attacken setzt, die keine besonderen Technikkenntnisse voraussetzen. Anderseits, weil die Angriffe nicht nur den großen - oft auch kritisierten - Firmen schaden, sondern auch den Spielern selbst. Die Zielgruppe, die sonst so manchen Hack bejubelt, hat hier plötzlich selbst einen Nachteil.
In den vergangenen Monaten hat Lizard Squad mehrfach mit DDoS-Angriffen Schlagzeilen gemacht. Im August beispielsweise legte die Echsentruppe zeitweise die Multiplayer-Netzwerke von Sony, Blizzard und Microsoft lahm, Mitte September waren die Server von "Destiny" und "Call of Duty: Ghosts" Ziel einer Attacke. Im Zuge der August-Angriffe kam es auch zu einer falschen Bombendrohung, woraufhin das Flugzeug von Sony-Chef John Smedley umgeleitet wurde. Dieser wetterte anschließend auf Twitter: "Diese Leute werden Gerechtigkeit erfahren."