Geschenktipps für Brettspielfans Zu Ostern ab in den Dschungel
Zu Ostern muss sich nicht alles um Hasen und bunte Eier drehen, zumindest nicht auf dem Spieltisch. Bei einigen neuen Brettspielen stehen moderne Ökosysteme im Mittelpunkt – ob im indonesischen Dschungel in »Hutan«, beim Schutz der costa-ricanischen Biodiversität in »Pura Vida« oder im direkten Duell der Naturgeister in »Living Forest Duell«.
Für einen spielerischen Ausgleich zur oft düsteren Nachrichtenlage versprechen diese Titel Spannung, Strategie und manchmal auch ein wenig Nervenkitzel. Neben den »grünen« Themen verspricht das aufgepeppte »Zooloretto« gute Unterhaltung, genauso wie das kooperative Pokerspiel »The Gang«. Die jüngsten Spielerinnen und Spieler können mit »Die Crew – Family« Missionen auf einer einsamen Insel starten.
Hier sind acht abwechslungsreiche und schnelle Spiele für die Ostertage:
»Die Crew Family«
Bei »Die Crew Family« geht es auf eine einsame Insel, auf der eine Gruppe Jugendlicher gestrandet ist und nun gemeinsam spannende Missionen meistern muss. Im Gegensatz zu den herausfordernden Vorgängern »Die Crew« und »Die Crew: Mission Tiefsee«, die als kooperative Stichspiele konzipiert sind, verzichtet diese Familienversion bewusst auf das Stichspiel-Element und richtet sich somit vorrangig an Familien, die mit Kindern ab acht Jahren spielen.
Der Fokus liegt darauf, Karten mit passenden Farben und Zahlen in bis zu drei Reihen auszulegen, um die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Kommunikation ist dabei nur eingeschränkt möglich, was, nicht ganz neu für diese Spielgattung, den Reiz von »Die Crew Family« ausmacht. Ein Spielplan, Aussetzen-Marker und Sonderkarten helfen dabei, den Überblick zu behalten und bieten Möglichkeiten, den Verlauf der Missionen zu beeinflussen.
Für wen ist das was? »Die Crew Family« überzeugt als Einstieg in die Welt der kooperativen Kartenspiele für Familien mit Kindern ab acht Jahren. Für Runden mit älteren Kindern ab zwölf Jahren dürfte es zu einfach sein, diese greifen besser zu den Vorgängern »Die Crew« oder »Die Crew: Mission Tiefsee«.
»Die Crew Family« von Thomas Sing, Kosmos, für 3–5 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten.
»Pura Vida«
»Pura Vida« ist nicht nur ein Lebensmotto aus Costa Rica, sondern auch der Titel eines neuen Plättchen-Legespiels. Die Spielerinnen und Spieler übernehmen die Rolle von Rangern, die eine artenreiche Landschaft erschaffen. Dabei geht es nicht nur um Punkte, sondern auch darum, das Refugium harmonisch und ausgewogen zu gestalten.
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Runde für Runde werden Plättchen aus einer Auslage genommen und abgelegt. Flüsse, Savannen und Urwald müssen passend platziert werden, um den aufgedruckten Tieren ideale Lebensräume zu bieten. Besondere Bewegungsrichtungen der Tiere machen einige Entscheidungen kniffelig. Das System ist einfach, aber raffiniert, ebenso wie der Auswahlmechanismus, der dafür sorgt, dass man manchmal mehrmals hintereinander an der Reihe ist.
Ein weiteres schönes Element ist die direkte Verbindung zum Thema Biodiversität. »Pura Vida« zeigt spielerisch, wie wichtig ein ausgewogenes Ökosystem ist. Die stimmige Gestaltung und die zugänglichen Regeln machen das Spiel zu einem runden Familienspiel.
Für wen ist das was? »Pura Vida« funktioniert tatsächlich hervorragend mit Achtjährigen und bietet auch mitspielenden Erwachsenen genügend taktische Möglichkeiten.
»Pura Vida« von Ralf zur Linde und Carsten Rohlfs, Piatnik, für 2–4 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten.
»Blanco«
»Blanco« ist ein ganz neues Spiel und eine raffinierte Alternative zum beliebten Kartenspiel »Skyjo«. Während es bei »Skyjo« vor allem ums lockere Aufdecken und Austauschen von Karten geht, bietet »Blanco« ein herausforderndes und insgesamt schnelleres Spiel mit mehr taktischen Entscheidungen.
Das Spiel verläuft in zwei aufeinanderfolgenden Phasen mit unterschiedlichen Rastern: Zunächst spielen die Spielerinnen und Spieler auf einer kompakten 3×3-Auslage, danach folgt die zweite Runde auf einem größeren 4×3-Raster. Jede Runde bringt neue strategische Herausforderungen mit sich. Ziel ist es, Reihen mit gleichen Zahlen oder Spalten mit gleichen Farben zu bilden und diese abzuräumen. Wer das am schnellsten schafft und alles leer räumt, gewinnt. Das lästige Abrechnen von Punkten entfällt somit.
Im Gegensatz zu »Skyjo«, bei dem mehrere Durchgänge gespielt werden, endet eine Partie »Blanco« nach diesen beiden Phasen. Diese kompakte Struktur sorgt für ein temporeiches Spielerlebnis, das besonders Fans von schnellen, taktischen Kartenspielen ansprechen dürfte. Durch die Möglichkeit von Kettenreaktionen entstehen immer wieder überraschende Wendungen.
Für wen ist das was? »Blanco« ist ideal für alle, die das »Skyjo«-Spielprinzip mögen, aber nach einer etwas stärker fordernden und dynamischeren Variante suchen. Kinder können mitspielen, das Spiel überzeugt aber auch in Runden, in denen nur Erwachsene spielen.
»Blanco« von Reinhard Staupe, KENDi Games, für 2–5 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer 15–20 Minuten.
»Diamant«
»Diamant« ist ein Spieleklassiker von 2005, welcher kürzlich neu aufgelegt wurde. In diesem Zockerspiel wagen sich drei bis acht Spielerinnen und Spieler ab acht Jahren in die Tacorahöhlen, um wertvolle Edelsteine zu sammeln. Doch Vorsicht: Je tiefer man vordringt, desto größer das Risiko, alles zu verlieren. Nach jeder Karte entscheiden alle, ob sie weitergehen oder umkehren und ihre Schätze sichern.
Dieses »Einer geht noch«-Prinzip sorgt für packende Pokerrunden und lässt die Spielerinnen und Spieler ständig überlegen, was die anderen wohl tun werden. Eines der aufregendsten Spiele auf dieser Liste, aber auch eines, bei dem man mit einem Zug alles verlieren kann. Ganz großes Brettspiel-Kino!
Für wen ist das was? »Diamant« ist ideal für Spielerinnen und Spieler, die den Nervenkitzel lieben und gern auf Risiko spielen. Dank der einfachen Regeln und der kurzen Spieldauer eignet es sich perfekt für Familienrunden oder als Absacker bei einem Spieleabend mit Freunden. Wer Spaß am Bluffen und Taktieren hat, wird mit »Diamant« bestens unterhalten.
»Diamant« von Bruno Faidutti und Alan R. Moon, Pegasus Spiele, für 3–8 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten.
»Zooloretto«
»Zooloretto« ist ein schon etwas älteres »Spiel des Jahres«, das kürzlich in einer überarbeiteten Edition neu erschienen ist. Das Spiel verkörpert weiterhin genau das, was man sich unter einem klassischen Familienspiel vorstellt. In »Zooloretto« schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle von Zoobetreibern und versuchen, ihre Gehege geschickt mit Tieren zu füllen, Verkaufsstände strategisch zu platzieren und den begrenzten Platz optimal zu nutzen. Dabei gilt es, Überschüsse zu vermeiden, denn Tiere, die keinen Platz finden, landen im Stall und bringen Minuspunkte.
Der Spielablauf ist einfach, aber smart: Reihum ziehen die Spielerinnen und Spieler verdeckte Tierplättchen oder Verkaufsstände und platzieren sie auf Transportern. Statt weiter Plättchen zu ziehen, kann man sich einen Transporter mit allen darauf liegenden Plättchen nehmen und diese in seinen Zoo einbauen. Doch Vorsicht: Wer zu lange wartet, bekommt vielleicht nicht mehr die gewünschte Auswahl. Da pro Gehege nur eine Tierart erlaubt ist, muss gut überlegt werden, wann man welchen Transporter nimmt. Zusätzliche Verkaufsstände bringen Boni und helfen dabei, Platzprobleme zu lösen. Die Mischung aus Planung, Glück und Timing macht’s!
Für wen ist das was? »Zooloretto« ist ein Klassiker für Familien. Die Mechanik ist zugänglich, aber dennoch taktisch. Dank der liebevollen (Neu-) Gestaltung und der einfachen Regeln ist das Spiel gut geeignet für Spielenachmittage mit Eltern, Großeltern oder Freunden.
»Zooloretto« von Michael Schacht, Abacusspiele, für 2–5 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten.
»Hutan«
»Hutan«, Indonesisch für »Urwald«, ist ein Lege- und Bauspiel, das die Spielerinnen und Spieler mitten in den Dschungel versetzt. Über neun Runden hinweg bauen sie ein dichtes Waldgebiet auf, indem sie zuerst Blüten ablegen, aus denen etwas später Bäume entstehen. Das Ziel ist es, möglichst attraktive Lebensräume zu erschaffen und so besondere Tiere anzulocken.
Ob das Spiel natürliche Zusammenhänge wirklich gut abbildet (eher nicht!), sei dahingestellt, spielerisch geht es aber gut von der Hand. Wer geschickt plant, kann viele Punkte erzielen. Ein durchdachtes Ökosystem zahlt sich aus, Fehlplatzierungen hingegen bringen Minuspunkte.
Das liebevoll gestaltete Spielmaterial mit detaillierten Illustrationen verleiht »Hutan« eine lebendige Atmosphäre, zudem sind die Regeln kinderleicht zu verinnerlichen.
Für wen ist das was? »Hutan« ist ein weiteres Spiel auf dieser Liste, das perfekt für Gruppen geeignet ist, die Naturthemen und leichte strategische Herausforderungen schätzen.
»Hutan« von Daniel Skjold Pedersen und Asger Harding Granerud, Ravensburger, für 2–4 Personen ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten.
»The Gang«
»The Gang« ist das erste kooperative Pokerspiel, das klassische Elemente von »Texas Hold ’em« mit einer spannenden Teamdynamik verbindet. Die Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rollen einer berüchtigten Bande, die gemeinsam Tresore knacken muss, bevor der Alarm dreimal ausgelöst wird. Dabei ist präzise Abstimmung gefragt, denn über die eigenen Handkarten darf nicht gesprochen werden.
Das zentrale Element: Alle Spielerinnen und Spieler müssen ihre Pokerblätter in die richtige Reihenfolge bringen – vom niedrigsten bis zum höchsten Blatt. Jede Person kennt dabei nur ihr eigenes Blatt und kann die jeweils verdeckten Karten der anderen nicht sehen. Ohne direkte Kommunikation ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn nur mit gelungenem Teamwork gelingt es, die Mission erfolgreich abzuschließen.
Ein Beispiel: Wenn eine Spielerin ein Paar Zweien als höchsten Wert hat, ein anderer Spieler nur eine Sieben und die nächste Person drei Damen, müssen sie sich durch geschicktes Einschätzen und kleine Hinweise gegenseitig in die richtige Reihenfolge bringen. Das Ziel ist es, die Karten von der niedrigsten Hand (in diesem Fall der einzelnen Sieben) bis zur höchsten (die Damen) zu sortieren. Dabei kann jede falsche Entscheidung den Fortschritt gefährden und den Alarm näher an die Auslösung bringen. Die Kombination aus Intuition und Zusammenarbeit macht jede Runde spannend und herausfordernd.
Ein weiteres Highlight ist das hochwertige Spielmaterial. »The Gang« kommt mit echten Pokerchips, exzellent gestalteten Karten und einer besonders edlen Spielbox daher. Das Design ist erwachsen und stilvoll, sodass das Spiel auf dem Tisch einiges hermacht.
Für wen ist das was? »The Gang« ist ideal für Erwachsene, die bereits mit den Grundlagen des Pokers vertraut sind und ein kooperatives Spielerlebnis suchen. Für Kinder oder Spielerinnen und Spieler ohne Pokerkenntnisse könnte der Einstieg aufgrund der spezifischen Mechaniken herausfordernd sein. Zudem variiert der Schwierigkeitsgrad mit der Spieleranzahl: Während das Spiel mit drei Personen relativ einfach ist, steigt die Herausforderung mit vier bis fünf Spielern auf ein ideales Niveau. Bei sechs Spielern hingegen wird es besonders anspruchsvoll.
»The Gang« von John Cooper und Kory Heath, Kosmos, für 3–6 Personen ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten.
»Living Forest Duell«
»Living Forest Duell« ist die Zwei-Spieler-Version des preisgekrönten Kennerspiels »Living Forest«. In diesem direkten Duell schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rollen der Naturgeister Sommer und Winter, die um die Rettung des heiligen Waldes kämpfen. Doch der Wald ist in Gefahr: Flammen bedrohen seine Existenz, und nur einer der beiden Geister kann ihn vor der endgültigen Zerstörung bewahren.
Genau wie das große Vorbild kombiniert das Spiel Deck-Building- mit Push-Your-Luck-Elementen. Runde für Runde ziehen die Kontrahenten Karten und entscheiden, ob sie weiterziehen oder aufhören, bevor das Risiko zu groß wird. Mit den gesammelten Symbolen pflanzen sie Bäume, löschen Feuer oder bewegen das Onibi-Token, um den Gegner unter Druck zu setzen.
Die Interaktion ist sehr hoch, weil beide Kontrahenten die gleichen Kartenreihen nutzen, was taktische Entscheidungen umso bedeutender macht. Zudem gibt es, wie gehabt, verschiedene Wege zum Sieg, sei es durch das Pflanzen von Bäumen, das Löschen der Feuer oder das Überwältigen des Gegners mit geschickten Zügen.
Für wen ist das was? »Living Forest Duell« ist perfekt für Fans des »Kennerspiels des Jahres 2022« und Spielerinnen und Spieler, die gern taktische Herausforderungen im direkten Duell suchen. Die elegante Mischung aus Strategie und Glück sorgt für spannende Wendungen und immer neue Spielverläufe. Wer bereits »Living Forest« mochte, wird an dieser intensiven Zwei-Spieler-Variante große Freude haben.
»Living Forest Duell« von Aske Christiansen, Pegasus Spiele, für zwei Personen ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 20 Minuten.