"Reigns: Game of Thrones" im Test - DER SPIEGEL
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"Reigns: Game of Thrones": Wer hält sich auf dem Eisernen Thron?

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"Reigns: Game of Thrones" im Test Politik mit Drachen

Herrschen ist schwierig. Das Volk muss satt, das Reich verteidigt werden, und täglich warten neue Intrigen. Das Smartphone-Spiel "Reigns" simuliert das in der Welt von "Game of Thrones". Passender geht es kaum.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Wenn man das Spiel der Throne spielt, gewinnt man oder man stirbt." So lautet eines der berühmtesten Zitate aus der TV-Serie "Game of Thrones". Seit mittlerweile sieben Jahren verfolgen Millionen Menschen dieses Spiel in der Fantasiewelt Westeros. Dank des Erfolgs gibt es zahlreiche Video- und Brettspiele sowie haufenweise Fanartikel, die auf "Game of Thrones" basieren. Der Entwickler Devolver Digital hat das auf dem Smartphone zuvor schon erfolgreiche "Reigns" nun auch auf Westeros übertragen.

Wer sich mit dem 2016 veröffentlichten Spiel bereits beschäftigt hat, wird sich kaum darüber wundern. Denn "Reigns" eignet sich perfekt für das gnadenlose Westeros und das damit verbundene politische Ränkespiel. Auf dem ersten Blick ist "Reigns" simpel. Ein Herrscher oder eine Herrscherin kommt an die Macht und muss Entscheidungen treffen: Welchem Feind wird der Krieg erklärt? Wer bekommt mehr Essen? Und was passiert mit dem Geld der Krone? Nur wenn das Volk, das Militär, die Kirche und der Finanzhaushalt im Gleichgewicht gehalten werden, bleibt man an der Macht. Der Spieler kann dabei immer nur mit einer Wischbewegung nach rechts oder links zwischen zwei Optionen wählen.

Abwechslung auch nach vielen Spielstunden

Das mag einfach klingen, jedoch fallen die Entscheidungen nicht immer leicht und eine Fraktion wird stets verärgert sein. Dabei entfaltet sich die Stärke von "Reigns". Denn hinter dem simplen Spielprinzip stecken viele Möglichkeiten, erfolgreich zu sein oder mit einem Schwert im Rücken zu enden.

Diese Stärke kommt in "Reigns: Game of Thrones" besonders gut zur Geltung. Neun verschiedene Herrscher, darunter Daenerys Targaryen, Jon Snow, Cersei oder Tyrion Lannister können den Thron besteigen. Jeder Figur bringt unterschiedliche Stärken, Schwächen, Feinde und Verbündete mit auf den Thron. So hat Daenerys ihre Drachen, die andere Häuser einschüchtern, während Jon Snow auf viele Verbündete im Norden Westeros zählen kann. Das sorgt für Abwechslung und auch nach mehreren Spielstunden wiederholen sich die Aufgaben selten. Auch Möglichkeiten zu scheitern gibt es reichlich. So endet die Herrschaft nicht ausschließlich mit dem Vertrauensverlust einer der verschiedenen Fraktionen. Attentate, ein Putsch oder ein vermeintliches Geschenk, das sich als tödliche Falle entpuppt, können ebenfalls für eine Neubesetzung auf dem Thron sorgen.

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Motivation für Fans der Serie

Mit zunehmenden Erfolg stehen zudem neue mögliche Herrscher und Herausforderungen zur Auswahl. Dafür müssen Spieler zuvor aber verschiedene Ziele erreichen. Mit jedem einzelnen Herrscher sind zudem kleine Geschichten verbunden, die neben dem schweren Alltag eines Königs oder Königin das Spiel erweitern. Diese zu entdecken und nach und nach freizuschalten, ist insbesondere für Fans eine zusätzliche Motivation.

Ärgerlich ist hingegen, dass die Konsequenzen mancher Entscheidungen nicht komplett nachvollziehbar sind. Das gehört durchaus zum Spielprinzip, damit nicht klar ersichtlich ist, wer wann profitiert. Gelegentlich ist allerdings nur schwer zu verstehen, warum eine bestimmte Entscheidung für Unmut in einer Fraktion gesorgt hat.

Das ist aber auch schon die größte Schwäche von "Reigns: Game of Thrones". Das Spiel ist eignet sich für alle Serienfans, die nach einem neuen Begleiter für unterwegs suchen. Das Prinzip eignet sich perfekt für das Smartphone und durch die Charaktere und Geschichten aus Westeros hat "Reigns: Game of Thrones" weiter an Tiefe und Motivation gewonnen.

"Reigns: Game of Thrones" ist ab 3,99 Euro erhältlich für Android  , iOS  und den PC (Steam, GOG).

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort