"iPod-Handy": Plagiatoren schneller als Apple - DER SPIEGEL
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"iPod-Handy" Plagiatoren schneller als Apple

Wann Apple seinen iPod um eine Handy-Funktion erweitern wird, ist Gegenstand hitziger Spekulationen. Chinesische Plagiatoren preschen jetzt schon mal mit einem eigenen Entwurf vor.
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Die Gerüchteküche um ein allgemein als "iPhone" tituliertes iPod-Handy brodelt schon seit Jahren, und während Apple beharrlich schweigt, sind im Netz bereits beachtliche Sammlungen mit Design-Studien entstanden, in denen Photoshop-Künstler ihren Vorstellungen des Phantom-Geräts Ausdruck verleihen: So finden sich auf dem "iPhone Blog"  Abwandlungen so ziemlich aller Apple-Produkte bis hin zur Airport-Basisstation mit applizierten Telefontasten.

Ursache für die anhaltende Beschäftigung mit einem Produkt, dessen erwartetes Funktions-Spektrum bereits von allen Handy-Herstellern in zahlreichen Geräten längst realisiert wurde, ist wohl Apples Rolle als Design-Innovator. Mit dem iPod und iTunes konnte der Computerhersteller einen echten Coup landen. Immerhin hat das bis dahin eher branchenfremde Unternehmen legalen Musik-Downloads endlich zum Durchbruch verholfen.

Chinesischen Plagiatoren ist jetzt das Warten auf ein echtes iPod-Handy zu langwierig geworden. Aber statt Photoshop-Fantasien haben sie gleich eine funktionsfähige Interpretation zum Thema geliefert: Das "ZTC 321" getaufte GPRS-Telefon kommt im klassischen iPod-Design entweder in Schwarz oder Weiß, es ist mit MP3- und Video-Player, 1,3-Millionen-Pixel-Kamera und Farb-Display mit 260.000 Farben ausgestattet.

"iPhone" für 95 Euro

Das Gerät wird auf diversen chinesischen Seiten für etwas unter 1.000 Yuan verkauft, das Design-Plagiat kostet demnach rund 95 Euro. Allerdings werden nirgendwo Angaben über die Speicherkapazität gemacht, dafür hat das "ZTC 321" einen Slot für microSD-Karten.

Das Vorgehen der fernöstlichen Produktfälscher im Fall des "iPhones" ist nicht ungewöhnlich. Zuletzt verblüfften sie mit einem "PSP-Handy", das von Sony nie hergestellt wurde, dessen vorauseilende Fälschung allerdings durchaus hochwertig ist. So dürfte Apple das "ZTC 321" zwar nicht erfreuen, aber auch nicht besonders in Erstaunen versetzen.

Um dem allzu schnellen Nachbau des echten iPhones vorzubeugen - so es denn tatsächlich kommt -, scheint Apple an besonderen High-Tech-Lösungen zu arbeiten, die den Plagiatoren die Arbeit deutlich erschweren sollten: Das Unternehmen erhielt unlängst ein Patent für ein teilweise keramisches Gehäuse, in dem ein MP3-Player-Handy-Hybrid untergebracht ist.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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