Netzwelt-Ticker: China sucht Lara - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker China sucht Lara

Vista wird nicht Viren-frei, China sucht nach einer lokalen Lara Croft, Apple lässt das iPhone patentieren, eine Computermaus für über 18.000 Euro - das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Viele Viren Vista-fähig

Während Microsoft heute ganz offiziell den Verkauf von Windows Vista an Firmenkunden startet, laufen gleichzeitig in aller Welt Kompatibilitätstests. Welche Software funktioniert noch mit dem Windows XP-Nachfolger, welche Treiber müssen aktualisiert werden, damit liebgewonnene Hardware auch unter Vista noch funktioniert? Einen Kompatibilitätstest der besonderen Art hat nun Sophos, Hersteller von Antiviren-Software, vorgenommen. In den hauseigenen Labors ließ man die zehn derzeit häufigsten Viren, Würmer und Trojaner auf Windows Vista los. Das Ergebnis dieses Tests: „ Drei der zehn meistverbreiteten Schadprogramme laufen auf Windows Vista .“ Na, wenn das kein Anlass zur Freude ist: nur drei. Umgekehrt bedeutet dies schließlich, dass die neuen Schutzmechanismen von Vista immerhin sieben von zehn Schädlingen selbsttätig aussortieren konnten. Kein schlechter Anfang. Allerdings auch kein Grund zur Entwarnung. Schließlich kamen laut Sophos allein im November 7.612 neue Schädlinge in Umlauf. Und die werden von ihren Schöpfern sicherlich eines Tages an Vista angepasst werden. Allerdings erst, wenn das Betriebssystem ausreichend verbreitet ist.

China sucht die Super-Lara

Mal etwas anderes aus dem Reich der Mitte. Etwas, das weder mit Zensur, noch mit Blogger-Verfolgung zu tun hat. Stattdessen mit einer Dame, die manche längst vergessen glaubten: Lara Croft. Deren jüngstes Abenteuer „Tomb Raider: Legend“ soll in Kürze in einer chinesischen Version veröffentlicht werden und braucht offenbar noch eine lebende Marketing-Protagonistin. Was lag da näher, als einen Lara Croft Lookalike-Wettbewerb  durchzuführen? Der Gewinnerin winkt neben einem Geldpreis auch, dass ein Foto von ihr auf jeder verkauften chinesischen Tomb Raider-Packung prangen wird. Und einige aufregende Auftritte in Kaufhäusern sind bestimmt auch drin.

Fujitsu will Festplatten fetter machen

Bis zu zehnmal mehr Speicherplatz, als mit herkömmlichen Methoden erreichbar wäre, will der Festplatten-Hersteller Fujitsu  mittels einer neuen Technologie auf rotierende Speichermedien bannen. Die Grundlage der als „Thermal Assisted Magnetic Recording“ bezeichneten Technologie bildet ein optisches Element, welches in die Schreib/Lese-Köpfe der Festplatte eingearbeitet wird. Mit dessen Hilfe haben die es Forscher geschafft, einen Punkt von weniger als 100 Nanometer Größe anzuvisieren. Auf diese Weise, so heißt es in einer Pressemeldung, sollen Speicherkapazitäten von mehreren Terabit pro Quadratzoll realisierbar werden. Terabyte-Festplatten mit Kapazitäten von mehreren tausend Gigabyte wären damit lässig herzustellen. Den Kauf einer Festplatte sollte man aufgrund dieser Ankündigung allerdings nicht aufschieben. Bisher hält sich das Unternehmen mit Informationen darüber, wann die neue Technologie Serienreife erreichen könnte, noch vornehm zurück.

Apple lässt iPhone patentieren

Wie „Bloomberg“  meldet, wird die Einführung eines iPod-Handys durch Apple immer wahrscheinlicher. Dem Bericht zufolge erhielt Apple gestern ein Patent  für ein Gerät, das Musikplayer und Mobiltelefon in sich vereint – genauer gesagt gilt das Patent für das Gehäuse eines solchen Geräts. Dessen teilweise keramische Hülle soll, anders als etwa beim iPod nano, durchlässig für Funkwellen sein und zudem über eine integrierte Antenne verfügen. Der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster sieht in dem Patent einen weiteren Hinweis auf eine Vorstellung des Geräts im Januar. Offenbar, so Munster, wolle Apple sich rechtzeitig die Rechte an der iPhone-Technologie sichern. Prächtige Umsatzzahlen für das bisher nur als Gerücht existierende Kombi-Gerät legt bereits jetzt der UBS-Analyst Benjamin Reitzes vor. Für 300 US-Dollar soll das iPhone seiner Ansicht nach in den Handel kommen und insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zu Apples Jahresumsatz beitragen. Da wüsste man doch gern, in welcher Kristallkugel er diese Daten gesehen hat.

AllofMP3: Wir bleiben!

Mit Öffentlichkeitsarbeit hat der russische MP3-Shop AllofMP3 normalerweise nicht viel am Hut. Angesichts der vor wenigen Tagen publik gewordenen Pläne der russischen Regierung, dem Musik-Laden den Garaus zu machen, sah man sich nun aber doch genötigt, die zweite Pressekonferenz der Firmengeschichte abzuhalten. In deren Rahmen gab der New Yorker Rechtsanwalt und AllofMP3-Vertreter John Kheit vor allem eines zu verstehen: Seiner Ansicht nach ist die russische Website vollkommen legal und wird auf keinen Fall verschwinden. Um diese Ansicht zu untermauern, stellte er zudem eine überaus ausführliche und mit Paragraphen nur so gespickte Stellungnahme ins Netz . Gegenüber den anwesenden Journalisten vertrat er zudem die Ansicht, Diplomaten könnten viel reden, doch solange keine richterliche Entscheidung vorliegt sei AllofMP3 legal. Bei „ars technica“  wird er mit der Aussage zitiert, dass „Legalität weder von der Legislative noch von der Exekutive [festgelegt wird]. Sie wird von einem Gericht entschieden.“ Bisher jedoch ist kein derartiges Verfahren anhängig.

Viele Mäuse für eine Maus

Nachdem wir gestern schon über eine sauteure Tastatur berichten konnten, gelangen wir heute in ganz andere Sphären. Sagenhafte 18.600 Euro kostet die Pat Says Now Computermaus mit dem sinnigen Namen „Diamond Flower“  . Dieser Knallerpreis hat seinen Grund allerdings nicht in technischen Novitäten oder aufwendigen Produktionsanlagen. Schuld dürfte viel mehr Besatz der aus Weißgold gefertigten Oberschale mit sagenhaften 59 Brillianten sein. Wer also noch ein Geschenk für ein Mädel wie Paris Hilton sucht, wird hier fündig.

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