Aufräumen statt abwehren Der Bart muss wieder ab, Mona
Der Lösungsansatz ist so einfach wie logisch: Der WebAgain-User veröffentlicht seine Homepages nicht direkt, sondern schickt sie zunächst auf den WebAgain-Server. Dieser behält eine Kopie der Originalseite auf der Festplatte und veröffentlicht erst dann die Seite im Internet: Erst kommt der "Mirror", dann das Original.
Ist das Angebot im Netz, überprüft WebAgain die Seite regelmäßig und soll dadurch Hackerangriffe entdecken. Die neue Version 2.5 soll dabei nicht nur Defacements reparieren, sondern auch Trojaner und so genannte Backdoor-Programme wie "BackOrifice" vom eventuell befallenen Server entfernen können.
Wird die so beschützte Seite von einem Hacker angegriffen, dann beginnt das Programm seine Arbeit: Zuerst veröffentlicht es die gehackten Seiten in ihrer ursprünglichen Form neu. Anschließend speichert es die gehackte Seite offline, so dass sie überprüft werden kann. In einem dritten Schritt schickt das Programm eine E-Mail an den User, um ihn über den Angriff zu informieren.
Für private Seiten zu teuer
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Weiteres Feature des Programms: Die Veränderungen, die der Hacker vornimmt, werden aufbewahrt, so dass sie später gegen ihn vor Gericht verwendet werden können. Experten jedenfalls bewerten das Programm positiv. Nur sollte es noch auf mehr Plattformen laufen (bisher nur Windows) und auch abseits des WebAgain-Servers Netzwerke beobachten, so Ken Pappas von Opal One.
Lockstep hofft, dass ihr Produkt bald massenhaft verwendet wird. Bei dem nicht ganz niedrigen Preis lohnt sich das Programm allerdings nur für professionelle Webseiten - und auch alle mehrmals täglich gepflegten, dynamisch generierten Seiten sind ausgeschlossen.. Eine Website wie SPIEGEL ONLINE etwa müsste von einem solchen Server bis zu 150-mal am Tag "gespiegelt" werden - und im "Notfall" wären rund 1,5 Millionen Einzelseiten zu restaurieren. WebAgains Markt liegt offensichtlich vor allem im Bereich der Unternehmensselbstdarstellungen.
Dazu passt auch der Preis: Ist die 30-tägige Probezeit abgelaufen, dann schlägt WebAgain mit immerhin 995 US-Dollar zu Buche. Die neue Version ist nun auch auf Japanisch erhältlich - weitere internationale Ausgaben sollen folgen.
Urs Zietan