Aus der Traum: Sega droht das Dreamcast-Ende - DER SPIEGEL
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Aus der Traum Sega droht das Dreamcast-Ende

Noch wird - zumindest offiziell - "geprüft". Doch das Ergebnis der Überprüfung scheint bei Sega bereits festzustehen: Für die glücklose Dreamcast-Konsole heißt es bald "Game over".
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Tokio - Der japanische Konzern überlegt, die Produktion seiner verlustbringenden Computerspielekonsole Dreamcast einzustellen. Es sei allerdings noch nichts entschieden, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

Nach Informationen der Finanzzeitung "Nihon Keizai Shimbun" wird der bislang drittgrößte Konsolen-Hersteller ab Ende März keine neuen Dreamcast-Konsolen mehr bauen. Stattdessen wolle sich der angeschlagene Konzern künftig auf das hochprofitable Geschäft mit der Entwicklung von Spielesoftware konzentrieren.

Man plane zum April eine Umstrukturierung auf globaler Ebene bei Produktion, Verkauf und Distribution, wobei eine Einstellung der Dreamcast-Produktion eine Option sei, sagte der Firmensprecher. Sega-Vertreter in den USA gingen sogar noch einen Schritt weiter und bestätigten einen vorübergehende Produktionsstopp im April - um die hohen Lagerbestände abzubauen.

Es soll aber weiterhin Software für Dreamcast entwickelt werden. Geplant seien rund 100 Titel. Zudem würde darüber verhandelt, ob Sega auch die Konkurrenzprodukte Playstation 2 von Sony und Nintendos Game Boy Advance mit Programmen füttern könnte.

Dreamcast war für Sega zum Alptraum geworden: Der Konzern wird im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich zum vierten Mal in Folge rote Zahlen schreiben. Dabei sollte die 1998 eingeführte erste Konsole mit integriertem Modem und Internetzugang zum Kern der Internet-Strategie des Unternehmens werden.

Doch Sega schaffte es nicht, sich auf dem heiß umkämpften Markt für Konsolen gegen den Rivalen Sony zu behaupten. Während sich Dreamcast bisher weltweit rund sechs Millionen verkaufte, brachte es Sonys Playstation 2 in nur zehn Monaten auf mehr als 6,3 Millionen - trotz zunächst restriktiver Exportbestimmungen. Auch eine drastische Preissenkung konnte Sega nicht helfen.