Digitale Spiegelreflexkameras: Die Besserknipsen kommen - DER SPIEGEL
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Digitale Spiegelreflexkameras Die Besserknipsen kommen

Der Markt digitaler Kompaktkameras ist bald gesättigt - nun erleben digitale Super-Zoom- und Spiegelreflexkameras einen Aufschwung. Die Photokina wird zur Schaubühne für die neuesten Errungenschaften der digitalen Mittel- und Oberklasse. Wir zeigen die Spitzenmodelle.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Innerhalb von kaum mehr als zehn Jahren ist die analoge Fotografie mit lichtempfindlichen Filmen, die nasschemisch entwickelt und auf Fotopapier belichtet werden mussten, vom Massenprodukt zum Nischenmedium geworden. Für 2006 rechnet der Photoindustrie-Verband damit, dass in Deutschland rund sieben Millionen Digitalkameras abgesetzt werden - bei zugleich lediglich einer halben Million analoger Knipsen. Kein herausragendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 2005 schon 7,43 Millionen verkaufte Digicams gemeldet wurden.

Dass die Branche dennoch nicht im Wehklagen versinkt, verdankt sie den Kameras jenseits der Kompaktklasse, deren Verkaufszahlen steil nach oben gehen. Diese Geräte strotzen nicht nur vor Funktionen, sondern glänzen mittlerweile auch mit meist ansehnlicher Bildqualität. Die schulden sie nicht zuletzt Bildsensoren, die um einige Quadratmillimeter größer sind als jene in ihren billigeren Schnappschuss-Ablegern. Dadurch erreichen sie eine höhere Lichtempfindlichkeit und kräftigere Kontraste. Vor allem aber leiden sie nicht unter dem starken Farbrauschen, das manch hochgezüchtetem Kompaktmodell die Bilder verhagelt.

An allererster Stelle aber verdanken Digicams des mittleren und oberen Preisbereichs ihrer aufwendigen Optik einiges an Bildqualität. So verbaut beispielsweise Panasonic in der FZ50 zwar ein nicht wechselbares Objektiv, stattet dieses aber mit einem hochempfindlichen Mechanismus aus. Dieser soll durch Gegenbewegungen spezieller Linsen das Zittern der Fotografenhand ausgleichen. Im Bereich der digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR) setzten die Hersteller alles daran, ihre digitalen Varianten so zu konstruieren, dass Bestandskunden ihre teuren Objektive ins digitale Zeitalter hinüberretten können.

Deshalb pflanzen einige Hersteller wie Sony und Pentax den Verwackelungsschutz in das Kameragehäuse selbst ein und gleichen Schwankungen direkt am Bildchip statt im Objektiv aus. So können alle Objektive von der Entwackelungsautomatik profitieren, ganz gleich ob neu oder alt. Darüber hinaus geben sich die Firmen jede Mühe, ihre Apparate möglichst staubgeschützt zu konstruieren. Das ist auch nötig, denn bei der im Spiegelreflex-Bereich zum Standard avancierenden Auflösung von 10 Megapixeln genügt schon ein einziges Staubkorn, um Dutzende Bildpunkte erblinden zu lassen. Um dem vorzubeugen, werden die Sensoren meist mit Ultraschall "gespült", in seltenen Fällen auch sauber gerüttelt.

Neben den rein mechanischen und optischen Feinheiten arbeiten die Hersteller auch ständig an Verbesserungen der Firmware, also des Betriebssystems der jeweiligen Kamera. Solche Updates sind vor allem dann wichtig, wenn ein neues Objektiv für den jeweiligen Fotoapparat auf den Markt kommt. Per Software kann die Kamera dann an die Eigenheiten der neuen Optik angepasst werden. So können interne Programme automatisch Bildfehler und Verzerrungen ausbügeln und selbst günstigen Objektiven zu optischen Höchstleistungen verhelfen. Anders als im analogen Zeitalter, in dem das Zusammenspiel von Mechanik und Optik über die Güte einer Kamera entschied, wird die digitale Fotowelt von einer dritten Komponente beherrscht: Software. Erst mit einer guten Firmware wird aus ordentlichem Mittelmaß ein digitales Meisterstück.

Spiegelreflex- und Superzoom-Kameras:
Von Fuji bis Leica - Die Highlights zur Photokina 2006

Fujifilm Finepix S6500fd

Spontane Porträtaufnahmen sind die Leibspeise dieses Modells. Die Buchstabenkombination "fd" in der Kamerabezeichnung weist auf die Gesichtserkennung ("Face Detection") hin. Bis zu zehn Gesichter kann sie in einem Motiv differenzieren und sich optimal auf sie einstellen. Eine enorme Lichtempfindlichkeit von 3200 ISO ermöglicht Aufnahmen auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Noch kein Preis bekannt.

Spontane Porträtaufnahmen sind die Leibspeise dieses Modells. Die Buchstabenkombination "fd" in der Kamerabezeichnung weist auf die Gesichtserkennung ("Face Detection") hin. Bis zu zehn Gesichter kann sie in einem Motiv differenzieren und sich optimal auf sie einstellen. Eine enorme Lichtempfindlichkeit von 3200 ISO ermöglicht Aufnahmen auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Noch kein Preis bekannt.

Weiter zur Panasonic Lumix DMC FZ50: Lichtempfindlichkeit automatisiert

Panasonic Lumix DMC FZ50

Schon das Vorgängermodell, die FZ30, konnte sich vieler positiver Bewertungen erfreuen. Zusätzlich zum optischen Verwackelungsschutz verfügt sie über eine automatische Steuerung der Lichtempfindlichkeit. Die soll die Lichtempfindlichkeit bei Bedarf erhöhen und so die Belichtungszeit verkürzen, schnelle Bewegungen einzufrieren. Preis: circa 680 Euro.

Schon das Vorgängermodell, die FZ30, konnte sich vieler positiver Bewertungen erfreuen. Zusätzlich zum optischen Verwackelungsschutz verfügt sie über eine automatische Steuerung der Lichtempfindlichkeit. Die soll die Lichtempfindlichkeit bei Bedarf erhöhen und so die Belichtungszeit verkürzen, schnelle Bewegungen einzufrieren. Preis: circa 680 Euro.

Weiter zur Canon EOS 400d: Mit eingebautem Staub-Puster

Canon EOS 400d

Satte 10 Megapixel spendiert Canon der Neuauflage des Spiegelreflex-Klassikers. Damit davon kein einziger durch ein Staubkorn auf dem Fotosensor getrübt wird, verfügt die 400D über ein integriertes Reinigungssystem, das eingedrungene Staubpartikel mit Ultraschall vom Sensor pustet. Preis: circa 800 Euro.

Satte 10 Megapixel spendiert Canon der Neuauflage des Spiegelreflex-Klassikers. Damit davon kein einziger durch ein Staubkorn auf dem Fotosensor getrübt wird, verfügt die 400D über ein integriertes Reinigungssystem, das eingedrungene Staubpartikel mit Ultraschall vom Sensor pustet. Preis: circa 800 Euro.

Weiter zur Sony Alpha 100: Umsteiger-Modell

Sony Alpha 100

Sonys erste Spiegelreflex-Digitalkamera ist eine Entwicklung der von den Japanern übernommenen Firma Konica Minolta. Das hat den Vorteil, dass man sie mit einer Vielzahl von Minolta-Objektiven und Konica-Blitzgeräten aufrüsten kann. Sie eignet sich vor allem für Umsteiger, die schon eine analoge Konica Minolta samt Objektiven besitzen. Erste "echte" Sony-DSLR-Kameras sollen bald folgen. Preis: circa 900 Euro.

Sonys erste Spiegelreflex-Digitalkamera ist eine Entwicklung der von den Japanern übernommenen Firma Konica Minolta. Das hat den Vorteil, dass man sie mit einer Vielzahl von Minolta-Objektiven und Konica-Blitzgeräten aufrüsten kann. Sie eignet sich vor allem für Umsteiger, die schon eine analoge Konica Minolta samt Objektiven besitzen. Erste "echte" Sony-DSLR-Kameras sollen bald folgen. Preis: circa 900 Euro.

Weiter zur Pentax K10D: Verwackelungsschutz im Gehäuse

Pentax K10D

Anstelle der Linsen wird bei der K10D der Bildsensor bewegt, um wackelige Hände auszugleichen. Das hat den Vorteil, dass günstige Objektive ohne integrierten Verwackelungsschutz verwendet werden können. Außerdem nutzt die Pentax ihre Mechanik, um den Bildsensor per Rütteln von eventuellen Staubkörnchen zu reinigen. Preis: circa 1000 Euro.

Anstelle der Linsen wird bei der K10D der Bildsensor bewegt, um wackelige Hände auszugleichen. Das hat den Vorteil, dass günstige Objektive ohne integrierten Verwackelungsschutz verwendet werden können. Außerdem nutzt die Pentax ihre Mechanik, um den Bildsensor per Rütteln von eventuellen Staubkörnchen zu reinigen. Preis: circa 1000 Euro.

Weiter zur Leica M8: Der Fotograf bestimmt

Leica M8

Leica hat sich reichlich Zeit gelassen, die als legendär geltende M-Serie zu digitalisieren. Die M8 ist zwar keine Spiegelreflexkamera, aber deutlich teurer als Einstiegsmodelle der Königsklasse. Seit mehr als 50 Jahren baut der Leica seine Messsucherkameras ohne Automatik oder Autofokus. Das ist auch bei der M8 nicht anders, nur eben digital. Hier bestimmt noch der Fotograf, wie das Bild am Ende aussieht. Preis: circa 4200 Euro.

Leica hat sich reichlich Zeit gelassen, die als legendär geltende M-Serie zu digitalisieren. Die M8 ist zwar keine Spiegelreflexkamera, aber deutlich teurer als Einstiegsmodelle der Königsklasse. Seit mehr als 50 Jahren baut der Leica seine Messsucherkameras ohne Automatik oder Autofokus. Das ist auch bei der M8 nicht anders, nur eben digital. Hier bestimmt noch der Fotograf, wie das Bild am Ende aussieht. Preis: circa 4200 Euro.