"Explosions"-Nachhall Nokia klärt auf
Flogen den Testern von Stiftung Warentest und Test-Achats nun Nokia-Akkus um die Ohren oder nicht? "Man waaas et net", würde man in der Eifel sagen, dabei haben sich alle so um Aufklärung bemüht: Nokia behauptet, die geplatzten Akkus seien Produktfälschungen. Möglich, und im neuerlichen Test verhielten sich Original-Akkus, die die Finnen selbst mitgebracht hatten, auch ganz brav so, wie sie es sollen: Sie lieferten Strom, ohne dabei abzufackeln.
Tatsache ist auch, dass der Markt mit Produktfälschungen überschwemmt ist, die vom Original kaum zu unterscheiden sind. Bezeugte Tatsache ist zudem, dass die Warentester ihre Geräte ganz normal im ach so seriösen Handel erstanden haben. Unter dem Strich ist und bleibt das ein Problem für Nokia.
Bis zu einer echten Lösung appelliert der finnische Hersteller an die detektivischen Talente seiner Kunden. Auf einer eigens eingerichteten Website gibt Nokia detaillierte Informationen darüber, wie man Original von Fälschung unterscheiden kann. Man wolle "Kunden und Händlern Informationen an die Hand geben, mit deren Hilfe sie das Risiko verringern, versehentlich gefälschte Akkus minderer Qualität zu kaufen", schreibt Nokia.
Inhaltlich kommt das Info-Angebot dann doch etwas bemüht daher: Der Nokia-Akku BMC 3 etwa ist von seiner Kopie "leicht durch Tippfehler auf dem Aufkleber" zu unterscheiden. Nun gehört die Rechtschreibprüfung auf Innereien von elektronischen Geräten nicht unbedingt zum normalen Prozedere beim Einkauf, und nicht alle Produktpiraten sind Analphabeten: Da wird sich Nokia noch etwas deutlicheres einfallen lassen müssen.
Das ist den Finnen auch bewusst, und für das neue Jahr basteln die Nokia-Techniker bereits an einer Lösung, die echte Nokia-Geräte künftig klar identifizierten soll, wie Nokia-Manager Janne Jormalainen im Interview mit SPIEGEL ONLINE verriet.
Anfang November hatte die Stiftung Warentest zusammen mit der belgischen Partnerorganisation Test-Achats vor explodierenden Nokia-Akkus gewarnt. Die Verbraucherschützer hatten in einer Untersuchung festgestellt, dass nicht alle getesteten Akkus mit einem Schutz gegen Kurzschlüsse und Überhitzung ausgestattet waren. Darunter befanden sich auch Akkus mit der Aufschrift Nokia, kopierten Produkt-Spezifikationen und perfekt gefälschten Barcodes.