Gesunde Handys: Gütesiegel für strahlungsarme Mobiltelefone geplant - DER SPIEGEL
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Gesunde Handys Gütesiegel für strahlungsarme Mobiltelefone geplant

Bundesumweltminister Jürgen Trittin will mögliche Gesundheitsrisiken durch Handys eindämmen. Geplant sind neue Grenzwerte nach dem Vorbild der Schweiz und eine Plakette für Mobiltelefone mit besonders geringen Emissionen.
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Berlin - Der Grünen-Politiker erklärte am Sonntag in Berlin auch das Aufstellen von Mobilfunkmasten ohne Beteiligung der Kommunen müsse ein Ende haben. Das Thema steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Anhörung des Umwelt-, Gesundheits- und Wirtschaftsausschusses des Bundestages am Montag.

Die geltenden Grenzwerte stellten nach Angaben des Ministers den Schutz der Bevölkerung vor nachgewiesenen Gesundheitsgefahren sicher. Nach dem Vorbild der Schweiz sollten aber ergänzend zusätzliche Vorsorgewerte eingeführt werden. Grundlage dazu solle eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission sein, an der noch gearbeitet werde. Bisher vorliegende Erkenntnisse sprächen dafür, dass gesundheitliche Risiken unterhalb solcher Werte gering seien. Aber Studien zu Langzeiteffekten fehlten. Trotz erheblicher Aufwendungen für Forschungen auf dem Gebiet der nicht ionisierenden Strahlung will das Ministerium seine Aktivitäten bis 2005 intensivieren, wie es hieß. Die Gelder für die Forschung würden verdoppelt. Für 2002 und jeweils die Jahre danach stünden rund vier statt bisher zwei Millionen Mark zur Verfügung. Schwerpunkte seien Wirkungsmechanismen von Strahlungsfeldern im menschlichen Körper sowie in Tieren und Pflanzen bis hin zu möglichen Zusammenhängen mit Krebserkrankungen, Schlaf- oder Konzentrationsstörungen.

Trittin begrüßte es, dass die Hersteller von Handys von Herbst an die höchstmögliche Strahlungsintensität ihrer Geräte in Form des so genannten SAR-Wertes in der Gebrauchsanweisung angeben und im Internet zugänglich machen wollen. Eine verbraucherfreundlichere Ausgestaltung sei aber nötig. So könnte die Regelung getroffen werden, nach der die Bewertung „strahlungsarm“ als eine Art Umweltsiegel nur dann benutzt werden dürfe, wenn ein Viertel des SAR-Wertes erreicht werde.

Städte und Gemeinden sollen danach auch frühzeitig über Ausbaupläne der Netzbetreiber informiert und an den Entscheidungen über die Aufstellung von Funkantennen auf Grundstücken beteiligt werden. Dazu sollen sie das Recht auf Alternativvorschläge erhalten. Der erste wichtige Schritt für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung bei der Errichtung von Sendemasten, insbesondere zum Aufbau der Zukunftstechnologie UMTS, seien Offenheit und Transparenz, erklärte Trittin. Zu den genehmigten Standorten solle auch eine Datenbank aufgebaut werden. Weiter hieß es, die Bundesregierung werde die Öffentlichkeit auch laufend über den aktuellen Stand der Wissenschaft über mögliche gesundheitliche Gefahren informieren.