Intel gegen AMD Harte Zeiten für Herausforderer
Eigentlich, hieß in der Fachpresse landauf, landab, sind die Preise ja schon am Boden. Eigentlich, hieß es auch, macht das "Gigahertz-Rennen" der Chipschmieden Intel und AMD schon lang keinen Sinn mehr. Intel setzt trotzdem auf genau diese Ingredienzien, um dem Herausforderer AMD zu zeigen, was eine Harke ist.
AMD hatte den alten Quasi-Monopolisten Intel in den letzten Jahren zunehmend Marktanteile abspenstig machen können. Gerade in den letzten Monaten begann sich abzuzeichnen, dass es AMD nun auch immer öfter gelingt, im Marktsegment der Mobilcomputer und im Business-Markt Fuß zu fassen - hier war Intel nach wie vor unangefochten Herr im Haus.
Und will das offensichtlich auch bleiben. Heute nutzte Intel die Bühne der IFA, um eine neue Baureihe der P4-Prozessoren vorzustellen. Mit knapp zwei Gigahertz hetzen diese an die Spitzenposition der derzeit schnellsten Prozessoren - und anders als so oft üblich sind die kleinen Rechnerhirne keine Erlkönige. Nicht irgendwann, nein umgehend sollen die Chips verfügbar sein.
Und damit nicht genug. Parallel senkte Intel die Preise für die Vorläufermodelle - um bis zu 54 Prozent! Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein direkter Angriff auf AMDs bisher wichtigstes Verkaufsargument: Seit Jahren bietet AMD mehr Leistung für weniger Geld.
Die Reaktion von AMD mutet fast hilflos an: Die reine Taktfrequenz, dozierten Firmensprecher, sei doch wenig relevant. Auf die Gesamtperformance komme es an.
Das mag wohl wahr sein, doch ob das genügt, den 1,4 Ghz-Athlon auch weiterhin als "leistungsfähigsten Prozessor der Welt" zu vermarkten? Intel hetzt nun mit 1,9 Gigahertz - und das klingt nach mehr. Zu den neuen Intel-Preisen hatte AMD zunächst nichts zu sagen, und das kann kaum verwundern. Denn hier findet die wirkliche Attacke auf AMD statt: So kostet der 1,9 Gigahertz P4-Prozessor von Intel nun nur noch drei Dollar mehr als das Spitzenmodell von AMD, das noch für 253 Dollar gehandelt wird.
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Noch, denn die nächste Runde im Preiskrieg ist offensichtlich eröffnet - und die wird mit härtesten Bandagen geführt. Schon bei der Vorstellung der neuen Preise gaben Intel-Vertreter unumwunden zu, dass so radikale Preisnachlässe das Betriebsergebnis von Intel beeinflussen würden. Das gilt natürlich auch für die Konkurrenz, sollte diese nachziehen - und was bleibt ihr anderes übrig?
Intel scheint also entschlossen, die Konkurrenz in Grund und Boden zu rennen. Am Ende könnte nicht der Schnellste gewinnen, sondern derjenige mit der meisten Puste. Die ist bei IT-Unternehmen im Portemonnaie zu suchen - und da verfügt Intel zweifellos über die größeren Reserven. Harte Zeiten für Herausforderer.
Frank Patalong