Konsolenkrieg: Japanische PS3 wird billiger - DER SPIEGEL
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Konsolenkrieg Japanische PS3 wird billiger

Schon vor der Markteinführung hat der Elektronikgigant Sony eine Preisreduktion für seine nächste Spielkonsole Playstation 3 verkündet. 20 Prozent billiger soll das Gerät werden - der Preis für den US-Start aber bleibt gleich.
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Die Spielewelt schaut heute nach Japan, denn dort beginnt die Tokyo Game Show, Asiens größte und wichtigste Spielemesse. Sony hat nun mit der Ankündigung, den Startpreis der Playstation3 (PS3) zu senken, einen ersten Aufmerksamkeitserfolg erzielt. Microsoft hatte bereits im Vorfeld den Preis für das externe HD-DVD-Laufwerk für seine Xbox 360 präsentiert.

Microsofts Konsole soll in Japan im Bündel mit dem Laufwerk, mit dem man hochauflösende Filme abspielen kann, 49.600 Yen (gut 330 Euro) kosten. Diesen Preis will Sony mit seiner Konsole, die ein Blu-ray-Laufwerk für das Abspielen hochauflösender Filme enthält, nun offenbar unterbieten. Laut der Agentur AP soll sie in Japan am 11. November für 47.600 Yen (etwa 320 Euro) auf den Markt kommen. Laut der Agentur AFP soll der japanische Startpreis allerdings bei 49.980 Yen (335 Euro) liegen, welche Angabe korrekt ist, war zunächst nicht zu klären.

Ursprünglich sollte die Playstation 3 in Japan etwa 20 Prozent mehr kosten. Von der Preissenkung ist nur die günstigere Variante der Konsole betroffen, die eine kleinere Festplatte und keinen sogenannten HDMI-Ausgang für die Übertragung von Bild- und Tondaten besitzt (aber: siehe Update unten). HDMI gilt als die Multimedia-Schnittstelle der Zukunft (siehe Kasten unten).

"Wir wollten den japanischen Gamern ein Gefühl von Bezahlbarkeit vermittlen", sagte eine Sony-Sprecherin. Der Präsident von Sony Computer Entertainment Ken Kutaragi sagte bei der Tokyo Game Show, man reagiere mit dem Schritt auf Beschwerden von Verbrauchern, die Konsole sei zu teuer. Die Preisreduktion betreffe aber nur den japanischen Markt.

Die AFP zitiert einen japanischen Analysten mit den Worten, dies sei "ein nie dagewesener Schritt für einen großen Hersteller". Er zeige, "wie sehr Sony unter Druck steht". Nicht nur im Bereich Spielkonsolen hat Sony Probleme - in den vergangenen Wochen mussten Laptop-Akkus aus Baureihen mehrerer Hersteller zurückgerufen werden - weil die Sony-Batterien sich als feuergefährlich erwiesen hatten. Das schadete dem Image und auch Sonys Aktienkurs.

Das Unternehmen hat in den verganenen Monaten auch andere Rückschläge hinnehmen müssen - zuletzt musste der Europa-Start der Konsole auf kommendes Frühjahr verschoben werden, weil man offenbar mit der Produktion des sehr aufwendigen Geräts nicht nachkam. Die neue Blu-ray-Technologie wurde immer wieder als Ursache für die Verzögerungen zitiert. Ursprünglich hatte die Konsole schon im Frühjahr 2006 auf den Markt kommen sollen - wenige Monate nach Microsofts Xbox 360, die seit Dezember 2005 verkauft wird, aber in Japan noch keine große Akzeptanz gefunden hat. Japanische Konsumenten gelten als sehr markentreu.

Auch deshalb werden der neuen Konsole des dritten Wettbewerbers Nintendo gute Chancen eingeräumt. Das Gerät mit dem Namen Wii soll weltweit noch vor Jahresende auf den Markt kommen und wird deutlich billiger sein als die Produkte der Konkurrenz. Nintendo verzichtet auf hochauflösende Grafikfähigkeit und Filmwiedergabe und will stattdessen mit einem neuartigen Bedienungskonzept Kunden überzeugen. Wii soll in Europa 250 Euro kosten.

cis/AP/AFP

Update: Cnet.com berichtet, Sony habe bei der Tokyo Game Show auch angekündigt, alle PS3-Modelle mit einem HDMI 1.3-Ausgang auszustatten. Bislang sollte dieser Ausgang nur in der teureren Variante enthalten sein. Sony habe den Schritt mit dem "starken Wachstum" im Bereich Flachbildschirme mit HDMI-Eingang begründet.

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