Microsoft: Windows XP geht in die Verlängerung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Microsoft Windows XP geht in die Verlängerung

Gute Nachricht für Fans von Billig-PCs: Auch künftig wird man anspruchslose Rechner mit Windows XP ausrüsten können. Hersteller Microsoft hat die Lebensdauer des Alt-Betriebsystems erneut verlängert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Windows XP wird länger leben als Vista. Ursprünglich hatte der Konzern aus Redmond geplant, den Vertrieb von Windows XP im Januar 2008 einzustellen. Doch schon diese Frist wurde bis zum Juni verlängert. Nun aber hat das Unternehmen angekündigt, das populäre Betriebssystem mindestens zwei weitere Jahre, also bis 2010, anzubieten. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die enorme Nachfrage nach Lowcost-PCs im Stile des Asus EeePC, des 100-Dollar-Laptop (OLPC) und des Intel Classmate-PC, gewesen. Da auf solchen Billig-Rechnern Windows Vista nicht lauffähig ist, installieren die Hersteller darauf meist Linux.

Diesem Trend will der Konzern nun offenbar entgegenwirken. Ein erster Teilerfolg in dieser Richtung war die auf der Cebit angekündigte Zusammenarbeit mit Asus. Deren EeePC, ursprünglich ausschließlich mit Linux-Software ausgeliefert, soll künftig gegen Aufpreis auch mit Windows XP geliefert werden. Für Hersteller, die jetzt noch auf den Billig-Zug aufspringen wollen, hat der Konzern Design-Richtlinien  für sparsame XP-PCs veröffentlicht.

Allerdings soll offenbar ausschließlich die Version Windows XP Home weiterhin ausgeliefert werden. Die erweiterte Professional-Variante wird es dagegen nicht mehr geben. Zudem ist geplant, die Software nur noch an OEMs, also PC-Hersteller, abzugeben und sie nicht mehr im freien Handel anzubieten. Zumindest in Deutschland dürfte diese Regelung aber kaum Auswirkungen haben, da OEM-Versionen hierzulande auch an Endanwender verkauft werden können.

Software-Entwickler, so fürchtet es Infoworld , würden durch Microsofts Entscheidung in die schwierige Lage gebracht, Software nicht nur für das neue Vista, sondern zusätzlich auch weiterhin für Windows XP entwickeln zu müssen. Diese Bürde würde wohl kaum ein Entwickler auf sich nehmen, so die Expertenmeinung. Dies umso mehr, als die sogenannten ULPCs (Ultra-Lowcost-PCs), für die XP künftig gedacht ist, vornehmlich für die für Softwarefirmen wenig lukrativen Märke in der Dritten Welt gedacht sind. Immerhin aber bietet sich hier die Möglichkeit, reichlich angestaubte und längst abgeschriebene Software noch einmal zu vermarkten.

Und das könnte sich lohnen. Denn möglicherweise wird es Windows XP sogar länger als Windows Vista geben. Das legt zumindest eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa nahe. Darin heißt es, Microsoft erwäge sogar, XP noch bis zu ein Jahr nach der Vorstellung des Vista-Nachfolgers Windows 7 anzubieten. Für diese Programmversion jedoch gibt es noch keinen festen Veröffentlichungstermin.

mak