Mobiles TV: PSP wird zum Fernseher - DER SPIEGEL
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Mobiles TV PSP wird zum Fernseher

Die mobile Glotze verspricht, der umkämpfte Markt des kommenden Jahres zu werden. Eben gab Apple mit seinem neuen iPod die Video-Enthaltsamkeit auf, nun kündigt Sony eine Zusatzfunktion für seine Spielkonsole PSP an: Sie soll als Mobilfernseher taugen.
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Die PSP (Playstation Portable) ist jetzt schon ein Videoplayer. Filme und anderes kommen aber entweder von einer der eigens entwickelten "Universal Media Discs" (UMD) oder von einem Memory-Stick, der zuvor am Rechner mit Videos aufgeladen oder über USB befüllt wurde - der dem Gerät beim Kauf beiligende Stick ist dafür allerdings ziemlich klein. Wer wirklich eine Video-PSP will muss Speicher zukaufen.

Mit der neuen Firmware 2.5 , die es bislang offiziell nur für Japan und die USA gibt, öffnet sich die PSP für ein anderes Sony-Produkt: LocationFree ist eine Art Internetzugang für den Fernseher zu Hause. Kabelfernsehen, DVD-Player oder Digitaler Videorekorder können daran angeschlossen werden, die Basisstation schickt Inhalte dann über eine Breitbandverbindung ins Internet.

Der Rekorder steht zu Hause

Von dort kann man sich das Programm vom heimischen Fernseher oder Festplattenrekorder dann wieder abholen, unterwegs, beispielsweise mit einem Laptop. Der muss anderswo ans Netz gehängt werden, mit einem Kabel oder drahtlos über einen WLan-Hotspot. Dann wird der Klappcomputer zum Fernseher. Umschalten lassen sich die Geräte zu Hause auf umgekehrtem Weg ebenfalls vom Laptop aus. Genau das soll nun auch mit der PSP funktionieren: Fern-Fernsehen per Internet gewissermaßen.

Die Idee ist nicht neu, andere Produkte bieten ähnliches, etwa Slingbox - und die kostet über 100 US-Dollar weniger als Sonys LocationFree. Sogar kostenlose Softwarelösungen  gibt es, die das gleiche versprechen - allerdings mit mehr Handarbeit und weniger Komfort.

Ob viele PSP-Besitzer Lust haben, für das mobile TV-Erlebnis 320 US-Dollar hinzulegen, scheint im Augenblick fraglich - schließlich ist das mehr, als die Mobilkonsole selbst kostet. Die Option zeigt aber Sonys Bemühen, sein Spielgerät nicht als eines unter vielen, sondern als den Medienspieler für Unterwegs zu etablieren.

Fernsehserien nur für US-Bürger

Gerade da ist mit dem neuen iPod von Apple, der nun ebenfalls Videos spielt, Konkurrenz aufgetaucht. Gestreamtes Fernsehen allerdings kann der nicht - er hat einfach keinen Netzzugang. "Die Befüllung erfolgt über den Rechner", erklärt Apple-Sprecher Georg Albrecht. Inhalte können von der iTunes-Seite heruntergeladen oder mit zusätzlich gekaufter Software (zum Preis von etwa 30 Euro) konvertiert werden. Böse Piraten werden sicher auch bekannte Wege nutzen, um kopiergeschützte DVDs ins iPod-taugliche Format Mpeg4 oder H.264 zu konvertieren.

Fernsehtauglich wird der Apple-Player nur mit Aufgezeichnetem. Die Software EyeTV beispielsweise schneidet per USB-Digitalempfänger auf den Rechner gelangte Programme mit und verwandelt sie ins iPod-Format - das gleiche funktioniert übrigens auch für Sonys PSP. EyeTV funktioniert allerdings nur mit einem Mac. Für Windows-Rechner gibt es andere, teils sogar kostenlose Software, die Ähnliches erledigt. All das funktioniert aber eben nur im Nachhinein - die eben laufende Tagesschau lässt sich auf dem Video-iPod nicht ansehen.

Für Apple ist das aber auch gar nicht vordringlich: Man will mit dem neuen Gerät ja schließlich Videos verkaufen, die vom Onlineshop iTunes heruntergeladen werden können. Da sieht es, zumindest hierzulande, im Moment aber noch dürftig aus: Die Filme von Steve Jobs' Studio Pixar gibt es, dazu eine Menge Musikvideos. US-Nutzer können immerhin aktuelle Fernsehserien einkaufen, "Desperate Housewives" etwa, und zwar auch eben erst ausgestrahlte Folgen. Diese Möglichkeit bleibt deutschen Fans aber verwehrt - außer sie haben eine Kreditkarte mit Rechnungsadresse in den USA. Die braucht man, auf Wunsch der Filmindustrie, um im US-iTunes einkaufen zu können: wohnortbasierter Urheberrechtsschutz gewissermaßen.

Christian Stöcker

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