Netzwelt-Ticker AOL dementiert Kurswechsel
50 TB-DVD mit Bakterien
Eine neuartige Beschichtungsmethode für DVDs könnte Festplatten überflüssig machen und (mal wieder) alle Speicherplatzprobleme beseitigen. Mittels lichtempfindlicher Proteine, die aus Bakterien gewonnen werden, könnten auf der Fläche einer DVD bis zu 50 Terabyte Daten gespeichert werden. Vencatesan Renugopalakrishnan, der die Beschichtungsmethode auf der Internationalen Konferenz für Nanowissenschaften und Nanotechnik in Brisbane vorstellte, hat das lichtempfindliche Protein aus der Zellwand des genetisch modifizierten Salzmarsch-Bakterium Halobacterium salinarum gewonnen.
Das Protein sammelt und speichert Sonnenlicht und wandelt es in chemische Energie um dazu verändert es seine molekülare Form und Zusammensetzung, bevor es wieder in den Urzustand zurückspringt. Normalerweise dauert das höchstens ein paar Stunden oder Tage. Aber durch die modifizierte DNS des Bakteriums konnte das Team um Renugopalakrishnan den Effekt auf mehrere Jahre ausdehnen, so Asia News International .
Allerdings warnte Renugopalakrishnan auch vor negativen Effekten der hohen Speicherdichte: Was so klein ist wie die Mega-DVD, das kann auch leicht gestohlen werden.
Mission erfolgreich: Büroklammer gegen Haus getauscht
Vor einem Jahr machte sich der 26-jährige Blogger Kyle MacDonald aus Montreal auf den Weg, es nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom Büroklammerbesitzer zum Hauseigentümer zu schaffen. Und so wie der "Sydney Morning Herald" schreibt , hat er es jetzt auch endlich geschafft nachdem er die Büroklammer gegen einen fischförmigen Stift tauschte, den Stift gegen einen Keramikknopf, den für einen Campingofen, den gegen einen Generator, den gegen einen Bierkrug und ein Budweiser Schild, das gegen ein Schneemobil, das gegen einen Trip in die kanadischen Rockies, den gegen einen Truck und einen Plattenvertrag und das gegen ein Jahr kostenlos Wohnen in Phoenix. Und dann wird es spannend denn MacDonald tauschte die kostenlose Wohnung gegen ein Abendessen mit Alice Cooper und den Schockrocker gegen aha eine Schneekugel
Die sammelt nämlich der gealterte Schauspieler Corbin Bernsen (L.A. Law), der wiederum eine Rolle in einem Film springen lässt, was wiederum ein Tauschgeschäft für das kleine Dörfchen Kipling in Kanada war, das MacDonald nun letztlich ein Haus schenkt. Dort will der Supertauscher nun erstmal mit seiner Freundin einziehen und ein Buch schreiben.
BitTorrent und Filmindustrie machen gemeinsame Sache
Nachdem diverse Filmstudios bekannt gaben, dass sie bald auch Filme übers Internet verteilen wollen, hat Warner Bros. den ersten konkreten Schritt unternommen und BitTorrent als Download-Technik gewählt. Andere Studios scheint das inspiriert zu haben BitTorrent hat nun eine Vereinbarung mit vier Filmstudios unterschrieben, ihre Filme über Torrents zu verkaufen und zu verbreiten. Hard Sharp Video, Egami Media, Koch Entertainment und The Orchard werden schon bald ihre Filme online bereitstellen.
Außerdem baut BitTorrent gerade an einem Videoladen, aus dem Kunden Filme mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde herunterladen können. Laut Techspot.com gaben BitTorrent-Verantwortliche an, der Launch stehe für diesen Herbst an. Über Preise ließen sie sich jedoch nicht aus und schon gar nicht über mögliche Kopierschutz und Rechtemanagement-Methoden
AOL dementiert Kurswechsel
Nachdem die New York Times und das Wall Street Journal von einem krassen Kurswechsel und den Folgen bei AOL berichteten, dementiert AOL-Inhaber Time Warner nun eifrig: "Die kürzlich erschienenen Medienberichte basieren auf unautorisierten Enthüllungen, inklusive unvollständigen und größtenteils falschen Informationen über die Finanzen." Wie Reuters weiter berichtet , sollen sich Investoren irgendwelche Rückschlüsse über AOLs zukünftige Strategie bis zur offiziellen Präsentation am 2. August sparen.
Zuvor hieß es, AOL wolle sich von seinen Abokunden trennen und zukünftig gänzlich auf Werbung setzen. Das "Wall Street Journal" berichtete, dass diese Pläne die Einnahmen durch den Verkauf von Internet-Zugängen von 1,6 Milliarden auf 800 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 halbieren könnten. Wohl von den Berichten beeinflusst, fielen die Time Warner Aktien am gleichen Tag um 11 Cent
Amerikanische Abgeordnete attackieren MySpace.com
In einer Anhörung vor einem Unterausschuss des amerikanischen Abgeordnetenhauses diskutierten Politiker die Vorteile, Schulen und Bibliotheken zu zwingen, den Zugang zu Social-Networking-Seiten wie MySpace zu sperren und einen Alterscheck einzuführen. Ziel ist es, Minderjährige vor sexuellen Übergriffen auf diesen Seiten zu schützen. "MySpace.com", so der republikanische Abgeordnete Mark Kirk (Illinois), sei "ein Brennpunkt für Drogen und Gangaktivitäten und Internet-Raubtieren geworden". Mit "Internet Predators" oder "Sex Predators" sind User gemeint, die solche Netzwerkseiten nutzen, um auf "Jagd" nach Opfern für sexuellen Missbrauch zu gehen. Sei es da nicht vollkommen angemessen, dass der Staat sich einmische, zitiert Cnet News.com den Abgeordneten weiter .
Schulen und Bibliotheken müssen seit Mai den Zugang zu kommerziellen Seiten sperren, die Usern gestatten, öffentliche Webseiten oder Profile zu erstellen oder gar Diskussionsforen, Chaträume oder E-Mail-Dienste anbieten. Betroffen sind aber zum Beispiel auch Blogs. Gegen Totschlagargumente sind aber alle Einwände nicht gefeit: "Wenn wir auch nur ein Kind retten können, dann war es das wert dieses eine Kind, das unschuldige Kind, das während der Schulstunden jemandem zum Opfer fällt, weil die Gesetzgebung nicht exakt war", so der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Davis Zellis aus Bucks County, Pennsylvanien.
Große Hilfe dürfen Vertreter von freier Meinungsäußerung und einem realistischen Umgang mit dem Netz aber auch nicht von den Demokraten erhoffen. Einige von ihnen, zusammen mit der Amerikanischen Bibliotheken-Gesellschaft, sagen, die Gesetzesvorschläge seien mangelhaft. Aber zu früh gefreut: "Wenn es das Ziel ist, Kinder zu schützen und Kindesmissbrauch zu bekämpfen, warum sollten diese Anforderungen nur für Schulen gelten, die staatliche Zuschüsse bekommen - also nur die ärmeren Schulen?"
MySpace, schon in den letzten Monaten ordentlich unter Druck gekommen, hat derweil den Posten eines Sicherheitsschefs installiert und den Zugang für Minderjährige eingeschränkt. Rund hundert Angestellte (circa ein Drittel der gesamten Belegschaft) kontrollieren Profile und betreuen die Kunden.