Netzwelt-Ticker AOL verkauft nun auch Videos
Wirrwarr um HD-Playback in Vista
Mit einer Äußerung zu den HD-Fähigkeiten von Windows Vista hat Microsofts Senior Program Manager Steve Riley für Unruhe gesorgt. Im Rahmen der Tech Ed.-Konferenz im australischen Sydney sagt er, dass High Definition-Inhalte auf keinen Fall in x32 spielen werden." Mit anderen Worten: die 32 Bit-Variante von Windows Vista wird keine HD-Filme abspielen. Zur Begründung gab er an, die Medien-Firmen hätten um diese Verkrüppelung gebeten, da es auf 32 Bit-Systemen zu viele Möglichkeiten gäbe, unsignierten Programmcode einzuschleusen, um den Kopierschutz zu umgehen. Unterm Strich bedeutet dies, dass man auf 32 Bit-PCs, die heutzutage die Mehrheit der Computer ausmachen, keine gekauften HD DVDs oder Blu-ray-Disks wird abspielen können. Das APC Magazine" machte daraus eine Story, die sich blitzschnell um den Globus verbreitete.
Durch das vielstimmige Echo offenbar aufgeschreckt, versucht Microsofts PR-Abteilung nun, hektisch zurückzurudern. So heißt es in einer Microsoft-Meldung, welche APC" später publizierte, die verbreiteten Informationen seinen inkorrekt gewesen, Riley habe also Quatsch erzählt. Tatsächlich, so heißt es dort weiter, würde sich keine der verschiedenen Vista-Versionen darum scheren, ob ein bestimmter Inhalt wiedergegeben wird oder nicht. Stattdessen sei es Aufgabe der unabhängigen Software-Hersteller, zu entscheiden, ob das jeweilige System leistungsfähig genug ist, um kopiergeschützte HD-Inhalte wiederzugeben. Gizmodo" interpretiert diese Aussage so, dass keine Vista-Version von Haus aus geschützte HD-Inhalte wiedergeben kann. Vielmehr wird man sich Abspielsoftware von Drittanbietern wie etwa Cyberlink besorgen müssen, um in den Genuss hochauflösender Filme zu kommen. Bleibt zu hoffen, dass solche Software den entsprechenden PCs und Laufwerken beiliegen wird.
AOL kündigt Video-Shop an
Während noch niemand so recht zu wissen scheint, wie es um den Online-Filmverkauf in Apple iTunes Music Store steht, macht AOL bereits Nägel mit Köpfen und spricht auch darüber. Laut Techcrunch" hat das Unternehmen bereits Verträge mit 20th Century Fox, Sony Pictures Home Entertainment, Universal Pictures und der Warner Bros. Home Entertainment Group unterzeichnet. Die Preise werden mit 10 bis 20 US-Dollar pro Film-Download angegeben werden. Während die Videos am PC mit dem Windows Media Player betrachtet und auch auf entsprechend ausgestattete mobile Videoplayer überspielt werden können, wird das Brennen der Filmdaten auf DVD vom DRM unterbunden, was den Nutzen deutlich einschränkt.
Gegenüber Associated Press gab AOLs Executive Vice President Kevin Conroy zu verstehen, man wolle ab Herbst auch Apple Macintosh-Computer unterstützen. Eine Möglichkeit, die Filme auf videofähige iPods zu überspielen, sei aber nicht vorgesehen. Das mag daran liegen, dass Apples DRM nicht mit dem von AOL verwendeten kompatibel ist oder umgekehrt. Darüber wann und ob dieses Video-Angebot auch in Europa nutzbar sein wird, gab es bisher keine Angaben.
Fast fertig: Internet Explorer 7
Wie Infoworld" vermeldet, nähert sich die nächste Inkarnation des Microsoft-Browsers ihrer Fertigstellung. Seit gestern ist der Release Candidate 1" (RC1), also die letzte Vorab-Version vor der endgültigen Fassung, als Download verfügbar. Die einzige Neuerung gegenüber der im Juni veröffentlichten Beta 3 ist eine automatische Uninstall-Funktion. Offenbar wurde dieses Feature von vielen Entwicklern eingefordert. Ansonsten soll der RC in erster Linie dazu dienen, Applikationen und Websites auf Kompatibilität mit dem neuen Browser zu trimmen.
Microsoft patcht Patch
Mit zwei Tagen Verspätung hat Microsoft einen Patch herausgebracht, der die Sicherheitslücke schließt, die vom vorausgegangenen Patch MS06-042 aufgestoßen wurde. Anwender des IE 6.0 mit Service Pack 1 sollte nicht lange zögern und die Software flugs installieren.
Ein interessantes Detail zu diesem Update ist allerdings den Kollegen der eWeek" aufgefallen. Die haben sich nämlich die Mühe gemacht, das entsprechende Sicherheits-Bulletin zu lesen. Dabei stellten sie fest, dass jegliche Hinweise auf die Sicherheitsfirma eEye Digital Security aus dem Text gelöscht wurden. Microsofts Begründung für diesen Schritt: eEye habe mit seiner Veröffentlichung der Sicherheitslücke unnötige Aufmerksamkeit erregt und Microsofts Kunden unnötigen Risiken ausgesetzt. Also, wenn das nächste Mal jemand eine Sicherheitslücke in einem Microsoft-Produkt findet, sollte er lieber ein verschwiegenes Fax an die MS-Sicherheitsabteilung senden und ansonsten stille schweigen.
WLAN-Sicherheit soll einfacher werden
Während sich drahtlose Netzwerke, gerade im privaten Bereich, zunehmender Popularität erfreuen, öffnen sie meist auch Scheunentor-große Zugänge zu den Netzwerken ihrer Besitzer. Das Problem ist längst bekannt: die üblichen WLAN-Sicherheitsfunktionen, wie etwa das WEP-Verfahren, sind zu kompliziert und für viele Anwender undurchschaubar. Die Mehrzahl der Hersteller ist daher seit langem dazu übergegangen, ihre WLAN-Basisstationen komplett ungesichert auszuliefern. Für kundige Nachbarn und findige Hacker ist es kein Problem, sich in solche Geräte einzuklinken und auf Kosten des freizügigen WLAN-Nutzers zu Surfen und wer weiß wie illegale Dinge im Web zu treiben.
Damit soll nach dem Willen der Wi-Fi Alliance bald Schluss sein, berichtet der Register" . Bereits im vierten Quartal dieses Jahres will man einen neuen Standard namens Wi-Fi Protected Setup (WPS) veröffentlichen. Der soll es Anwendern erleichtern, die Sicherheitsfunktionen, auch in heterogenen Netzwerken, zu aktivieren und zu nutzen. Allerdings soll WPS nicht Pflicht, sondern Kür für die Hersteller sein. Bleibt zu hoffen, dass sich viele einfinden und die neuen Funktionen in ihre Geräte integrieren.