Netzwelt-Ticker: Apple liefert Apple TV aus - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Apple liefert Apple TV aus

Knapp geschafft: einen Tag bevor Sonys PS3 in die Läden kommt, beginnt Apple mit der Auslieferung deiner Multimedia-Box fürs Wohnzimmer. Microsoft dementiert unterdessen Sicherheitsprobleme bei "Xbox Live" und scheint eine neue Version der Spielkonsole vorzubereiten.
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Nach einmonatiger Anlaufverzögerung liefert Apple nun die Set-Top-Box Apple TV aus. Sie kann iTunes-Videos, Podcasts oder Musik aus dem Netz laden und an einen Fernseher weiterleiten. Für rund 224 Euro soll Apple TV ein "DVD Player für das Internetzeitalter" werden, wie Phil Schill, Apples oberster Produkt-Vermarkter laut AP  das kleine, viereckige Gerät pries. Dabei gibt es jedoch einige Einschränkungen: Ohne DVI-, HDMI– oder Komponentenanschluss geht nichts. Standard PAL-TV-Geräte sind außen vor.

Mit Apple TV können User neben Filmen und Musik aber auch digitale Fotos und selbstgedrehte Videos anschauen. Von Videowebsites wie YouTube lässt sich Apple TV aber nicht speisen – schade. Weiterer Wermutstropfen: Trotz 40-Gigabyte-Festplatte wird Apple TV keine Fernsehsendungen aufzeichnen können. Beide Anwendungen könnten aber genau die kleine Revolution im Fernsehkonsum bedeuten, die durch Videoplattformen angekündigt – aber noch nicht erfüllt werden konnte. Bisher ist so etwas nur mit Softwareplayern wie dem Democracy Player möglich. Über ihn lassen sich Online-Videokanäle via RSS abonnieren und damit ein niemals versiegender Strom aus Internetclips auf den Monitor oder einen Fernseher übertragen.

Microsoft: Keine Sicherheitslücke in Xbox Live

Gestern gaben Microsoft und Bungie, die Entwickler der Spieleserie Halo, bekannt, dass sie gemeinsam Untersuchungen zu den beklagten Betrügereien auf Bungie.net und im Xbox-Live-Netzwerk nachgingen. Dabei habe man keinen Fehler auf eigener Seite entdecken können: "Wir wollen allen unseren sechs Millionen Xbox-Live-Mitgliedern versichern, dass wir die Situation untersucht und keinen Hinweis gefunden haben, dass die Sicherheit von Bungie.net oder unserem Live-Netzwerk gefährdet ist," so Microsoft in einem Statement. Viel mehr haben sich bösartige User mit Tricks persönliche Informationen wie Zugangsdaten zum Xbox-Live-Service von unbedarften Usern erschlichen, so Reuters . Mit diesen Zugangsdaten kann man im Xbox Live-Netzwerk auf Einkaufstour gehen oder Freunde des Users belästigen. Neben Viren und Hacks scheint besonders das so genannte Social Engineering zu einer immer wichtigeren Quelle für illegitim gewonnene Userdaten zu werden - also gewissermaßen die digitale Version der Bauernfängerei.

Profitieren Künstler wirklich von MySpace?

Mit Online-Plattformen wie MySpace sollten fast schon paradiesische Zustände für unabhängige Musiker anfangen. Keine gierigen Plattenfirmen mehr, pure Musik, direkter Kontakt zu den Hörern. Doch bringen MySpace und Co wirklich das Glück oder sind sie nur ein etwas weniger saurer Apfel? "The Register" ist der Frage nachgegangen und kommt – mittels einer einfachen Rechnung  – zu einem ernüchternden Ergebnis: Verkaufen die geschätzten drei Millionen MySpace-Musiker Songs für je 100 Dollar pro Jahr, verdienen MySpace und dessen Kooperations-Partner SnoCap daran 150 Millionen Dollar. Die Künstler selbst bekommen jedoch nur jeweils 50 Dollar ausbezahlt. Nur wer sehr viel verkauft, und daran ist bei den vielen Nischen-Musikern wohl kaum zu glauben, könnte auf diese Weise genug Geld zum Leben verdienen. Damit scheint sich zwischen dem alten Plattenfirmen– und dem neuen Plattformen-Modell wenig für die Musiker zu ändern. Es sei denn, sie gehen es so an wie der Jazz-Musiker Jeff "Tain" Watts. Der produziert ganz billig ein echtes Album, bewirbt es online und spielt in teuren Konzerten auf. Nach nur 1.200 verkauften Alben hat er die Produktionskosten drin, jedes weitere ist beinahe reiner Gewinn.

CD-Verkäufe fallen drastisch

Der seit sieben Jahren anhaltende Schwund an CD-Verkäufen nahm in den ersten drei Monaten dieses Jahres enorm zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die CD-Verkäufe um 20 Prozent, was umso dramatischer ist, da 85 Prozent aller Musik auf CD verkauft wird. Damit, so das Wall Street Journal , habe der Verlust längst die Zusatzeinnahmen durch Online-Verkäufe überholt. Die Rettung der Musikindustrie durch das Internet sieht anders aus – zumal eine wichtige Frage noch lange nicht geklärt scheint, wie Ars Technica moniert : Inwieweit ist Onlinemusik, legal oder illegal, überhaupt verantwortlich für den Rückgang der CD-Verkäufe?

Befreiung vom Kabel – Wireless USB wird ISO-Standard

Letzten Oktober hieß es: Wireless USB kommt, nun konnte die WiMedia-Allianz um Intel, NEC und Microsoft laut Golem.de "einen weiteren Etappensieg im Kampf um den breitbandigen Funk für die Datenübertragung auf kurze Entfernungen verbuchen ". Wireless USB – eine Ultra-Wideband-Technik (UWB) zur schnellen Datenübetragung über Funk – wird ISO-Standard. Mit der Anerkennung durch die Internationale Organisation für Normung hat Wireless USB damit eine wichtige Hürde genommen.

Certified Wireless USB (CWUSB) soll bei Entfernungen von bis zu drei Metern Datenübertragungsraten von bis zu 480 MBit/s bieten – ebensoviel wie Brutto per USB-2.0-Kabelverbindung möglich ist. In zehn Metern Entfernung sollen noch bis zu 110 MBit/s erreicht werden.

Xbox 360 Elite: Schwarz, hochauflösend, große Festplatte

Die Gerüchte um eine Neuauflage der Xbox 360 verdichten sich. Nun will das amerikanische Spielemagazin Game Informer erfahren haben , dass Microsoft tatsächlich eine schwarze Xbox mit HDMI-Ausgang und 120-Gigabyte-Festplatte verkaufen wird. Laut der Website Engadget.com, die wohl auch einen Informanten in Redmond sitzen haben  soll das laute Schwarze – die Xbox 360 ist bekannt für ihr turbinenartiges Lüftergeräusch – Xbox 360 Elite heißen und noch diesen Sommer für rund 360 Euro erscheinen. Für 150 Euro gäbe es ein HD-DVD-Laufwerk dazu. Für Besitzer der herkömmlichen, weißen Xbox 360 gibt es die Festplatte für ebenso viele Euro zum Nachrüsten.

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