Netzwelt-Ticker Der teuerste Fernseher der Welt
Sandisk darf nur Fotos zeigen
Eklat auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Auf eine gerichtliche Anordnung hin musste die Firma Sandisk sämtliche MP3-Player von ihrem Messestand entfernen. Dort, wo eben noch Abspielgeräte, wie der erst in Berlin vorgestellte Sansa c200, standen, sind jetzt nur noch Fotos der Geräte zu sehen, berichtet "Digital Lifestyles" .
Verantwortlich für diese Aktion ist das italienische Unternehmen Sisvel (Società Italiana per lo Sviluppo dell'Elettronica). Bereits vor zwei Jahren machte sich diese Firma bei einigen Herstellern unbeliebt, als sie ganze Ladungen von MP3-Playern blockierte. Der Hintergrund: Sisvel verwaltet unter anderem für Philips einige Patente im MPEG-Audio-Bereich. Nach Ansicht des Unternehmens ist jeder Hersteller MP3-fähiger Geräte verpflichtet, entsprechende Lizenzgebühren an Sisvel zu entrichten. Wie einer Liste auf der Sisvel-Website zu entnehmen ist, hat sich die Mehrheit der Produzenten mittlerweile dieser Forderung gebeugt und zahlt brav Gebühren. Sandisk hingegen stellt sich quer und vertritt die Ansicht, die eigenen MP3-Player würden Abspielverfahren nutzen, auf welche die Sisvel-Patente nicht zutreffen. Das gilt es nun zu beweisen.
China macht sich breit
Eine Studie des in Hongkong ansässigen Marktforschungsinstituts Ovum zufolge wird China bald der weltweit größte Markt für Breitband-Technologie werden. Obwohl das Land mit einer derzeitigen Breitband-Verbreitung von nur 3,4 Prozent hinter den meisten anderen Ländern der Region hinterher hinkt, sorgten Wachstumsraten von 75 Prozent in den vergangenen drei Jahren dafür, dass mittlerweile 79 Millionen Chinesen online sind.
Dieser Trend, so Ovum-Sprecher Kevin Lee , wird dank boomender Wirtschaft, steigender Einkommen und zunehmender Verbreitung von PCs auch weiterhin anhalten. Zudem werden neue Technologien wie VoIP und IPTV sowie die Olympischen Spiele 2008 die Entwicklung weiter beschleunigen. Bis 2010 rechnet er mit 139 Millionen chinesischen Breitbandanschlüssen. Na dann: herzlich willkommen!
Noch mehr Brand-Batterien
Nach den spektakulären Rückrufaktionen von Dell und Apple zieht nun auch Panasonic eine Charge brandgefährlicher Stromspender aus dem Verkehr. Bei dieser Rückrufaktion geht es allerdings nicht um Millionen, sondern lediglich um 6000 Notebook-Akkus, die zudem ausschließlich in Japan ausgeliefert wurden. Laut Unternehmenssprecher Akira Kadota besteht bei den infrage kommenden Geräten die Gefahr, dass sich die Akku-Abdeckung lösen und bei starker Erhitzung des Akkus verformen kann. Immerhin: Dieses Mal handelt es sich nicht um Sony-Akkus.
Microsoft DRM geknackt schon wieder
Die Hacker geben keine Ruhe. Kaum hat Microsoft die Lücke gestopft, durch die findige Programmierer den Musik-Kopierschutz von Windows Media ausgehebelt hatten, schon legen die schlimmen Jungs eine neue, verbesserte Version ihrer Piraten-Software nach. Laut "DailyTech" umgeht das Update des als "FairUse4WM" bezeichneten Programms die von Microsoft eingebrachten Verbesserungen des Kopierschutzes erneut und macht damit Musik aus Online-Musikshops, die das Microsoft-System verwenden, frei kopierbar. Lediglich auf der Windows XP Media Center Edition 2005 UR2 soll es damit noch Probleme geben. Microsoft, so viel ist sicher, dürfte bereits an einem weiteren Patch arbeiten, um das DRM wieder abzudichten. Und so kann das noch ewig weitergehen.
Nokia wird sinnlich
Wie es scheint, geht Nokias Konzept, Handys zunehmend über modische Aspekte zu vermarkten, auf, denn wie "Phone Scoop" mitteilt, stellte das Unternehmen gestern aktualisierte Modelle seiner Mode-Handys der " L'Amour Collection" vor. Technische Neuerungen, wie etwa die Integration von UMTS im Modell 7390 oder die auf zwei Megapixel aufgebohrte Digicam im 7373 treten dabei in den Hintergrund.
Wichtiger scheint dagegen, dass das 7360 nun mit neuen Farbmustern erhältlich ist. Die bewegen sich allerdings, wie gehabt, vornehmlich im Rosa-Farbspektrum. Wer das nicht mag, soll zum glanzschwarzen Sliderphone 8800 "Scirocco" greifen, dass offenbar für modebewusste Herren mit Hang zum Ethno-Stil entwickelt wurde. Dessen herausragende Neuerung: Die Klingeltöne stammen vom Ambient-Klangtüftler Brian Eno, dürften also wenig aufgeregt daher kommen. Beim Vorgängermodell durfte man noch Kompositionen des japanischen Künstlers Ryuichi Sakamoto lauschen.
Der teuerste TV-Apparat
Die IFA ist ja nicht arm an Superlativen und nicht immer geht es dabei um technische Daten. So auch beim "Yalos Diamonds" von Keymat. Der ist, so weiß es "Shiny Shiny" , der laut Hersteller teuerste Fernseher der Welt. Man mag es glauben, denn auf dem Preisschild stehen 100.000 Euro.
Dafür bekommt der liquide Kunde aber weder den Größten noch den Schärfsten oder am höchsten Auflösenden. Stattdessen gibt es 160 Diamanten mit insgesamt 20 Karat, die rund um den Bildschirm in dessen Einfassung eingelassen sind. Glitzert bestimmt toll, bringt aber nichts, wenn man bloß "Verliebt in Berlin" gucken will.