Netzwelt-Ticker Die Sims gehen ins Kino
Die Sims: Der Film und alle Welt rätselt
Stirnrunzeln, wildes Assoziieren im luftleeren Raum, die vergebliche Suche nach Sinn. Videospiel-Produzent Electronic Arts (EA) hat die Filmrechte zu "Die Sims" an 20th Century Fox verkauft . Alle Welt fragt sich nun: Ja, äh?
Gut, "Die Sims" ist das meistverkaufte Computerspiel, eine der wichtigsten Einnahmequellen von EA. Fast 85 Millionen Kopien des Spiels und all seiner Erweiterungspacks gingen in den letzten sieben Jahren über den Ladentisch. Das virtuelle Puppenhaus ist ein Wahnsinnserfolg. Allein: Wie soll sich der langweilige Spießertraum von Heim, Kindern und Karriere, der in den Sims zelebriert wird, bitte auf die Kinoleinwand übersetzen lassen? Beobachtungen eines ganz normalen Privatlebens gab es ja schon mit "Die Truman Show". Poolszenen, Fahrten zur Arbeit und Streit mit den Kindern in jeder beliebigen Vorabendserie.
Weder zur Besetzung noch zum Stab äußerte sich 20th Century Fox bislang. Einzig der Drehbuchautor stehe schon fest: Brian Lynch. Da werden Ah und Oh-Rufe ausbleiben, stand der Mann doch bisher eher neben als hinter Drehbüchern und schrieb in seiner Freizeit Comic-Geschichten statt Film-Geschichte.
Das Recht am eigenen Bild
ist im Internet nicht mehr viel Wert. Das findet zumindest die US-amerikanische Nachwuchssportlerin Allison Stokke. Seit ein Sport-Blogger ihr Bild in seinem Blog veröffentlichte, versehen mit Bemerkungen (beziehungsweise ausgeschriebenen Lautäußerungen), die deutlich machten, dass er sie sehr attraktiv findet, ist sie ein kleiner Star im Netz - wider Willen. Ihre Fanseite bei MySpace hat schon 1000 "Freunde", ihr Bild findet sich auf zahllosen Webseiten, Kommentatoren überbieten sich in sabbernder Begeisterung für den straffen Körper der Stabhochspringerin. Stokke lernt auf die ganz harte Tour, dass jeder im Netz zum Objekt der Begierde werden kann, ob absichtlich oder unfreiwillig. "Selbst, wenn nichts davon illegal ist, fühlt sich das einfach erniedrigend an", sagte sie der "Washington Post" .
Höchste Zeit für HDTV-Nachfolger
Weder ist das Gerangel zwischen den beiden HD-Standards Blu-ray und HD DVD entschieden, noch hat sich High-Definition-Fernsehen durchgesetzt - da denkt man in Japan schon an einen Nachfolger. Super Hi-Vision SHV, wer findet die versteckte Anspielung auf VHS zuerst? - könne enorm scharfe Bilder auf den Bildschirm zaubern. Mit einer Auflösung von 4320 horizontalen und 7680 vertikalen Linien passen 16 HD in ein SHV-Bild. Wenn sich Porno-Produzenten schon bei Blu-ray und HD-DVD über den zu hohen Detailgrad erregten, unscharf durch Schärfe, wie sollen sie dann erst auf SHV reagieren?
Noch aber, so beschwichtigt PC World.com , sei man bei NHK meilenweit entfernt vom Massenmarkt. Das liegt zum einen an der unausgereiften Aufnahme und Wiedergabetechnik: SHV-Kameras funktionieren zwar schon, bei den Bildschirmen ist man aber noch nicht so weit. Zum anderen bereiten die wahnsinnigen Datenmengen, die ja auch irgendwie übermittelt werden wollen, Schwierigkeiten. Noch braucht es 16 parallel geschaltete Komprimier-Rechner, um das SHV-Signal auf ein Zweihundertstel seiner Größe zu pressen. Und selbst dann ist das Super Hi-Vision-Signal mit 128 Mbps noch ungefähr sechs Mal zu groß für das aktuelle japanische Übertragungssystem. Wann das SHV-System auf den Markt kommen wird, steht also noch in den Sternen.
Apple patcht und verschiebt, das Netz munkelt
Letzten Donnerstag ließ man bei Apple ein großes Update vom Stapel, das mit insgesamt 17 Schwachstellen in Mac OS X aufräumt, von denen rund ein Drittel Hackern den gemütlichen Einstieg ins System ermöglichten. Der Rest war laut Newsfactor Network relativ harmlos, führte höchstens zum Systemcrash. Wer Mac OS X einsetzt, sollte also flugs das Systemupdate starten und sich das Ausbesserungspaket herunterladen. Und dann mal bei iTunes vorbeischauen falls man zu denen gehört, die kaum noch darauf warten können, dass Apple endlich DRM-freie Musik und das Paul McCartney-Solowerk im Onlineshop anbietet. Das könnte nämlich heute passieren, wie im Netz kolportiert wird. Als Zeichen dafür wird gewertet, dass der Apple-Musikaustausch, der heute hätte starten sollen, auf nächste Woche verschoben wurde um Platz für eine wichtigere Ankündigung zu machen.
Finnisches Gericht erklärt DVD-Kopierschutz für unwirksam
Ende 2005 setzte eine Gruppe finnischer Computer-Aktivisten eine Anleitung zur Umgehung des DVD-Kopierschutzes CSS (Content Scrambling System) ins Netz, zeigte sich selbst an und landete prompt vor Gericht. Dort beschrieben zwei Experten, wie CSS bereits 1999 ausgehebelt wurde, dass es bereits viele Tools im Netz gebe, die diese Technik anwenden, und dass es sogar schon Betriebssysteme gebe, die CSS standardmäßig knacken. Dem Gericht, so eine Pressemitteilung des Verteidigers , sei deswegen nichts anderes übrig geblieben, als den Kopierschutz als "unwirksam" einzuschätzen. Damit ist es nach finnischem Recht nicht illegal, den Kopierschutz zu umgehen, da dort nur die Umgehung "wirksamer" Kopierschutzmechanismen verboten wurde.
Brisant: Das finnische Urheberrecht folgt derselben EU-Vorgabe, nach der auch das deutsche Urheberrecht vor vier Jahren novelliert wurde. In Paragraf 95 a, Absatz 1 heißt es dort, dass "wirksame technische Maßnahmen zum Schutz eines nach diesem Gesetz geschützten Werkes" nicht umgangen werden dürfen. Was man unter "wirksam" zu verstehen hat, erklärt das Gesetz jedoch nicht. Wer jetzt jedoch wie der Verteidiger der finnischen Aktivisten jubelt, dass die Umgehung von CSS bald auch in Deutschland oder gar ganz Europa erlaubt sei, sollte seine Freude zügeln. Bei der vorliegenden Gerichtsentscheidung handelt es sich nur um ein Urteil in erster Instanz, wie "Heise" relativiert . Erst ein höchstinstanzliches Urteil wäre auch für andere Gerichte verbindlich. Und das auch nur in Finnland.
Homeland Security verärgert Aktivisten
Das Heimatschutz-Ministerium der Vereinigten Staaten soll die amerikanische Bevölkerung vor Terrorismus und anderen Bedrohungen schützen und ist Bürgerrechtlern schon lange ein Dorn im Auge. Enorm bürokratisch, verschwenderisch, ineffektiv und, so der jüngste Vorwurf , mit ganz anderen Dingen als dem Kernaufgabengebiet Terrorismus beschäftigt.
Zu all den Vorwürfen gesellen sich jetzt noch Anschuldigungen, das Amt diskriminiere Schwule und Lesben (und damit implizit auch alle anderen nicht heterosexuellen Partner-Präferenzen). Anlass war eine Unterseite der Homepage des Alabama-Büros , auf der die Bevölkerung vor verschiedenen terroristischen Gefahren vor Ort gewarnt wurde. Hass-Gruppen wie Skinheads, der Ku Klux Klan, Regierungs-feindliche Gruppen, Anarchisten, Separatisten und die sogenannten "Single-Issue"-Terroristen. Die seien darauf fixiert, das, "was 'falsch' ist, zu reparieren", sie seien "die am schnellsten wachsende, bedeutendste Gefahr mindestens einiger bestimmter Teile unserer Gesellschaft" und "bereit, alles für ihre Zwecke zu tun sogar das Gesetz zu brechen (ohne Mord auszuschließen)."
Diesen Ausführungen folgt dann eine schlüssige Liste aller üblichen Verdächtigen: Umweltschützer, Gentechnik-Gegner, Tierschützer, Abtreibungsgegner, Kriegsgegner sowie Mitglieder von Schwulen- und Lesben-Organisationen.
Durch Blogs kam die unsägliche Liste ans Tageslicht. Die Homeland Security nahm die Seite nach den ersten Protesten schnell aus dem Netz, im Archive.org ist sie freilich noch immer zu finden. Einzig das vielversprechende Quiz zum Thema "Wer ist ein Terrorist" funktioniert leider nicht mehr
Weitere Meldungen
Die BBC verteufelt WiFi und bekommt dafür auf die Mütze , Google erkennt angeblich Gesichter , Handystrahlung zerstört Autoschlüssel , das Ende des Blitzlichts und selbst-reproduzierende Tastaturen werden uns alle verspeisen und verknechten.