Netzwelt-Ticker: Ein Anti-Panda aus China - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Ein Anti-Panda aus China

Ein chinesischer Programmierer versucht sich bei Sicherheitsfirmen beliebt zu machen, indem er niedliche Panda-Bilder per Viren-Mail verschickt, Raubkopierer werden vor Gericht gestellt und die Spam-Flut steigt. Das und mehr im Überblick.
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Chinesischer Virusautor entschuldigt sich für Panda-Virus

Der chinesische Urheber des "Panda-Wurms" will selbst eine Software zur Bekämpfung seines Schadprogramms entwickeln. In Zusammenarbeit mit der Polizei in der zentralchinesischen Stadt Xiantao soll die Software im Internet veröffentlicht werden und Millionen chinesischer Rechner von der Infektion befreien.

Erst am Dienstag nahm die Polizei den 25-jährigen Programmierer fest. Als Motiv gab er Unzufriedenheit an. Er sei frustriert, weil seine Bewerbungen bei Internet-Sicherheitsfirmen immer wieder scheiterten.

Der Virus ist zerstörerisch und süß zugleich. Nach dem Befall wird der Monitor zunächst blau. Laut Associated Press werden nach mehreren Neustarts alle Dateien durch Panda-Symbole ersetzt. Eines der ersten Bilder zeige einen Panda mit Räucherstäbchen. Deswegen heiße der Wurm auf Chinesisch "Panda verbrennt Rächerstäbchen" (Xiangmao Shaoxiang).

Der Wurm kann mutieren, um Antiviren-Programme zu umgehen. Seine Schadfunktion umfasst zudem einen Trojaner, der Passwörter stehlen kann.

Prozess um Vertrieb von Raubkopien im Internet

Vier Männer zwischen 22 und 48 Jahren müssen sich vor dem Landgericht im thüringischen Mühlhausen wegen der geschäftsmäßigen Verbreitung unerlaubter Kopien von Spielen, Filmen, Audiodateien und anderer Software verantworten. Der Anklage zufolge machten sie dabei rund 700.000 Euro Gewinn.

Laut Associated Press sind die Beschuldigten zum Teil geständig. Einer der Hauptangeklagten sei bereits einmal wegen Verbreitung illegaler Kopien bestraft worden, die anderen Verdächtigen seien nicht vorbestraft, heißt es.

Laut Staatsanwaltschaft wurden die Identitäten aller 15.000 Kunden der mutmaßlichen Raubkopierer ermittelt. Entsprechende Ermittlungsverfahren, allein 120 davon in Thüringen, wurden an die zuständigen Landeskriminalämter weitergeleitet. Der Prozess dauert voraussichtlich bis Ende April.

Spam-Anstieg erwartet

Schlechte Nachricht für 2007: Experten prognostizieren für das laufende Jahr eine dramatische Zunahme der weltweit verschickten Spam-Mails. Im vergangengen Jahr hatte das Spam-Aufkommen bereits Rekordwerte erklommen. Laut Postini-Report waren im Dezember 2006 insgesamt 94 Prozent aller E-Mails unerwünschte Werbenachrichten!

Aber das soll erst der Anfang gewesen sein.

Besonders hohe Zuwachsraten waren bei Bilder-Spam und bei scheinbar mit Office-Dokumenten versehenen Werbenachrichten zu verzeichnen. Im Jahr 2005 machten solchen Botschaften noch weniger als fünf Prozent des E-Mail-Mülls aus. Im vierten Quartal 2006 waren es bereits 45 Prozent. Zudem stieg die Zahl der Instant-Messenger-Schädlinge rasant an – in jedem Monat des vergangenen Jahres stieg deren Zahl auf etwa 160 Prozent des Vormonatswertes, zitiert Associated Press den Bericht.

Microsoft warnt vor Sicherheitslücken

Wenige Tage nach dem Mega-Patchday warnt Microsoft nun vor sechs weiteren kritischen Sicherheitslücken . Demzufolge können Angreifer mithilfe eines Wurm-Programms Zugriff auf fremde Rechner erlangen. Betroffen seien vor allem Windows, Office, Works und der Internet Explorer. Bei Vista hingegen, sei die Sicherheitslücke nicht gefunden worden.

Los Angeles soll drahtlos ans Netz

Ganz Los Angeles soll kostenlos, oder zumindest gegen einen geringen Betrag, drahtlos ans Internet angeschlossen werden. Bürgermeister Antonio Villaraigosa will jedem Bürger einen Hochgeschwindigkeitszugang spendieren. Los Angeles soll damit "für jedes Viertel und alle Branchen zum Wegbereiter werden", erfuhr Associated Press. Das Projekt werde noch in diesem Jahr ausgeschrieben, heißt es. Bis 2009 soll das Mega-WLAN stehen.

Yahoo-Musik-Boss: DRM ist bis Ende des Jahres Geschichte

Seit Steve Jobs mit seinem Anti-DRM-Statement für Aufsehen sorgte, ist digitales Rechtemanagement für Musik ein heißes Thema. Nun schließt sich ein Yahoo-Manager der Kritik an – Yahoo-Musik-Boss Dave Goldberg kündigte laut Ars Technica an , bis Ende des Jahres größtenteils DRM-freie Musik verkaufen zu wollen. "Die Labels verstehen, dass DRM weg muss. Das ist nichts anderes als eine Extrasteuer für digitale Konsumenten."

Goldbergs Ankündigung kommt kurz nachdem EMI verlautbaren ließ, dass man intensiv darüber nachdenke, DRM aus dem eigenen Musikkatalog zu verbannen. Auch die anderen großen Musiklabels scheinen mit Yahoo-Music in Verhandlungen über die Veröffentlichung DRM-freier Musik zu stehen. So einfach gestaltet sich das jedoch nicht. Angeblich verlange EMI Vorauszahlungen von Yahoo Music, um die Risiken, die angeblich mit dem Verkauf ungeschützter Musik einhergehen, abzumildern.

EMI und Yahoo haben bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit DRM-freier Musik experimentiert. Erst kürzlich veröffentlichte Yahoo Music Tracks von Norah Jones und den Sankto-Rockern Relient K (beide bei EMI) als normale MP3s.

Gute Nachricht: Für ewig Chips dank Hafnium

Bis Januar war das überaus seltene Metall Hafnium (Platz 72 im Periodensystem der Elemente) wohl nur einer Handvoll Wissenschaftler und Ingenieure bekannt. Doch dann kündigten Intel und IBM gleichzeitig an, neue Prozessoren mit dem Wundermetall herzustellen. Schneller, Energie-effizienter – halt ein Durchbruch.

Doch, noch die Tantal-Knappheit in den Knochen, stellten sich Technik-Jünger rund um den Globus mit angstverzerrter innerer Stimme die Frage: Jährlich werden nur 50 Tonnen Hafnium in einem schwierigen Prozess gewonnen – ist denn da nicht ein Chip-Engpass vorprogrammiert? Aber Reuters weiß zu beschwichtigen : Alles Hafnium auf einem normalen 12-Zoll-Waver (Siliziumplatte mit eingeätzten Leiterbahnen, ausreichend für mehrere Prozessoren) sei kaum mit dem Auge sichtbar. Ein Kubikzentimeter Hafnium reiche für einen Wafer in Größe von 10 amerikanischen Football-Feldern. Mit etwas Entwicklungszeit dürfte sich die Fläche sogar noch vergrößern. Heute sei die Hafnium-Schicht auf den Leiterbahnen 50 Atome dick, da sei noch erheblich Spielraum nach unten drin.

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