Netzwelt-Ticker Leopard mit Zeitmaschine
Leopard mit Zeitmaschine
Für große Aufregung sorgte die diesjährige Apple-Messe WWDC nicht gerade, rechneten Apple-Enthusiasten rund um den Globus doch mit bahnbrechenden Ankündigungen und bekamen stattdessen trocken Brot. Kein Wunder, die WWDC ist ja auch eine Entwicklerkonferenz. Dabei ist bei der Vorstellung der neuesten OSX-Version Leopard dann aber doch das eine oder andere Leckerli dabei gewesen. Allen voran die "Time Machine", die unauffällig Backups einzelner Dateien erstellt. Aber auch Kleinigkeiten wie die neuen Widget-Funktionen oder das gemeinsame Arbeiten an einem Desktop mit verschiedenen Rechnern.
Die Leopard-Website zeigt die neuen Features, in Blogs, zum Beispiel von Oreillynet.com , werden die Features weiter auseinandergenommen und (versuchsweise) erklärt: Zum Beispiel die Time Machine bei Itwire.com .
Die Tastatur, die nach Hause telefoniert
Studenten der Universität of Pennsylvania haben eine Wanze entwickelt, die Tastenanschläge mitprotokolliert und dann heimlich über ein Netzwerk versendet. Früher mussten diese "Keylogger" von Hand wieder eingesammelt werden, nachdem sie in einem internen Speicher die Passwörter, Zugangsdaten und Tagebucheinträge der Abhöropfer mitgeschrieben hatten.
Zwar sei noch keine der neuen Wanzen ("JitterBug") in freier Wildbahn gesehen worden, doch die Forscher haben darauf hingewiesen, dass ähnliche Ideen wie die ihre womöglich bereits umgesetzt und nur noch nicht bemerkt wurden.
Diese neue Art von Keyloggern verpackt laut Networkworld.com die gesammelten Daten quasi in den Pausen zwischen dem Signal der Tastatur "Taste gedrückt" und "Taste gelöst". Über Anwendungen wie Telnet oder "Remote Desktop" (ferngesteuerte PCs) wird jedes Mal ein Netzwerk-Paket versendet, wenn der User eine Taste drückt. Wenn man nun die Pausen zwischen diesen gesendeten Paketen leicht variiert, kann das Paket-Zittern von einem Netzwerk-Sniffer gelesen und daraufhin analysiert werden.
Ein Paket pro Anschlag ist natürlich nicht eben viel, könnte aber durchaus ausreichen, entscheidende Passwörter oder Ähnliches zu übertragen.
Microsoft: Zwölf Updates, 23 Sicherheitslücken
In den eben veröffentlichten zwölf Sicherheitsupdates schließt Microsoft 23 Sicherheitslücken, die Mehrzahl der Löcher stuft das Unternehmen als kritisch ein. Eine der acht Lücken im Internet Explorer erlaube über eine präparierte Website, dem verwundbaren Computer unbemerkt Code aufzuspielen. Die anderen Probleme entstehen beim Rendern von HTML-Seiten. Auch Outlook Express 6 scheint Probleme mit HTML zu haben, über den Angreifer Programme auf den Rechner installieren können. Ein ähnlicher Fehler tritt bei einer ActiveX-Komponente auf, die Microsoft in der Windows-HTML-Hilfe einsetzt.
Weiterhin schloss Microsoft zwei Sicherheitslücken in Powerpoint ( wir berichteten) und Office ist nun um eine Exploit-Quelle in "Visual Basic for Applications" ärmer, über die infizierte Dokumente zum Beispiel Trojaner einschmuggeln konnten.
Zuletzt wurden teils schwerwiegende Lücken in der Windows Hyperlink Object Library (hlink.dll), dem Server Service, der DNS-Funktion, dem Explorer und anderswo versiegelt.
Wer in letzter Zeit den Eindruck gewonnen hat, dass Windows-Updates immer umfassender werden, hat recht: Bereits heute übertrifft die Zahl der Sicherheits-Bulletins von Microsoft zu kritischen Lücken die Anzahl im gesamten Jahr 2005, wie Heise.de ausgezählt hat . Noch schlimmer sieht es aus, wenn man nicht die Zahl der Updates, sondern der als kritisch eingestuften Fehler betrachtet. Im ganzen letzten Jahr waren das 37 in den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen bereits 52 zusammen.
"Bully" kommt
Rockstar, die Entwickler des Spiele-Bestsellers "Grand Theft Auto" gaben heute bekannt, dass sie im Oktober "Bully" veröffentlichen werden. Obwohl nicht viel über das Spiel bekannt ist, sorgte es doch schon im Vorfeld für große Aufregung. Die dort simulierten Kämpfe in einer Schule riefen Sittenwächter und Gewaltgegner auf den Plan, die in Bully bereits den Auslöser für das nächste Columbine-Massaker sehen.
Der Hauptcharakter des Spiels ist der 15-jährige Jimmy Hopkins, der sich gegen Schulhof-Tyrannen in einem fiktiven US-Internat wehren muss mittels Baseballschlägern, Stinkbomben und Beuteln voller Murmeln
Wie ein Firmensprecher von Rockstar gegenüber Reuters angab : "Endlich kann Bully für sich selbst sprechen. Die Leute können dann sehen, was das Spiel ist und was nicht."
Gigantischer Roboter sperrt Autos ein
In der Garden Street Garage in Hoboken, New Jersey, parkt ein vollautomatischer Roboter Autos ein, die man ihm gegen Geld anvertrauen kann. Doch letzte Woche schloss diese Roboterparkhaus Hunderte seiner Schutzbefohlenen ein weil seine Besitzer sich um die Softwarelizenz stritten
Die Garage ist im Besitz der Stadt Hoboken, die Software im Besitz von Robotic Parking aus Clearwater, Florida. Einige Tage, bevor der Vertrag zwischen den beiden Parteien auslief, warf die Stadt Robotic-Mitarbeiter vom Betriebsgelände und mit ihnen Anleitungen und Urheberrechte an der Software, die den Roboter am Laufen hielt: Die Autos steckten fest.
Währenddessen, so "Wired.com" unter Berufung auf die Zeitung "Hudson Reporter" , zerrten sich die Stadt und die Roboterfirma gegenseitig vor Gericht Urheberrechtsverletzung, Software-Sabotage, geschäftsschädigendes Verhalten. Zuletzt einigten sich die Streithähne darauf, dass die Stadt 5.500 Dollar pro Monat für eine dreijährige Softwarelizenz zahlen muss, Robotic den Support aufrecht erhalten wird und beide nie wieder über den Vorfall reden werden.