Netzwelt-Ticker: Norwegen spricht iTunes schuldig - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Norwegen spricht iTunes schuldig

Dass iTunes seine Waren in Norwegen auf Basis eines Vertrages nach englischem Recht verkauft, schmeckt den Norwegern gar nicht. Jetzt soll Apple nachbessern - oder Strafe zahlen. Außerdem im Überblick: dichte Vista-Downloadserver, Hurrican-Handys, fiese Sicherheitslücken und mehr.
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Norwegen spricht iTunes schuldig

Der norwegische Ombudsmann für Verbraucherangelegenheiten wirft Apple vor, mit dem iTunes Music Store gegen norwegisches Recht zu verstoßen. So sei nicht einzusehen, weshalb norwegische Anwender einem nach englischem Recht verfassten Vertrag zustimmen sollen. Zudem sei es nicht statthaft, dass Apple sich das Recht vorbehält, die Vertragsbedingungen nachträglich zu ändern. Außerdem müsse die Firma für Schäden einstehen, die durch den Gebrauch der Software entstehen.

Bis zum 21. Juni habe Apple nun Zeit zu reagieren, schreibt "The Register" . Nach Ablauf dieser Frist müsse Apple mit Strafzahlungen rechnen. Zuletzt verurteilte der Ombudsmann die Billig-Fluggesellschaft Ryanair wegen unberechtigt geforderter Stornierungsgebühren zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 62.500 Euro.

Windows Vista Beta 2:  Downloadserver ächzen

Mehr als eine kurze Notiz in den Windows Vista Newsgroups  hat es nicht gebraucht, um Microsofts Download-Server an ihre Grenzen zu treiben. Obwohl eine offizielle Ankündigung bisher ausblieb, stehen, wie bereits berichtet, seit letzter Nacht verschiedensprachige Versionen der lang erwarteten Windows Vista-Vorabversion Beta 2  zum Herunterladen bereit – zumindest theoretisch. Denn wie die Kommentare einiger Nutzer und auch der erste Selbstversuch zeigen, ächzen die Server unter der Last des Ansturms.

Etwas Geduld sollte also mitbringen, wer sich das, je nach Variante (32 Bit oder 64 Bit) 3,5 bzw. 4,4 Gigabyte große DVD-Image auf den PC laden will. Selbst unter optimalen Bedingungen kann es bei einer Standard-DSL-Verbindung etliche Stunden (768er-Leitung: 18 bis 21 Stunden) dauern, bis die Software auf den Rechner übertragen ist. Modem- und ISDN-Anwender sollten daran keinen Gedanken verschwenden.

Für die besteht allerdings die Möglichkeit, sich die Software auf DVD zu bestellen. Pro Stück stellt der Software-Konzern dafür 16 Euro in Rechnung. So oder so benötigt man für die Aktivierung einen Produkt-Key, den man nach Registrierung über das Windows Live-Portal erhält. Beide Varianten, also sowohl der Download als auch die Bestellseiten für DVDs, sind über Microsofts Windows Vista-Website  erreichbar. Wer neugierig, interessiert oder einfach nur wagemutig ist, sollte sich allerdings sputen. Laut Microsoft steht für das sogenannte "Customer Preview Program" nur eine limitierte Anzahl an DVDs und Downloads zur Verfügung.

Sicherheitslücke in IE und Firefox

Verschiedene Sicherheitsfirmen, darunter auch Symantec, weisen auf eine neu entdeckte Sicherheitslücke hin, die sowohl alle Versionen des Internet Explorer als auch Firefox und andere Browser betrifft. Zudem seien neben Windows auch Linux und Mac OS-basierte Systeme betroffen. Laut "Newsfactor"  nutzt das Exploit das JavaScript-Event "OnKeyDown", um Tastatureingaben des Benutzers abzufangen.

Damit dieser Trick funktioniert, muss der Anwender also selber Daten eingeben, die dann vom Bösewicht umgeleitet werden können. Bis eine Lösung für dieses Problem bereitsteht, sollte man also doppelt vorsichtig dabei sein, persönliche Daten oder gar Bankdaten in Online-Formulare einzugeben – aber das gilt natürlich eigentlich immer. Das Gefahrenpotential des Exploits stufen Experten allerdings als niedrig ein. Derzeit, so Rob Ayoub von Frost & Sullivan, scheint es noch nicht besonders weit verbreitet zu sein.

Telefon-Hacker verhaftet

Der Handel mit Gesprächsminuten für Internet-Telefonie, kurz VoIP, hat dem 23-jährigen Edwin Andres Pena ein Vermögen eingebracht. Kurz nacheinander kaufte er sich ein Haus in Miami, ein schickes Motorboot und mehrere Luxusautos. Aber damit ist jetzt Schluss. Wie die "New York Times"  berichtet, hatte der erfolgreiche Jung-Geschäftsmann es sträflich vernachlässigt, die vom ihm vermittelten Gespräche mit den VoIP-Providern abzurechnen. Stattdessen engagierte er einen Hacker, der sich gegen Zahlung von 20.000 US-Dollar in die offenbar schlecht gesicherten Netzwerke der Anbieter einschlich und dort kostenlose "Durchgänge" einbaute. Um das Verfahren weiter zu verschleiern, wurden sämtliche Gespräche über die Server einer ahnungslosen New Yorker Investmentfirma geschleust. Mehr als eine Million US-Dollar an Gebühren kassierte Pena von seinen Kunden, bevor er aufflog. Jetzt aber kann er seine geliebten Sportwagen nur noch im Web ansehen, denn dort hatte der Autofan regelmäßig Bilder seiner Errungenschaften gepostet.

Seagate stellt Hybrid-Festplatten vor

Wie "TGdaily"  berichtet, hat die US-amerikanische Firma Seagate insgesamt zehn neue Festplattenmodelle vorgestellt. Darunter einen besonders handlichen "PocketDrive" mit 8 GB sowie eine 160 GB-Platte mit integrierter Verschlüsselungstechnologie. Herausragend ist jedoch die "Momentus 5400 PSD"-Notebook-Festplatte. Die verfügt neben 160 GB Plattenspeicher zusätzlich über 128 oder 256 MB Flash-RAM. Dieser Zwischenspeicher soll genutzt werden, um häufig benötigte Daten schnell und vor allem stromsparend bereitzuhalten. Energieeinsparungen im Bereich von 5 bis 15 Prozent verspricht der Hersteller durch diese Technologie. Notebooks könnten damit bis zu 30 Minuten länger mit Akkustrom laufen, meint "TGDaily". Einen Preis für diese neue Technologie mag der Hersteller noch nicht angeben und verrät nur so viel, dass die neuen Hybrid-Festplatten wohl teurer werden als Standardmodelle.

Werbung zum Reinhören

In und um die kanadischen Großstädte Toronto und Vancouver testet die Agentur BBDO ein neues Werbekonzept . In U-Bahnen und an anderen öffentlichen Plätzen wurden 100 Multimedia-Displays mit Kopfhörerbuchse aufgehängt. Wer dort seine Kopfhörer einklinkt, bekommt 30-Sekunden-Schnipsel aktueller Pop-Songs auf die Ohren. Der Haken: will man den Song besitzen, muss man süße Cola kaufen in deren Deckel PIN-Nummern zum Erwerb der Titel von der Website eines Kaltgetränke-Herstellers versteckt sind.

Das Hurrikan-Handy

Speziell für Bewohner der südlichen US-Staaten, die auch beim schlimmsten Hurrikan trotz umgepusteter Telefonmasten noch mit Tante Mary telefonieren wollen, gibt es jetzt ein Hurrikan-Handy. Satte 4995 US-Dollar verlangt Hersteller Assemble Communications für das wasserdicht verpackte Inmarsat-Satelliten-Telefon. Dafür sind aber auch 400 Minuten Gesprächszeit sowie 150 MB Datentransfer im Preis enthalten. Anwendern, denen das zu teuer ist, empfiehlt Associated Press  günstigere, aber immer noch teure, Alternativen von Globalstar und Iridium. Ich empfehle für den Fall, dass sich ein Hurrikan nähert, die Beine in die Hand zu nehmen und schleunigst zu verschwinden.

iPod beliebter als Bier

Das hat es bisher erst einmal gegeben: Bier ist für amerikanische College-Studenten nicht mehr das Wichtigste im Leben. So lautet zumindest das Ergebnis einer Umfrage , die das US-Unternehmen Student Monitor mit insgesamt 1200 Studenten durchführte. Von denen gaben 73 Prozent an, dass der iPod bei ihnen "in" sei. Damit gelang dem Musikplayer was zuletzt, 1997, das Internet schaffte, nämlich, den Gerstensaft vom Thron zu stürzen. Der Konsum von Bier sowie die Community-Website Facebook.com mussten sich mit jeweils 71 Prozent den zweiten Platz teilen.

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