Netzwelt-Ticker: RFID ist von Gestern - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker RFID ist von Gestern

Auf der Cebit lief Kanzlerin Merkel noch Werbung für die umstrittenen RFID-Chips, schon ist mit RuBee eine Nachfolgetechnik in Sicht, die das Potenzial hat, für noch mehr Unruhe zu sorgen. Außerdem: MS-Blogger verlässt Microsoft, Uralt-Programme für Novitäten-Frustrierte und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

eBay macht AdContext

Auch das Online-Auktionshaus eBay will seine Umsätze nun mit einem Keyword-Advertising-System ankurbeln. Wie Reuters  berichtet, verkündete eBays Chef-Stratege Michael van Swaaij, man werde unabhängigen Website-Betreibern künftig anbieten, kontextsensitive eBay-Anzeigen auf ihren Seiten unterzubringen. Das System soll ähnlich wie Googles Adwords agieren und auf Online-Auktionen hinweisen, die zum Inhalt der jeweiligen Seite passen.

Anders als bei den Marketingformen der Suchmaschinenbetreiber werden Teilnehmer am AdContext-Programm jedoch nicht pro Klick auf eine Anzeige bezahlt. Stattdessen will eBay sie mit 40 bis 70 Prozent am tatsächlich generierten Umsatz beteiligen, heißt es bei Reuters. Wie der eBay-Sprecher Hani Durzy sagte, sehe man dieses Angebot nicht als Konkurrenz zu anderen derartigen Marketing-Systemen, wie sie etwa von Google, Yahoo und Microsoft angeboten werden. Vielmehr will man AdContext als Ergänzung verstanden wissen, die den Website-Betreibern eine zusätzliche Einnahmequelle erschließt.

RuBee funkt RFID dazwischen

Während bei uns noch kräftig über eine mögliche flächendeckende Einführung der RFID-Funktechnologie diskutiert wird, ist sie in den USA beispielsweise von der Supermarktkette Wal-Mart längst eingeführt worden. Doch nun steht offenbar schon der erste Herausforderer für die fast totgeredete Technologie in den Startlöchern. Laut "eWeek"  wird bei der Standardisierungsgremium IEEE gerade am Konkurrenzstandard IEEE 1902.1, Kampfname "RuBee", gefeilt. Der Hauptunterschied: Während RFID eine passive Technologie ist, die von außen mit Energie versorgt werden muss, sollen RuBee-Etiketten aktiv Signale aussenden.

Einer der größten Vorteile soll jedoch sein, dass die Funksignale auch Flüssigkeiten und Metalle durchdringen - mit beiden hat RFID arge Probleme. Wie eWeek schreibt, rechnet man innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate mit den ersten RuBee-Produkten. Auf Unterstützerseite zählt der Artikel neben Firmen wie Intel, IBM und Best Buy auch die Metro-Gruppe auf, die bisher ja noch für RFID die Werbetrommel rührt.

Der größte Download der Geschichte

Stunden- oder gar tagelange Downloads, Abbrüche und stagnierende Verbindungen scheinen vielen der Selbstversuch-Willigen das Leben oder vielmehr den Download der Beta 2 von Windows Vista schwer zu machen. Aber schneller geht es einfach nicht, der Ansturm ist zu groß.

Allerdings nicht für Microsoft. Schließlich ist man sich sicher, gerade das "größte Download-Event der Geschichte" abzuarbeiten. Wie ein Microsoft-Repräsentant gegenüber dem Longhorn Blog sagte, pumpt man die Bits so schnell raus wie nur möglich. "Würden wir die Bits noch schneller rausdrücken, würde das einen messbaren Einfluss auf das Internet haben", wird aus einer Microsoft-Stellungnahme zitiert. Deshalb wird weiteren potentiellen Betatestern empfohlen, lieber die DVD-Version zu bestellen.

Die sei binnen ein bis vier Wochen im Briefkasten und beinhalte zudem die Garantie, dass man auch den Release Candidate 1 bekommen wird, also die möglicherweise letzte Vorabversion, bevor das neue Betriebsystem in die Produktion geht. Da Warten aber nicht jedermanns Sache ist, haben die beiden US-Amerikaner Chris Pirillo und Jake Ludington die Website "Windows Vista Torrent"  aufgebaut. Dort erklären sie, wie man ihre Kopie der Beta 2 über das BitTorrent-System herunterladen und auf Echtheit überprüfen kann.

Darüber, dass sie sich mit dieser Aktion auf dünnem Eis bewegen, sind sich die beiden offenbar klar, denn sie schreiben selbst, dass sie jederzeit bereit sind, ihren Torrent auf Anfrage stillzulegen. In der Zwischenzeit spekulieren sie aber offenbar darauf, noch ein paar Dollar extra einnehmen zu können, denn ihre Website ist über und über mit Affiliate-Werbung gepflastert.

Jobwechsel erschüttert Blogosphäre

Wie "ZDnet"  fein vermerkt, war es an diesem Wochenende nicht etwa die Fußball-WM, welche die Gemüter bewegte – auf jeden Fall nicht in den Blogs. Stattdessen listet Technorati den zukünftigen Ex-Microsoft-Blogger Robert Scoble als meistgesuchten Begriff.

Scoble war dafür bekannt, in seinem Blog  grundehrlich über seinen zukünftigen Ex-Arbeitgeber Microsoft zu berichten. Wie "Silicon Beat"  anmerkt, begründete er damit einen Trend, der sich mittlerweile im ganzen Silicon Valley manifestiert. Als Scoble nun aber bekannt gab, er werde seinen bisherigen Arbeitgeber verlassen, um zu einem Startup-Unternehmen zu wechseln, wurden schnell Verschwörungstheorien darüber ausgetauscht, der Microsoft-Blogger solle mundtot gemacht werden.

Stimmt alles überhaupt nicht, stellt Scoble allerdings selber klar. Er liebe Microsoft nach wie vor und sei von seinen Vorgesetzten stets unterstützt worden, heißt es in einem Blog-Eintrag  vom Samstag. Weder seinen Tablet PC noch seine XBox werde er nun verschrotten. Außerdem sei er ja nun beileibe nicht der einzige Blogger bei Microsoft, sondern nur einer von etwa 3000 bloggenden Kollegen.

Oldies but Goldies

Nicht immer hält ein Update, was es verspricht. Manchmal wird erprobte Software durch neue Funktionen auch verschlimmbessert oder gar lieb gewonnener Funktionen beraubt. Das findet auch der Texaner John Brockmen und hat deshalb eine Website ins Leben gerufen, die alte Versionen beliebter Programme konservieren soll.

Wer einen PC älterer Bauart benutzen will oder von der mit neuen Funktionen und Popup-Werbung vollgekleisterten aktuellen Version seines Lieblings-Programms genervt ist, kann bei old-versions.net  "downgraden". Dort sind alte Recken wir Eudora 1.5.4, Quicktime 3.0 und der Internet Explorer 1.0 zu finden.

Einziger Nachteil: Brockmen archiviert bisher ausschließlich Windows-Software. Ein wenig Hilfe könnte er allerdings gebrauchen, denn bisher ist sein Archiv recht übersichtlich. Wer also noch alte Software in der Schublade hat, sollte sie schleunigst an old@old-versions.net senden. Dann können auch endlich die ollen Disketten entsorgt werden.

Bunt ohne Farbe

Mit einem recht simplen Trick schlägt derzeit der Grafik-Designer John Sadowski Wellen im Web. Betrachtet man für einige Sekunden ein merkwürdig gefärbtes Bild auf seiner Website  und fährt dann mit der Maus über selbiges, erscheint ein Farbfoto einer Berglandschaft – glaubt man zumindest. Erst wenn man die Augen bewegt, wird klar, dass man einer optischen Täuschung aufgesessen ist. Tatsächlich ist das gezeigte Bild schwarzweiß. Nett, dass der Künstler auch gleich erklärt, wie man's nachmachen kann. Da werden wohl demnächst einige artverwandte Bilder im Netz auftauchen.

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