Neue Rivalen für Google: Viele Davids gegen einen Goliath - DER SPIEGEL
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Neue Rivalen für Google Viele Davids gegen einen Goliath

Die Suchmaschine Google hat wieder ein paar neue Herausforderer. Manche wollen den übermächtigen Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen, andere suchen ihr Heil in der Spezialisierung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Erst Yahoo!, dann Altavista - jetzt Google . Bisher wurde noch jede Suchmaschine, die das Internet dominierte, von einem noch populäreren Konkurrenten abgelöst. Seit einiger Zeit hat nun Google die Vorherrschaft unter den Suchmaschinen übernommen. Das Erfolgsgeheimnis von Google ist dessen Ranking-Technik: Wie andere Suchmaschinen fahndet Google erst nach dem Suchbegriff. Zum Anzeigen der Ergebnisse wird dann aber das Prinzip der "Link Popularity" genutzt. Die Trefferlisten sind danach sortiert, wie oft eine Seite von anderen Homepages durch einen Link empfohlen wurde. Je mehr Verknüpfungen registriert werden, desto höher rangiert die Seite dann auf der Ergebnisliste.

Die Google-Macher haben damit einen Weg gefunden, die überwältigende Masse der Webseiten in den Griff zu kriegen. Seine Technologie hat Google schon erfolgreich weiterverkauft - der eigenen Popularität tat das aber keinen Abbruch. Weltweit zählt Google zu den meistgenutzten Suchmaschinen.

Ob das nächste große Ding in Sachen Suchmaschinen zur Zeit schon im Internet heranreift, ist allerdings fraglich. Als heißer Anwärter auf den Google-Thron wird beispielsweise Teoma  gehandelt. Ähnlich wie bei Google wird das Suchergebnis danach sortiert, wie viele andere Seiten den Treffer via Link empfehlen. Berücksichtigt werden, und das soll Teoma zum besseren Google machen, nur Links von Seiten, auf denen der Suchbegriff auch vorkommt. Zusätzlich bietet die Suchmaschine automatisch generierte Kategorien und Experten-Links an.

Von Leipzig nach China

Das hört sich in der Theorie zwar gut an, in der Praxis hapert es allerdings noch: Wer sich etwa über die Situation ausländischer Studenten in Leipzig informieren will (Suchbegriffe: ausländer studenten leipzig), landet auf einer Seite zum Thema Studieren in China. Völlige Fehlanzeige bei den angebotenen Kategorien: Die eine trägt den schlichten Titel "Der" und informiert über die Sprechzeiten der zentralen Studienberatung der Universität Münster. Die andere Kategorie befasst sich mit den zahlreichen Problemen des deutschen Rechts im Allgemeinen.

Die Kollegen der seit Mai präsenten Suchmaschine Wisenut  verlassen sich nicht ganz auf das Prinzip der "Link Popularity". Wisenut untersucht auch die Inhalte der Seiten und wertet beides für die Trefferliste aus. Webseiten des gleichen Anbieters werden dabei zusammengefasst. Das soll die Trefferlisten überschaubar machen.

Zoom ins Suchergebnis

Einen ganz neuen Weg haben die Macher von Lasoo  beschritten. Um die Suche so exakt wie möglich zu gestalten, müssen die Nutzer geografisch vorgehen. Dafür hat man sich bei Lasoo richtig Mühe gegeben. Während man beispielsweise bei Yahoo! für die Suche in einer bestimmten Region einfach ihren Namen eingibt, kann man sich bei Lasoo auf einer Weltkarte austoben. Wie mit einem Zoom nähert man sich dem Zielort und gibt dann den Suchbegriff ein. Dafür muss man natürlich ziemlich genau wissen, wo genau der Ort liegt, über den man Informationen sucht. Lasoo ist also ideal für jene, die spät in der Nacht der Hunger plagt und sich via Internet informieren wollen, wo der nächste Lieferservice ist.

Mit weniger Hinguckern als Lasoo ist Vivismo  ausgerüstet, bietet aber dafür die bessere Suchfunktion. Die Technologie der Suchmaschine wurde an der US-amerikanischen Carnegie Mellon Universität entwickelt. Vivismo arbeitet nach dem bekannten Prinzip der Meta-Suchmaschinen, lässt also den Suchbegriff bei anderen Suchanbietern durchlaufen und stellt dann eine Trefferliste zusammen.

Neu bei der Vivismo-Technologie ist, dass neben endlosen Trefferlisten auch - sinnvoll generierte - Kategorien angeboten werden, die durchaus den Namen Dossiers verdienen. Die Zeiten, in den man sich erst durch Hunderte Suchergebnisse klicken musste, könnten damit ein Ende haben - und möglicherweise auch einmal die Vorherrschaft von Google.