Neue Technik: Premiere zu knacken wird schwerer - DER SPIEGEL
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Neue Technik Premiere zu knacken wird schwerer

Der schlingernde Pay-TV-Sender Premiere World hat eines seiner Hauptprobleme vorerst gelöst: Am Montag trennte er sich von der schwarzsehenden Hälfte seiner Kundschaft. Crackerseiten räumen dem gebeutelten Sender eine Schonfrist ein: "Bis zum Wochenende" wolle man auf ein erneutes Knacken der Schlüssel verzichten. Immerhin.
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Der in Bedrängnis geratene Bezahl-TV-Sender Premiere World hat eine Sicherheitslücke in seiner verschlüsselten Programmausstrahlung geschlossen. Premiere habe "die größte Angriffsfläche für Hacker versiegelt", teilte das Unternehmen aus der KirchGruppe vollmundig am Mittwoch mit. Seit vergangenen Montag sei der Sender nicht mehr mit Hilfe manipulierter Chipkarten ("Smartcards") zu sehen.

Überraschenden Beistand erhielt der Pay-TV-Kanal unterdessen ausgerechnet aus der "Piraten"-Szene im Internet. Zur Unterstützung des hochdefizitären Senders wollen die meisten auf das Knacken von Premiere-Sicherheitsschlüsseln spezialisierten Foren ihren Betrieb bis zum Wochenende ruhen lasse.

Eine Reihe der Piratenforen hätten dazu aufgerufen, ein Premiere- Abonnement abzuschließen, um gefährdete Arbeitsplätze zu sichern, berichtete der Branchendienst "heise online". Gegen Unterstellungen, dass diese Aktion aus rein eigennützigen Motiven entstanden sei, haben sich inzwischen einige Betreiber verwahrt. "Der mögliche Verlust von Premiere World würde uns nicht finanziell treffen, jedoch wäre es ein Verlust, der ein Stück Lebensqualität bedeutet", heißt es auf einer der Seiten.

Mit dem auf knapp eine Woche angesetzten "Waffenstillstand" räumen die Cracker dem Sender die Möglichkeit ein, zur Abwechslung ein paar positive Schlagzeilen zu ernten. Dass die Verschlüsselung hält, wenn sich die Cracker wieder ans Werk machen, darf als unwahrscheinlich gelten. Allerdings werden sie nun erheblich mehr Arbeit investieren müssen - denn bisher hatte es ihnen Premiere leicht gemacht.

Zur Vorführung für Kunden hatte Premiere speziell Händlern eine Generalkarte für die Ausstrahlung des kompletten Programms zur Verfügung gestellt. Diese Karten waren mit einem einzigen Verschlüsselungscode ("Monitoring-Schlüssel") gesichert, der immer wieder geknackt und als Raubkopie vertrieben wurde.

"Analysen haben gezeigt, dass die Mehrheit aller manipulierten Smartcards mit genau dem Monitoring-Schlüssel beschrieben sind", sagte Helmut Stein, Technischer Geschäftsführer bei Premiere. Deshalb sei die ersatzlose Abschaffung des Monitoring-Schlüssel die "logische Folge" gewesen.

Noch in diesem Jahr wolle der Sender weitere Verschlüsselungssysteme einsetzen. Damit soll auch die Sicherung einzelner Programme oder TV-Dienste möglich werden.

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