(Noch) löcherige Filter: Napster hält Ultimatum nicht ein - DER SPIEGEL
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(Noch) löcherige Filter Napster hält Ultimatum nicht ein

Wie erwartet ist das 72-stündige Ultimatum für die US-Tauschbörse Napster abgelaufen, ohne dass alle geschützten Musiktitel aus dem Angebot verschwunden sind. Doch die Filter scheinen langsam besser zu funktionieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "No matching files found!" Diese Auskunft erhalten Naspter-User zum Beispiel, wenn sie sich auf die Suche nach Songs von Madonna machen. Und auch Musik von den Napster-Intimfeinden Metallica ist mittlerweile fast nur noch dann zu finden, wenn sie mit geänderten Songtiteln in der Datenbank verzeichnet ist. Zwar nicht vollständig aussagekräftig zeigen diese beiden Stichproben doch, dass die für das Überleben von Napster so wichtigen Filter mittlerweile wenigstens zum Teil ihre Funktion erfüllen.

Wie dünn jedoch das Eis ist, zeigt ein weiterer einfacher Test. Wird als Suchwort nicht "Madonna", sondern "Madonn" angegeben, so findet sich unter anderem die neue Single "Don´t tell me" auf der Ergebnisliste. Zweifelhaft ist, ob sich die US-Plattenindustrie, die Napster in der vergangenen Woche eine Liste mit 135.000 zu sperrenden Songs vorgelegt hatte, mit dem jetzigen Stand zufrieden gibt.

Eine Verbesserung der Filtersysteme dürfte sich aus Napsters gestern verkündeter Partnerschaft mit dem US -Unternehmen Gracenote ergeben. Dessen Musikerkennungssystem kann nach eigenen Angaben auch Dateien finden, deren Namen von den Usern geändert wurden, um die Filtersysteme zu umgehen. Gracenote erkennt anhand des Musikinhaltes einer Datei, um welchen Titel es sich handelt, und nicht anhand des Namens.

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