Nummernklau Sitzt "Maxus" in Lettland?
New York - "Maxus", der Hacker, der vor Weihnachten beim US-Unternehmen CD Universe rund 300.000 Kreditkartennummern geklaut haben will, sitzt möglicherweise in Lettland. Wie die Organisation AntiOnline herausgefunden haben will , führen die Spuren zu einem Bankkonto bei der Hansabanka Bank im lettischen Riga.
Die Ermittler von AntiOnline sind sich sicher, auf der richtigen Spur zu sein, immerhin heißt der Kontoinhaber mit Vornamen Maxim - ein Pseudonym, das der Hacker neben "Maxus" auch verwendet hat. Einen Komplizen des mutmaßlichen Täters wollen die Hacker-Jäger ebenfalls entdeckt haben. Evgenij F., in Hackerkreisen als "Diagnoz" bekannt, soll im russischen St. Petersburg ein Konto eröffnet haben, auf das Erlöse aus dem Verkauf von Kreditkarteninformationen geflossen sind.
Denn "Maxus", hat nicht nur Nummern geklaut und im Internet veröffentlicht. Er hat, wie die Fahnder glauben, die brisanten Informationen auch verkauft. Auf einer Webseite hat "Maxus" zwar rund 25.000 Kartennummern - quasi als Werbegeschenk - preisgegeben. Gleichzeitig wurden über sein Gästebuch aber auch Kontakte zu potenziellen Käufern geknüpft.
Und die mussten für die Kartennummern kräftig zahlen. Besonders vertrauenswürdige Kunden erhielten Pakete mit 1000 Nummern zum Preis von 1000 Dollar. Der Hacker garantierte dabei, dass jede gestohlene Kartennummer nur einmal verkauft wurde - also, so der Jargon der Nummerndiebe, "jungfräulich" war. Die Käufer verhökerten die gestohlenen Nummern anschließend weiter: 50 Stück für 500 Dollar, das Zehnfache des Originalpreises.
Doch das war, so AntiOnline, nicht die einzige Masche, mit der "Maxus" Kohle machte. Mit Hilfe einer speziellen Software soll es dem Hacker gelungen sein, selbst als Internet-Händler zu agieren und bei sich fiktive Käufe zu tätigen - mit den gestohlenen Kreditkarten. Obwohl keine Waren über den Ladentisch gingen, sind die Karten der ursprünglichen Kartenbesitzern belastet worden. Das Geld floss anschließend auf das Konto des Verkäufers ins lettische Riga.
"Maxus", der noch immer Zugriff zur Datenbank von CD Universe haben will, hat bereits gedroht, weitere Nummern im Internet zu veröffentlichen. Derweil ist noch immer unklar, wie sich der Hacker die eigentlich geheimen Informationen beschafft hat.
Brad Greenspan, Chef von eUniverse, der Mutterfirma von CD Universe, versucht abzuwiegeln: "Es scheint, als habe der Hacker die Kreditkarteninformationen aus vielen verschiedenen Quellen." Dem FBI zufolge hätten mehrere betrogene Kartenbesitzer noch nie im Internet geschweige denn bei CD Universe eingekauft, so Greenspan. Auch habe die Firma von ihren Kunden bislang keine Klagen über einen möglichen Kreditkartenbetrug gehört.
Dem widerspricht APBNews.com , eine auf Kriminalität spezialisierte Webseite. Ihren Recherchen zufolge ist mit den gestohlenen Daten in mindestens zwei Fällen Kreditkartenbetrug begangen worden: Einmal wurde für 1000 Dollar Computerzubehör gekauft, und einmal gingen nicht näher bezeichnete Waren für 1250 Dollar über den Ladentisch.
Wie APBNews.com weiter berichtet sind mehrere gestohlene Karten bereits vor Monaten abgelaufen oder gesperrt worden: Indizien dafür, dass die gestohlene Datenbank älteren Datums ein könnte. Hierfür spricht auch, dass alle Kreditkarten zwischen Februar und April 2000 ablaufen. Für die geprellten Kartenbesitzer ist das allerdings nur ein schwacher Trost.