Sicherheitslecks Selbst schuld, sagt Morpheus
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Und das Unternehmen hat damit wahrscheinlich sogar Recht: Anders als zuerst von der BBC gemeldet, gibt es kein akutes Sicherheitsleck in der Software selbst. Allerdings ist es ein Kinderspiel, selbst für ein solches zu sorgen - und genau das scheinen zahlreiche User zu tun.
Morpheus benötigt für einen reibungslosen und sicheren Betrieb ein "Abhol-Verzeichnis" auf der Festplatte, das freigegeben wird auch für Zugriffe von außen. Bei Morpheus wird dies der "My Files-Folder" genannt. Theoretisch ist dann gewährleistet, dass von außen tatsächlich nur die Dateien zu sehen sind, die man zum Tausch anbieten möchte - und nicht die gesamte Festplatte.
Das aber ist relativ häufig der Fall - und anscheinend tatsächlich ein Fall von "selbst schuld".
Zahlreiche User scheinen im Verlauf der Installation des Programms - oder auch zu späteren Zeitpunkten - neben dem My-Files-Folder auch andere Verzeichnisse für den Zugriff von außen zu öffnen. Nicht wenige wählen als Pfad einfach "c:/" und legen damit alle Inhalte ihrer Festplatte offen. Ein toller Service auch für destruktive Scherzbolde, die auf diese Art und Weise so ziemlich alles überall auf dem Rechner hinterlegen können.
Ein Sturm im Wasserglas also, ein Problem, das höchst einfach zu beheben ist, und doch hatte die kurzzeitige Morpheus-Panik ihr Gutes: Sie machte vielen Usern wieder bewusst, dass es mit der so geschätzten Anonymität selbst in den anscheinend so amorphen P2P-Börsen nicht weit her ist.
Denn auch bei Morpheus lassen sich User zurückverfolgen - und dabei kann man die kunstvollen Usernamen getrost vergessen. Mit einfachen Tricks gelangt man an die Liste der freigegebenen Dateien auch, wenn man einfach auf dem Datenstrom zurücksurft und die IP-Adresse des eins zu eins, im Tauschvorgang fest verbundenen Gegenübers einen Scan unterzieht. Nicht unwahrscheinlich, dass die Informanten der BBC genau so an die Festplattenverzeichnisse der betroffenen Morpheus-User gekommen sind.
Bei denjenigen, die leichtsinnigerweise ihre gesamte Festplatte zum Tauschverzeichnis erklärten, ist dies sogar noch viel einfacher: Die Suche nach systemtypischen Dateien führt mit relativ hoher Sicherheit zu Rechnern, deren "C"-Verzeichnisse offen liegen. Mit ein wenig Stöbern lässt sich so binnen weniger Minuten sogar der echte Name inklusive der Postadresse eines solchen Users herausfinden: Die bei weitem meisten User nutzen zwar im Web alle möglichen Aliase, machen aber bei der Installation des Betriebssystems echte Angaben.
Selbst schuld, sagt Morpheus und rät dringlich dazu, bei allen P2P-Börsen, Netzwerkspielen und Ähnlichem grundsätzlich nur fest abgegrenzte, einzelne Verzeichnisse für den Außenzugriff freizugeben. Bei Morpheus lässt sich all das über die Optionen auch nachträglich noch ändern.