Sobig: Erste Spuren zum Virenautor - DER SPIEGEL
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Sobig Erste Spuren zum Virenautor

Seit Januar 2003 verpestet ein noch immer unbekannter Virenautor in regelmäßigen Abständen das Internet mit seinen Machwerken. Die sechste Variante, Sobig.F, gilt schon jetzt als eines der erfolgreichsten Viren seit Bestehen des Internet. Fahnder in aller Welt versuchen, dem Autor auf die Schliche zu kommen.
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Sie kommen, sie räumen ab, sie verschwinden wieder: Die Sobig-Würmer kursieren seit Januar dieses Jahres, und dem Autor kamen Fahnder und IT-Experten bisher kein Stück näher. Bisher, denn zumindest den Ursprung der Verbreitung von Sobig.F haben Experten nun ausgemacht.

Der Wurm sei voraussichtlich in einer stark besuchten Porno-Newsgroup in Umlauf gebracht worden, sagte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer am Montag der Nachrichtenagentur dpa. "Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Virenautor einen Zugang mit gefälschter Kreditkartennummer genutzt." Gemeinsam mit Virus-Experten und dem Department of Homeland Security fahndet nach US-Medienberichten auch das FBI nach dem Virus-Urheber.

Trotz gelegentlicher Fahndungserfolge ist es eher die Ausnahme, wenn einmal der Zugriff auf einen Virenautor gelingt. Grundvoraussetzung dafür ist es, den Verbreitungsweg eines Virus schlüssig nachzuvollziehen: Der Ausgangspunkt ist immer irgendeine Form von "Versendung", bei der sich der Autor unter einer IP-Adresse ins Netz wagt, die unter günstigen Umständen Rückschlüsse auf seine Identität zulässt. Spektakulär war in dieser Hinsicht der Zugriff auf Onio Guzman, den Autor des "I Love You"-Virus. Auch der wurde per E-Mail verbreitet - wie Sobig.

Die Welle ebbt ab

Dank umfangreicher Gegenmaßnahmen hatte sich "Sobig.F" am Wochenende nicht wie befürchtet weiter ausbreiten können. Führenden Herstellern von Anti-Virensoftware sowie dem FBI war es nach Angaben des Branchendienstes "Heise Security" am Wochenende gelungen, die entsprechenden Server für die geplante Verbreitung im Internet zu blockieren.

Nach Einschätzung von Experten hat der erstmals vor einer Woche aufgetauchte E-Mail-Wurm mit seiner rasanten Verbreitung alle bisher bekannten Schädlinge um das Zehnfache übertroffen. Hunderttausende von Windows-Rechner sollen weltweit befallen worden sein. "Es gibt im Prinzip kein Unternehmen, das von der E-Mail-Flut durch Sobig.F nicht betroffen war", sagte Fischer.

Anders als "Lovesan", der vor rund zwei Wochen weltweit für Aufregung gesorgt hatte, verbreitet sich Sobig.F über E-Mail und wird erst durch einen Doppelklick des Empfängers auf den Dateianhang aktiviert. Doch trotz der nun aktualisierten Anti-Virensoftware der führenden Hersteller sowie der größeren Vorsicht der Nutzer gegenüber E-Mails von ungeprüften Absendern gebe es keinen Grund für eine Entwarnung, sagte Fischer. "Wahrscheinlich sitzt der Viren-Autor schon an der nächsten Version."

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