Telekom-Tarife Genehmigung bleibt fraglich
Bonn - Für einen Teil der neuen Tarife der Deutschen Telekom ist die Genehmigung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) offensichtlich mehr als fraglich. Dies meldet die Redaktion der "Financial Times Deutschland".
Vor allem das Angebot, mit dem ISDN-Kunden für fünf Mark im Monat sonntags unbegrenzt telefonieren und das Internet nutzen können, werde wohl nicht genehmigt werden, berichtete die am kommenden Montag erstmals erscheinende Zeitung. Sie beruft sich dabei auf Personen, die mit dem Vorgang vertraut seien.
Ein Sprecher RegTP sagte auf Anfrage: "Die Telekom weiß, was sie uns zur Genehmigung vorlegen muss". Zu den Plänen des Unternehmens mit einem Pauschaltarif für T-Online-Nutzer sowie dem Sonntags-Angebot wollte er sich aber nicht näher äußern.
In der Sprachtelefonie muss sich die Telekom als ehemaliger Monopolist alle Tarifänderungen von der Regulierungsbehörde vorab genehmigen lassen. Dabei darf der Ex-Monopolist im nationalen Festnetz seinen Endkunden keine Preise anbieten, die unter den eigenen Kosten liegen.
Als Maßstab zieht die Behörde üblicherweise jene Tarife heran, die Wettbewerber der Telekom für die Durchleitung der Gespräche durch deren Netz zahlen. Bei einem Einheitspreis von fünf Mark würde die Telekom schon dann draufzahlen, wenn Kunden sonntags mindestens 24 Minuten telefonierten, berichtete die "Financial Times".
Neben dem Sonntagstarif plant die Telekom außerdem die Einführung eines Pauschalpreises, mit dem T-Online-Kunden für weniger als 100 Mark im Monat unbegrenzt im Internet surfen können. Die Telekom möchte die angekündigten Tarife noch im Laufe dieses Jahres einführen.
Wie die "Financial Times" berichtet, müsse die Flatrate zwar nicht genehmigt werden, Wettbewerber könnten aber dagegen vorgehen. Sie müssten der Telekom dann nachweisen, dass sie ihrer Tochter T-Online niedrigere Kosten berechnet als den Konkurrenten.
So lange will der Online-Dienst AOL Europa, nach T-Online die Nummer zwei in Deutschland, offensichtlich nicht warten. In ganzseitigen Anzeigen ruft AOL-Chef Andreas Schmidt den "Herrn Bundeskanzler" auf, "fairen Wettbewerb" und "dieselben Marktbedingungen für alle" zu schaffen.